Goldenes Militär-Verdienst-Kreuz U-Boot – Otto Schütte diente im Ersten Weltkrieg als Obersteuermann auf dem deutschen U-Boot U-152 und war Träger dieser höchsten preußischen Tapferkeitsauszeichnung für Mannschaften und Unteroffiziere.
Inhalt dieses Beitrags
U-152 – der U-Kreuzer der Kaiserlichen Marine
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Typ | Großer U-Kreuzer der Kaiserlichen Marine |
| Baujahr | 1917 |
| Indienststellung | Oktober 1917 |
| Einsätze | 3 Feindfahrten |
| Ergebnis | 18 versenkte Schiffe |
Aufgabe des Obersteuermanns
Der Obersteuermann war für Navigation, Kursbestimmung und Steuerung verantwortlich. Während einer Feindfahrt fielen sämtliche nautischen Navigationsanlagen auf U-152 aus. Schütte erfüllte dennoch seine Aufgabe und brachte das Boot ohne funktionsfähige Geräte zurück in den Heimathafen.
Auszeichnung
Für diese Leistung wurde Otto Schütte am 15. Juni 1918 mit dem Goldenen Militär-Verdienst-Kreuz ausgezeichnet. Diese Auszeichnung war die höchste preußische Ehrung für Mannschaften und Unteroffiziere.
Hersteller und Material
Das Goldene Militär-Verdienst-Kreuz wurde ursprünglich aus Gold hohl verbödet gefertigt, mit einem Gewicht von etwa 20 bis 24 Gramm. Insgesamt entstanden davon nur 54 Stück. Wegen der Edelmetallknappheit im Krieg durfte ab November 1916 stattdessen vergoldetes Silber mit dem Feingehalt 938 verwendet werden. Golden gefertigte Kreuze tragen die Herstellerpunze „H", die silbervergoldeten Kreuze die Punze „W" zusammen mit der Feingehaltsangabe.
Vorderseitig zeigt das Kreuz ein Mittelschild mit der zweizeiligen Inschrift „KRIEGS VERDIENST" und zwei gebundenen Lorbeerzweigen am unteren Rand. Rückseitig stehen die verschlungenen Initialen „WR" für Wilhelmus Rex unter der preußischen Königskrone. Getragen wurde die Auszeichnung an einem schwarzen Band mit zwei weißen Randstreifen, 35 Millimeter breit.
Bekannte Träger der Kaiserlichen Marine
Von insgesamt 1.770 Verleihungen des Goldenen Militär-Verdienst-Kreuzes im Ersten Weltkrieg entfielen nur 27 auf Angehörige der Kaiserlichen Marine, davon lediglich 12 auf U-Boot-Besatzungen. Zu den dokumentierten Trägern zählen Johannes Bode und Bruno Schröter von U 53, Wilhelm Krahn von U 156 sowie Adolf Matthiesen vom U-Boot SM UB-48, ausgezeichnet für einen Angriff im Hafen von Carloforte. Auch in der Marineinfanterie wurde das Kreuz vergeben, etwa an Hermann-Bernhard Ramcke vom Matrosen-Regiment 2 und an Richard Abraham von der Sturm-Abteilung des Marine-Korps. Otto Schütte reiht sich mit seiner Verleihung von 1918 in diesen sehr kleinen Kreis von Marine-Angehörigen ein, die diese höchste preußische Tapferkeitsauszeichnung erhielten.
Weitere Auszeichnungen
- U-Boot-Kriegsabzeichen, verliehen 1918.
- Eisernes Kreuz, I. und II. Klasse.
- Kolonialmedaille, mit Ponape-Spange.
Seltenheit des Ordens
- Verleihungen gesamt, 1.807 zwischen 1864 und 1918.
- Erster Weltkrieg, davon rund 1.770 Verleihungen.
- Kaiserliche Marine, nur 27 Kreuze verliehen.
- U-Boot-Besatzungen, davon lediglich 12 Verleihungen.
Otto Schütte gehörte somit zu einem sehr kleinen Kreis von U-Boot-Fahrern, die diese Auszeichnung erhielten.
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Thomas Huss & Söhne / German Historica
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Auswertung originaler Objekte und Primärquellen aus dem eigenen Archiv. Zu Hersteller, Material und Trägern des Goldenen Militär-Verdienst-Kreuzes wurden ergänzend das Standardwerk von Klaus D. Patzwall, „Das preußische Goldene Militär-Verdienst-Kreuz" (1986), sowie H. Richter, „Das Goldene Militär-Verdienst-Kreuz in der Kriegsmarine", Deutsche Marine-Zeitung 1938, herangezogen. Weitere Arbeiten: german-historica.de, militaria-kiel.de, militaria-kiel.de/militariakielsta/