Ehrendolch der Volksmarine – bei diesem Stück handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen Offiziersdolch, sondern um einen besonders gewidmeten Präsentdolch. Solche Dolche wurden als persönliche Ehrengabe durch den Minister für Nationale Verteidigung überreicht. Sie gehörten nicht zum Ordens- und Auszeichnungssystem der DDR und unterlagen keiner festen Verleihungsordnung.
Inhalt dieses Beitrags
Ehrendolch der Volksmarine – Präsentdolch mit ministerieller Widmung
Grundlage des Präsentdolches war der reguläre Ehrendolch der Volksmarine. Zum Präsentdolch wurde er durch die zusätzliche ministerielle Widmung auf der Scheide und gegebenenfalls durch eine weitere Inschrift auf der Klinge.
Ministerielle Widmung
Die bekannte Widmung lautet: „Überreicht vom Minister für Nationale Verteidigung". Sie kennzeichnet den Dolch als offizielles Präsent des Ministeriums für Nationale Verteidigung. Je nach Ausführung konnten weitere Inschriften auf der Klinge oder der Scheide angebracht werden.
„Für ausgezeichnete Leistungen"
Die Inschrift „Für ausgezeichnete Leistungen" bezeichnet den Grund der Ehrung. Sie stellte keine eigenständige Klasse oder Stufe einer Auszeichnung dar, sondern war eine zusätzliche Widmung des Präsentdolches. Bekannt sind Ehrendolche mit ministerieller Widmung ohne weiteren Zusatz sowie Stücke, die zusätzlich die Inschrift „Für ausgezeichnete Leistungen" tragen.
Weitere ministerielle Präsentdolche
Neben dem Ministerium für Nationale Verteidigung wurden auch durch andere bewaffnete Organe der DDR Präsentdolche überreicht. Bekannt sind Widmungen:
- Minister für Nationale Verteidigung
- Minister für Staatssicherheit
- Minister des Innern
Dabei handelte es sich nicht um eigene Dolchmodelle, sondern um besonders gewidmete Ausführungen der vorhandenen Offiziers-, Generals- oder Admiralsdolche.
Vergabe der Präsentdolche
Die Übergabe erfolgte als besondere Ehrung und nicht automatisch aufgrund einer bestimmten Dienstzeit oder eines erreichten Dienstgrades. Als Anlässe sind bekannt:
- Ausbildung, ausgezeichnete Leistungen während der militärischen Ausbildung.
- Fachliche Leistung, besondere fachliche oder militärische Leistungen.
- Funktionsübernahme, Übernahme herausgehobener Funktionen.
- Dienstlicher Anlass, Beförderungen und besondere dienstliche Anlässe.
- Diensterfüllung, langjährige und tadellose Diensterfüllung.
- Ehrung, Ehrungen verdienter Angehöriger der Streitkräfte.
Die Entscheidung über die Übergabe erfolgte im Einzelfall. Feste Quoten oder eine einheitliche Verleihung nach bestimmten Dienstjahren bestanden nicht.
Unterschied zum gewöhnlichen Ehrendolch
Nicht jeder Ehrendolch der Volksmarine ist ein ministerieller Präsentdolch. Der reguläre Ehrendolch gehörte zur Parade- und Repräsentationsausstattung der Offiziere der Volksmarine. Er wurde zur entsprechenden Uniform getragen und später unter anderem bei der Ernennung zum Offizier überreicht. Der Präsentdolch unterscheidet sich davon durch die ministerielle Widmung und gegebenenfalls durch eine zusätzliche Inschrift auf der Klinge. Die Bezeichnung „Ehrendolch" allein bedeutet daher nicht, dass es sich um ein persönliches Präsent des Ministers handelt.
Ausführung der Volksmarine
Der Ehrendolch der Volksmarine besitzt die für die Marineausführung typischen goldfarbenen Beschläge. Dazu gehören Parierstange, Griffring, Knauf und die Beschläge der schwarzen Scheide. Das Gehänge besteht aus goldfarbenen Litzen auf dunkelblauer Unterlage. Durch diese Ausführung unterscheidet sich der Dolch von den silberfarbenen Offiziersdolchen der Land- und Luftstreitkräfte. Bei Präsentdolchen wurde die reguläre Marineausführung durch die ministerielle Widmung ergänzt.
Seltenheit
Reguläre Offiziersdolche der NVA wurden in größeren Stückzahlen hergestellt. Präsentdolche mit originaler ministerieller Widmung kommen dagegen deutlich seltener vor. Innerhalb der Volksmarine war der Kreis der möglichen Empfänger erheblich kleiner als bei den Landstreitkräften. Entsprechend rar sind Marine-Präsentdolche mit Widmung, passendem Gehänge, Etui und belegbarer Herkunft. Vollständig erhaltene Garnituren, bei denen Dolch, Scheide, Gehänge und Etui noch zusammen vorhanden sind, bilden die Ausnahme.
Ergänzung: Die Ehrendolche der DDR im Überblick
Die DDR verwendete verschiedene Ausführungen des Ehrendolches. Die Unterschiede richteten sich hauptsächlich nach Teilstreitkraft und Dienstgrad.
Landstreitkräfte
Offiziere der Landstreitkräfte führten den Ehrendolch mit silberfarbenen Beschlägen und schwarzer Scheide. Dieses Modell wurde unter anderem von Offizieren der motorisierten Schützentruppen, Panzertruppen, Artillerie, Pioniere, Nachrichtentruppen und rückwärtigen Dienste getragen. Eigene Dolchmodelle für die einzelnen Waffengattungen gab es nicht.
Luftstreitkräfte/Luftverteidigung
Die Offiziere der Luftstreitkräfte und Luftverteidigung führten ebenfalls einen Ehrendolch mit silberfarbenen Beschlägen. Eine besondere Ausführung ausschließlich für Piloten oder einzelne Bereiche der Luftverteidigung gab es nicht.
Grenztruppen der DDR
Auch die Offiziere der Grenztruppen verwendeten die silberfarbene Grundausführung. Eine eigenständige Dolchform für die Grenztruppen bestand nicht. Bei den Generalsausführungen wurde die Zugehörigkeit durch das grün unterlegte Gehänge kenntlich gemacht.
Volksmarine
Die Offiziere der Volksmarine führten die goldfarbene Marineausführung mit dunkelblau unterlegtem Gehänge. Diese Ausführung bildete auch die Grundlage für die ministeriell gewidmeten Präsentdolche der Volksmarine.
Generals- und Admiralsdolche
Die Dolche für Generale und Admirale waren goldfarben und aufwendiger ausgeführt als die gewöhnlichen Offiziersdolche. Die Zugehörigkeit wurde durch die farbige Unterlage des Gehänges kenntlich gemacht:
| Teilstreitkraft | Gehänge-Unterlage |
|---|---|
| Landstreitkräfte | rot |
| Luftstreitkräfte/Luftverteidigung | hellblau |
| Grenztruppen | grün |
| Volksmarine | dunkelblau |
Die Admirale der Volksmarine führten die goldfarbene Ausführung mit dunkelblau unterlegtem Gehänge.
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