Kommandantenfernglas 8×60 blc von Carl Zeiss, Jena: Dieses Fernglas ist ein originales Kommandantenfernglas 8×60 der Kriegsmarine. Der Hersteller wurde ab 1940 mit dem Tarncode „blc" gekennzeichnet.


Das Kommandantenfernglas 8×60 blc — ein Stück U-Bootgeschichte

Optische Daten

Die Bezeichnung 8×60 steht für eine achtfache Vergrößerung bei einem Objektivdurchmesser von 60 mm. Daraus ergibt sich eine sehr große Austrittspupille von rund 7,5 mm, die ein helles und kontrastreiches Bild selbst bei schlechten Lichtverhältnissen ermöglicht. Für den Einsatz auf See – bei Dämmerung, in der Nacht oder bei starkem Wellengang – war diese Optik ein entscheidender Vorteil.

Konstruktion und Sehfeld

Die Konstruktion basiert auf einem Porro-II-Prismensystem mit Weitwinkel-Okularen, wodurch ein außergewöhnlich großes Sehfeld erzielt wird. Damit konnte der Kommandant eine breite Szenerie überblicken, ohne das Glas ständig schwenken zu müssen.

Bauweise und Merkmale

Charakteristisch sind die massive Aluminiumguss-Bauweise, die grünlich-graue Kriegsmarine-Lackierung sowie die Bakelit-Okularabdeckung, die auch auf dem gezeigten Exemplar noch vorhanden ist. An den Seiten befinden sich Einschrauböffnungen für Trockenpatronen, die das Beschlagen der inneren Optik verhindern sollten.

Einsatz auf U-Booten

Im Laufe des Krieges wurde es immer wichtiger, über hochwertige Optiken zu verfügen, die den harten Belastungen an Bord eines U-Bootes standhielten und zugleich eine verlässliche optische Leistung boten. Auf U-Booten waren von diesen Kommandantengläsern meist nur ein bis zwei Exemplare vorhanden. Nur wenige Ferngläser wurden mit einer Ziellinie ausgestattet, sodass sie zusätzlich als UZO (U-Boot-Zieloptik) verwendet werden konnten.

Weitere Ferngläser der U-Boot-Kriegsmarine

Neben dem 8×60 blc von Carl Zeiss, Jena, fanden auf U-Booten weitere Kommandantengläser Verwendung. Dazu zählt das 7×60 blc von Zeiss, das mit geringerer Vergrößerung, aber ebenfalls großer Austrittspupille für Dämmerung und Nachteinsatz ausgelegt war. Daneben wurden auch Modelle von Leitz, Wetzlar, mit dem Herstellercode „beh" eingesetzt, sowohl in der Ausführung 7×60 als auch 8×60. Diese Leitz-Gläser stehen in Optik und Einsatzzweck den Zeiss-Modellen nahe und wurden ebenso an Kommandanten und Wachoffiziere ausgegeben. Mehr zu vergleichbaren Objekten aus dem Bereich der U-Boot-Ausrüstung finden Sie in unserer Militaria-Infothek und im Militaria-Blog.

Seriennummer und Datierung

Das hier vorgestellte Exemplar trägt die Seriennummer 49282 mit dem Herstellercode blc für Carl Zeiss, Jena. Stücke in diesem Nummernbereich lassen sich auf die späte Kriegsproduktion um 1943/44 einordnen. Besonders hervorzuheben ist, dass sich dieses Fernglas noch in einem absoluten Topzustand befindet – unverbastelt, original belassen und damit in einer Qualität, wie sie heute nur sehr selten erhalten geblieben ist.

Sammlerische Bedeutung

Das Kommandantenfernglas 8×60 blc gilt bis heute als eine der leistungsstärksten militärischen Handoptiken des Zweiten Weltkrieges. Aufgrund seiner Seltenheit, der technischen Qualität und des typischen Erscheinungsbildes ist es heute ein begehrtes Sammlerstück.


Ankauf & Bewertung

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Kontakt

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Autor / fachliche Verantwortung
Thomas Huss · Dipl.-Ing. · German Historica / Militaria Kiel

Fachhandel, Ankauf und Einordnung militärhistorischer Objekte, Orden, Ehrenzeichen und Nachlässe. Kiel, Schleswig-Holstein.