Erinnerungsabzeichen „Skagerrak – Kiel-Laboe 1916–1936“

Dieses kleine Erinnerungsabzeichen zeigt das Marine-Ehrenmal in Laboe in stilisierter Form. Die Jahreszahlen 1916 und 1936 verweisen auf die Skagerrak-Schlacht im Ersten Weltkrieg und auf das Jahr der Einweihung des Ehrenmals.

Die Skagerrak-Schlacht vom 31. Mai bis 1. Juni 1916 war das größte Seegefecht des Ersten Weltkriegs und wurde in der Zwischenkriegszeit zu einem zentralen Bezugspunkt deutscher Marine-Erinnerungspolitik. In den 1930er-Jahren führte der Staat den sogenannten „Skagerrak-Tag“ ein, um das Ereignis jährlich öffentlich hervorzuheben. Auch in Kiel gab es entsprechende Bezüge – etwa am Skagerrakufer in Kiel-Friedrichsort, wo maritime Tradition und historische Erinnerung bewusst sichtbar gemacht wurden.

Das Ehrenmal in Laboe wurde 1936 eingeweiht und ursprünglich allen gefallenen Seeleuten gewidmet. Die Erinnerung wurde jedoch früh im Sinne des politischen Systems der Zeit genutzt. Veranstaltungen, Souvenirartikel und Abzeichen wie dieses dienten dazu, historische Ereignisse in das damalige Selbstverständnis einzubinden.

Die Gestaltung folgt dem Art-Déco-Stil der 1930er-Jahre: klare Linien, reduzierte Formen, vertikaler Aufbau. Am unteren Rand findet sich ein Hoheitsadler der Zeit – ein typisches Element der damaligen offiziellen Bildsprache.

Einordnung im Kontext früherer Beiträge zu Laboe

In früheren Texten habe ich bereits die Entwicklung des Marine-Ehrenmals dargestellt – von der Idee nach dem Ersten Weltkrieg über Planung und Bau bis zur politischen Vereinnahmung in den 1930er-Jahren und der späteren Neuausrichtung nach 1945.

Dieses Abzeichen fügt sich in diesen Verlauf ein. Es steht nicht für ein individuelles Schicksal, sondern für den Umgang mit Geschichte und für die Veränderungen im Blick auf militärische Erinnerung. Heute wird das Ehrenmal als internationaler Gedenkort verstanden – ohne Überhöhung und ohne nationale Mythologie.

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