Wer sich mit den Auszeichnungen der Kaiserlichen Marine beschäftigt, stößt unweigerlich auf ein Abzeichen, das zu den begehrtesten Stücken der deutschen Militärfliegerei zählt: das Marine-Beobachterabzeichen. Noch seltener ist die sogenannte Prinzengröße.


Marine-Beobachterabzeichen der Kaiserlichen Marine in Prinzengröße

Historischer Hintergrund

Gestiftet wurde das Marine-Beobachterabzeichen am 27. April 1914 von Kaiser Wilhelm II. Es diente als Auszeichnung für Offiziere und Unteroffiziere der Kaiserlichen Marine, die als Beobachter in Marineflugzeugen tätig waren. Die Aufgaben dieser Männer reichten von der Feindaufklärung über die Zielbestimmung bis hin zur Leitung des Artilleriefeuers. Gerade im maritimen Umfeld, wo gegnerische Flottenbewegungen frühzeitig erkannt werden mussten, kam den Beobachtern eine entscheidende Rolle zu.

Gestaltung und Symbolik

Das Abzeichen zeigt den gekrönten Reichsadler mit ausgebreiteten Schwingen, darunter einen Anker als klares Zeichen der Zugehörigkeit zur Marine. Umrahmt wird das Motiv von einem Kranz — auf der linken Seite aus Lorbeer, auf der rechten aus Eichenlaub — gekrönt von der Kaiserkrone. Die meisten Originale wurden aus Silber oder vergoldetem Buntmetall gefertigt.

Was bedeutet „Prinzengröße"?

Der Begriff „Prinzengröße" bezeichnet eine kleinformatige Variante offizieller Orden oder Abzeichen, die in der Regel privat beschafft wurde. Diese Versionen waren praktischer zu tragen — insbesondere auf Ausgehuniformen — und erfreuten sich bei adeligen Offizieren großer Beliebtheit. Daher der Name. Während das Standardabzeichen meist 60–70 mm hoch ist, misst die Prinzengröße nur etwa 40–50 mm.

Warum so selten?

Die Marinefliegertruppe war zahlenmäßig sehr klein, und auch das Marine-Beobachterabzeichen wurde nur an eine begrenzte Zahl von Männern verliehen. Die Prinzengröße war darüber hinaus kein offizieller Ausgabestandard, sondern musste privat bestellt werden. Entsprechend sind heute nur wenige gesicherte Originale bekannt — und diese stammen häufig aus Nachlässen.

Hersteller und Kennzeichnung

Dieses Exemplar wurde von der Berliner Ordensmanufaktur Paul Meybauer gefertigt, einem der bekanntesten Hersteller von Militärorden. Auf der Rückseite befindet sich das Herstellerkürzel; nicht alle Stücke tragen das Firmensignet, das eine eindeutige Zuordnung erleichtert. Meybauer-Abzeichen sind für ihre präzise Prägung, klaren Konturen und hochwertige Verarbeitung bekannt.

Bekannte Hersteller des Marine-Beobachterabzeichens:

  • Paul Meybauer, Berlin
  • C. E. Juncker, Berlin
  • J. Godet & Sohn, Berlin
  • Wagner & Sohn, Berlin
  • Friedrich Sedlatzek, Berlin
  • Schaper, Berlin

Eine spezifizierte Liste der Fliegerabzeichen des Deutschen Kaiserreichs bis 1918 finden Sie in der Militaria-Infothek.


Ankauf & Bewertung

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Kontakt

Thomas Huss & Söhne / German Historica

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Autor / fachliche Verantwortung
Thomas Huss · Dipl.-Ing. · German Historica / Militaria Kiel

Alle Inhalte beruhen auf eigener fachlicher Arbeit und der Auswertung originaler Objekte und Primärquellen aus dem eigenen Archiv.