Das russische Georgskreuz 3. Klasse Nr. 27 522 ist ein authentisches und belegtes Originalstück aus dem Ersten Weltkrieg. Durch Abgleich mit erhaltenen Verleihungslisten lässt sich das Kreuz einem konkreten Soldaten zuordnen — mit Name, Einheit, Datum und dokumentierter Tat.


Das Georgskreuz Nr. 27 522 — Das russische Gegenstück zum Eisernen Kreuz

Das russische Georgskreuz

Das Georgskreuz (russisch: Георгиевский крест) wurde 1807 im Zarenreich eingeführt und war die wichtigste Tapferkeitsauszeichnung für Mannschaften und Unteroffiziere. Es existierte in vier Klassen. Die Verleihung erfolgte ausschließlich für nachweisbare persönliche Tapferkeit. Ein wesentliches Merkmal ist die Nummerierung jedes Kreuzes, die eine genaue Zuordnung ermöglicht.

In seiner Bedeutung und Funktion lässt sich das Georgskreuz durchaus mit dem preußisch-deutschen Eisernen Kreuz vergleichen. Beide Auszeichnungen standen für persönliche Tapferkeit, beide waren allgemein bekannt und beide prägten das Bild des tapferen Soldaten in ihrer jeweiligen Nation.

Nummernkreise und historische Einordnung

Nummernbereich Klasse Zeitraum
bis ca. 10.000 alle Klassen 19. Jahrhundert (Napoleon, Krimkrieg, Russisch-Türkischer Krieg)
ca. 10.000–30.000 III. Klasse Erster Weltkrieg 1914–1917
ca. 15.000 bis über 100.000 IV. Klasse Erster Weltkrieg 1914–1917
III. > 30.000 / IV. > 100.000 III. und IV. Klasse Russischer Bürgerkrieg 1918–1922

Das vorliegende Kreuz Nr. 27 522 (III. Klasse) liegt klar im Ersten Weltkrieg, ca. 1915–1916.

Identifizierung des Trägers

Durch Abgleich mit den erhaltenen Verleihungslisten lässt sich das Kreuz Nr. 27 522 einem konkreten Soldaten zuordnen:

NameФилипп Павлович Бугай (Philipp Pawlowitsch Bugai)
DienstgradStabsunteroffizier (старший унтер-офицер)
Einheit9. Sibirisches Schützen-Regiment
Verleihungsdatum5. Juli 1916
Tatbeschreibung„Als Erster stürmte er in die feindlichen Schützengräben und riss mit seinem Mut die Kameraden mit sich."

Die Zuordnung basiert auf der Sekundärliteratur (Patrikeevs „Svodnye spiski"). Eine vollständige Bestätigung ist nur durch Einsicht in die Original-Register im RGVIA (Russisches Staatliches Militärhistorisches Archiv, Moskau) möglich.

Historischer Hintergrund

Das 9. Sibirische Schützen-Regiment war Teil der sibirischen Schützenverbände, die im Ersten Weltkrieg an der Nordfront eingesetzt wurden. Im Sommer 1916, während der Brussilow-Offensive, kam es bei Katerinhof (heute Lettland) zu Angriffen gegen deutsche Stellungen. In diesem Kontext erhielt Bugai seine Auszeichnung.

Bedeutung für Sammler und Historiker

Ein Georgskreuz mit belegbarer Nummer und namentlich dokumentiertem Träger ist von besonderem historischen Wert. Für die militärhistorische Forschung wie auch für private Sammlungen ist ein solches Stück ein außergewöhnlich wichtiges Zeugnis der Geschichte des Zarenreichs im Ersten Weltkrieg.

Quellenlage

Standardliteratur: Durov — Georgskreuz und Georgsmedaille; Patrikeev — Svodnye spiski 1914–1922; Ulyanov — Georgskreuz 1807–1917.

Archive: RGVIA (Moskau), Fond 16196 — Verleihungslisten mit Nummer, Name, Einheit, Tat; RGADA — ältere Ordensunterlagen.


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Kontakt

Thomas Huss & Söhne / German Historica

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Autor / fachliche Verantwortung
Thomas Huss · Dipl.-Ing. · German Historica / Militaria Kiel

Quellen: Durov: Georgskreuz und Georgsmedaille; Patrikeev: Svodnye spiski 1914–1922; Ulyanov: Georgskreuz 1807–1917; RGVIA Moskau, Fond 16196; RGADA; eigene Dokumentation.