Kaiserlicher Marine Säbel WKC mit Kriegsmarine-Portepee, gefertigt von WKC um 1910 und mit dem Namen Besthorn graviert, ist zusammen mit einer dazugehörigen Beförderungsurkunde aufgetaucht — die Kombination aus benanntem Säbel und zugehöriger Urkunde ist selten zu finden. Die Urkunde wurde am 27. Mai 1939 in Berchtesgaden ausgestellt und befördert den Kapitänleutnant Kurt Besthorn mit Wirkung vom 1. Mai 1939 zum Korvettenkapitän. Dieser Fund war Anlass, genauer nachzuschauen, was es mit dem späteren Titel „Kommandant der Seeverteidigung Südjütland" auf sich hatte — einer Gegend, in der ich als Kind und Jugendlicher den größten Teil meiner Sommerferien verbracht habe. Die Hinterlassenschaften und Bunkerbauten aus der Besatzungszeit der Wehrmacht waren dort unübersehbar, bis heute teils versteckt unter den Dünen, teils wie in Hvide Sande offen präsent auf einer hohen Düne. Trotz dieser unrühmlichen Besatzungszeit hatten wir als Deutsche, als „Tyske", dort nie das Gefühl, unwillkommen zu sein — ganz im Gegenteil. Ich bin den Menschen dort bis heute dankbar für diese Gastfreundschaft, und diese Sommer gehören zu den schönsten Erinnerungen meiner Kindheit.
Kurt Besthorn — Kommandant der Seeverteidigung Südjütland und des Abschnitts Sylt
Der Säbel und die Urkunde — ein seltener Fund
Kurt Besthorn wurde am 24. Oktober 1900 geboren und starb am 1. Oktober 1965. Der vorliegende Kaiserliche Marine Säbel mit Kriegsmarine-Portepee stammt von WKC und ist um 1910 gefertigt, die Gravur nennt den Namen Besthorn. Dass zu einem benannten Säbel noch die passende Beförderungsurkunde erhalten ist, kommt selten vor — hier liegt beides zusammen vor, was den Fund für Sammler militärhistorisch nachvollziehbar macht.
Frühe Stationen 1939/1940
Im Mai 1940 diente Besthorn im Rang Korvettenkapitän als 1. Admiralstabsoffizier beim Marinebefehlshaber Südwest, vom 20. Mai bis 1. Juni 1940. Anschließend wechselte er in gleicher Funktion zum neu aufgestellten Marinebefehlshaber Niederlande-Belgien (1. bis 18. Juni 1940) und danach, nun als Korvettenkapitän (E), zum Marinebefehlshaber in den Niederlanden, wo er bis November 1940 blieb.
Seeverteidigung Südjütland
Der Kommandant der Seeverteidigung Südjütland war ein regionaler Küstenbefehlshaber der Kriegsmarine, der dem Kommandierenden Admiral Skagerrak unterstand. Besthorn übernahm dieses Kommando, inzwischen im Rang Fregattenkapitän, zunächst noch unter der Vorgängerbezeichnung Abschnitt dänische Westküste. Diese Dienststelle war bereits im April 1940, direkt nach der Besetzung Dänemarks, aufgestellt worden und erstreckte sich zunächst von der deutschen Grenze bis zum Limfjord. Sie unterstand dem Marinebefehlshaber Dänemark, der ab 1943 als Kommandierender Admiral Dänemark und ab April 1944 als Kommandierender Admiral Skagerrak firmierte.
Im April 1944 wurde der Abschnitt dänische Westküste zur Seekommandantur Südjütland umgewandelt, mit neu zugeschnittenem Zuständigkeitsbereich an Nordsee- und Ostseeküste und Stab weiterhin in Esbjerg. Der neuen Seekommandantur unterstanden unter anderem die Hafenschutzflottille Esbjerg (ab September 1944 als 16. Sicherungsflottille der 8. Sicherungs-Division zugeordnet) sowie der Hafenkommandant Aarhus. Nach Süden reichte der Zuständigkeitsbereich bis zur Südspitze des Ringkøbing Fjords — und damit bis Hvide Sande, der einzigen schmalen Durchfahrt, die diesen größten Küstensee Dänemarks über die Nehrung Holmsland Klit mit der offenen Nordsee verbindet. Genau diese Gegend, von Hvide Sande bis Søndervig, kenne ich aus eigener Anschauung: Die Engstelle war damals entsprechend stark befestigt, und ein Teil davon steht bis heute. Nördlich von Hvide Sande lag die Ringelnatter-Stellung mit über 50 Bunkern, direkt am Ort selbst entstand