Eisernes Kreuz 1. Klasse 1914 – die Ausführung mit Schraubscheibe. Neben der bekannten Anstecknadel gab es beim Eisernen Kreuz 1. Klasse aus dem Ersten Weltkrieg eine zweite Befestigungsart: die Schraubscheibe. Eine einheitliche Norm gab es dabei nicht, jeder Hersteller löste das auf seine Weise.
Inhalt:
Eisernes Kreuz 1. Klasse 1914 mit Schraubscheibe
Aufbau und Funktion der Schraubscheibe
Im Grundprinzip sitzt rückseitig ein Gewindestift, meist mittig aufgelötet. Darauf wird eine Scheibe geschraubt, die das Kreuz am Uniformstoff fixiert. In der Praxis unterscheiden sich die Ausführungen erheblich. Manche Hersteller arbeiteten mit einer einfachen Schraubscheibe, andere setzten zusätzlich eine Gegenplatte dahinter, wieder andere bauten das System dreiteilig auf. Es gibt kleine, unauffällige Scheiben ebenso wie auffällig übergroße, auf denen der Hersteller seinen Namen direkt eingeprägt hat.
Rahmenqualitäten und Materialien
Auch bei der Rahmenqualität gab es deutliche Unterschiede. Neben Silber in den Feingehalten 800 und 835, oft am Rahmen oder an der Scheibe gestempelt, wurden Rahmen auch aus Neusilber gefertigt, einer silberfarbenen Kupfer-Nickel-Legierung ohne Feinsilberanteil. Diese Bandbreite an Qualitäten spiegelt die unterschiedlichen Herstellerstufen wider, von hochwertiger Fertigung bis zur einfachen, kriegsbedingten Massenware.
Bekannte Hersteller und Vertriebsstellen
Für die frühe Fertigung 1914 bis Ende 1916 beauftragte die General-Ordens-Kommission ausschließlich fünf Berliner Firmen: Godet & Sohn, J. H. Werner, Gebrüder Friedländer, Sy & Wagner sowie Wagner & Sohn. Ab 1917 kamen weitere Firmen hinzu, darunter Klein & Quenzer.
Für Zweit- und Ersatzstücke, die bis in die 1930er Jahre gefertigt wurden, sind unter anderem bekannt: Paul Meybauer, Berlin; M. Hansen mit 800er Silberstempel; Hersteller mit DRGM-Kennzeichnung auf der Scheibe. Auch reine Vertriebsstellen ohne eigene Fertigung traten auf, der Deutsche Offiziersverein mit seinem Warenhaus für Armee und Marine sowie der Militärverein Berlin. Mehr zu vergleichbaren Auszeichnungen und Fundstücken findet sich in der Militaria-Infothek.
Warum die Schraubscheibe?
Warum überhaupt diese zweite Befestigungsart? Die Nadel war günstiger, aber anfälliger. Bei häufigem Tragen, bei Bewegung im Feld, gab sie schneller nach oder verbog sich. Die Schraubscheibe ließ das Kreuz enger anliegen, es saß fester.
Die Herstellerfrage bleibt bei vielen Stücken offen. Wenn überhaupt eine Kennzeichnung vorhanden ist, findet sie sich auf der Rückseite, am Nadelhaken oder mittig auf der Scheibe selbst, bei den zahlreichen Zweit- und Ersatzanfertigungen fehlt sie oft ganz. Diese Ausführung des Eisernen Kreuzes 1. Klasse 1914 mit Schraubscheibe zeigt gerade durch diese Uneinheitlichkeit, wie individuell die einzelnen Hersteller ihre Systeme lösten.
Ankauf & Bewertung
Wer ein Eisernes Kreuz 1. Klasse 1914 mit Schraubscheibe besitzt und Hersteller, Rahmenqualität oder Wert einschätzen lassen möchte, kann sich an Militaria Kiel wenden.
Thomas Huss & Söhne / German Historica
Direkter Draht für Fragen rund um Ankauf, Bewertung und historische Einordnung militärhistorischer Objekte.
basierend auf militärhistorischer Fachliteratur zu Orden und Auszeichnungen des Deutschen Reiches.