Die Nahkampfspange in Gold gilt als die höchste Auszeichnung des Heeres für Tapferkeit im Nahkampf. Nur rund 600 bis 700 Verleihungen sind belegt — das macht sie zu einer der seltensten Kriegsauszeichnungen des Zweiten Weltkriegs überhaupt.


Die Nahkampfspange in Gold — Höchste Auszeichnung des Heeres

Stufen und Verleihungskriterien

Die Nahkampfspange wurde in drei Stufen gestiftet:

Bronzeab 15 Nahkampftagen
Silberab 30 Nahkampftagen
Goldab 50 Nahkampftagen

Diese Staffelung verdeutlicht, wie außergewöhnlich selten die Goldstufe tatsächlich war. Während Bronze und Silber vergleichsweise häufiger vorkamen, bedeuteten 50 bestätigte Nahkampftage eine enorme Belastung für den einzelnen Soldaten und setzten eine lang andauernde Fronteinsatztätigkeit unter extremen Bedingungen voraus.

Gerade 1944 war das nahezu unerreichbar: Die durchschnittliche Überlebenszeit eines einfachen Frontsoldaten lag — je nach Front und Einsatz — oft nur bei zwei bis sechs Wochen, bevor er verwundet, gefallen oder in Gefangenschaft geriet. In dieser kurzen Zeitspanne konnten die meisten nur wenige Nahkampftage sammeln. Umso eindrucksvoller ist es, dass überhaupt Soldaten die geforderten 50 bestätigten Tage überstanden.

Seltenheit und Verleihungszahlen

Von der Goldstufe sind lediglich rund 600 bis 700 Verleihungen belegt. Damit gehört sie zu den seltensten Kriegsauszeichnungen des Heeres überhaupt. In der Sammlerwelt gilt eine original erhaltene Goldspange daher als besonderes Highlight — nicht nur wegen ihrer historischen Seltenheit, sondern auch wegen ihrer symbolischen Bedeutung als höchste Anerkennung im Nahkampf.

Hersteller, Materialien und Ausführungen

Gefertigt wurde die Nahkampfspange von mehreren bekannten Herstellern, darunter C. E. Juncker (Berlin), JFS / Josef Feix & Söhne (Gablonz), GWL / Gebrüder Wegerhoff (Lüdenscheid), Steinhauer & Lück (Lüdenscheid), Deschler & Sohn (München) sowie A.G. M.u.K. (Gablonz).

Es existieren grundsätzlich zwei Hauptausführungen:

Buntmetall (Tombak/Messing)

Hochwertige und frühe Fertigungen mit sehr feiner Vergoldung und typischem Häkchenverschluss. Diese Stücke sind heute seltener und bei Sammlern besonders begehrt.

Zink

Spangen aus Feinzink, deren Oberflächenbeschichtung (Vergoldung, Versilberung oder Brünierung) stark zum Verblassen neigt. Viele dieser Stücke wirken heute mattgrau, lassen sich aber bei erhaltener Restvergoldung eindeutig der jeweiligen Stufe zuordnen.

Beide Varianten — Buntmetall wie Zink — sind zeitgenössische Originale. Der Unterschied liegt in der Fertigungsqualität und im Erhaltungszustand, nicht in der offiziellen Wertigkeit.


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Autor / fachliche Verantwortung
Thomas Huss · Dipl.-Ing. · German Historica / Militaria Kiel

Grundlage: eigene militärhistorische Forschung, Auswertung von Primärquellen (Soldbücher, Urkunden, Fotonachlässe) aus dem Archiv des Verfassers.