Enigma M4 Griechenwalze aus Bakelit: Diese Walze zählt zu den seltensten Rotoren der deutschen Kriegsmarine. Sie stammt aus einer Enigma M4, dem vierrotorigen Chiffriergerät, das ab 1942 speziell für die U-Boot-Kommunikation eingeführt wurde, und saß in der Maschine ganz links.
Inhalt dieses Beitrags
Enigma M4 Griechenwalze aus Bakelit (ca. 1944)
Was ist das?
Die Enigma M4 Griechenwalze ist die vierte, zusätzliche Walze der Marine-Enigma M4. Anders als die drei regulären Walzen rechts daneben drehte sie sich im Betrieb nicht automatisch weiter, sondern wurde vor Beginn der Verschlüsselung von Hand auf eine von 26 Positionen eingestellt und blieb dort fest stehen.
Historischer Zusammenhang
Heer und Luftwaffe nutzten für ihre Enigma-Maschinen Walzen mit Ziffern. Die Kriegsmarine setzte dagegen auf umlaufende Buchstaben griechischer Herkunft, woraus sich die Bezeichnung Griechenwalze ableitet. Die M4 mit ihrer vierten Walze wurde eingeführt, nachdem britische Codeknacker in Bletchley Park die dreirotorige Enigma zunehmend entschlüsseln konnten. Die zusätzliche Walze sollte die Zahl der möglichen Einstellungen und damit die Sicherheit der U-Boot-Funksprüche erhöhen.
Gestaltung und Merkmale
Die hier gezeigte Enigma M4 Griechenwalze ist eine späte Ausführung aus schwarzem Bakelit und trägt die Seriennummer M 17945. Die Fertigung aus Bakelit anstelle von Metall war in der späteren Kriegsphase üblich, bedingt durch den zunehmenden Materialmangel in der Rüstungsproduktion.
Sammlerische Bedeutung
Original-Walzen der Enigma M4 zählen zu den gesuchtesten Einzelteilen im Bereich der Kryptographie- und Militaria-Sammlungen, da nur ein Bruchteil der einst gefertigten Maschinen und Ersatzteile den Krieg und die anschließende Vernichtung durch die Alliierten überstanden hat. Weitere Objekte und Dokumente aus dem Bereich Militaria Kiel finden Sie in der Militaria-Infothek.
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