Panzerkampfabzeichen 50: Dieser Nachlass eines Panzerfahrers des Zweiten Weltkrieges wurde bei einer Wohnungsauflösung entdeckt, unscheinbar in einer alten Zigarrenschachtel aufbewahrt. Enthalten sind die Erkennungsmarke der 1. Kompanie der Panzer-Ersatz-Abteilung 5, Panzerkragenspiegel mit Totenkopf sowie mehrere Panzerkampfabzeichen.

Am Beispiel dieses Fundes zeigen wir, welche Panzerkampfabzeichen es gab: die Ausführungen in Silber und Bronze, die Stufen 25, 50, 75 und 100 sowie die wichtigsten Hersteller.


Von der Ersatzabteilung Neuruppin zum Fronteinsatz

Die Zugehörigkeit zur Ersatzabteilung in Neuruppin markiert den Beginn seiner militärischen Laufbahn. Dort wurden Panzerfahrer ausgebildet und für den Fronteinsatz vorbereitet. Wohin der Soldat später versetzt wurde, lässt sich aus der Erkennungsmarke allein nicht mehr feststellen.

Panzerkampfabzeichen mit den Einsatzzahlen 25 und 50

Von besonderer Bedeutung sind die Panzerkampfabzeichen mit den Einsatzzahlen 25 und 50. Sie belegen, dass der Träger mindestens 50 Gefechtseinsätze im Panzer absolvierte. Ein Panzerkampfabzeichen 50 erhielten nur wenige Soldaten.

Panzerkragenspiegel mit Totenkopf

Die im Nachlass enthaltenen Panzerkragenspiegel mit Totenkopf sind das traditionelle Abzeichen der Panzertruppe und klar von den Symbolen der SS zu unterscheiden.

Panzerkampfabzeichen in Silber und Bronze

Das Panzerkampfabzeichen wurde am 20. Dezember 1939 auf Anordnung von Generaloberst Walther von Brauchitsch gestiftet. Voraussetzung für die Verleihung war die Teilnahme an drei Einsätzen an drei verschiedenen Tagen.

  • Panzerkampfabzeichen in Silber — für die Besatzungen der Kampfpanzer.
  • Panzerkampfabzeichen in Bronze — im Juni 1940 eingeführt für die Besatzungen anderer gepanzerter Fahrzeuge, für Panzergrenadiere sowie für Panzeraufklärer und Schützenbataillone der Panzerdivisionen.

Getragen wurde das Abzeichen auf der linken Brusttasche. Die Verleihung erfolgte in der Regel auf Regiments- oder Divisionsebene. Im November 1944 kam eine eigene Ausführung für die Luftwaffe hinzu, mit denselben Verleihungsbedingungen einschließlich der höheren Stufen.

Die Stufen des Panzerkampfabzeichens: 25, 50, 75 und 100

Am 22. Juni 1943 wurden zusätzliche Stufen eingeführt, in Silber wie in Bronze. Die Einsatzzahl steht auf einem kleinen Schild am unteren Ende des Kranzes.

StufeEinsatzzahlMerkmale
Grundstufeohne Zahldrei Einsätze an drei verschiedenen Tagen
Stufe II25etwas größer als die Grundstufe, Zahlenschild am Kranz
Stufe III50etwas größer als die Grundstufe, Zahlenschild am Kranz
Stufe IV75 und 100rund 51 × 60 mm, vergoldeter Kranz, aus leichtem Zink geprägt

Die Ausführungen für 75 und 100 Einsätze sind aus leichtem Zink geprägt, damit die größere Nadel nicht am Uniformrock zieht. Stücke mit 75 oder 100 Einsätzen sind sehr selten. Höhere Stufen in Bronze kommen deutlich seltener vor als in Silber. Ein Panzerkampfabzeichen 50 wie in diesem Nachlass ist deshalb schon ein ungewöhnliches Stück.

Hersteller des Panzerkampfabzeichens

Entwurf und Material

Der Entwurf stammt von Wilhelm Ernst Peekhaus aus Berlin. Die Grundstufe zeigt einen ovalen Eichenlaubkranz mit Heeresadler. Darin ist ein Panzerkampfwagen IV zu sehen, dessen linke Kette über den Rand hinausragt. Die ersten Abzeichen bestanden aus Neusilber, spätere fast durchweg aus Zink mit Silber- oder Bronzeauflage. Diese Auflage ist heute oft weitgehend abgerieben.

Hersteller der Grundstufe

  • Hermann Aurich, Dresden — Marke „HA“, in Bronze deutlich seltener als in Silber.
  • Karl Wurster, Markneukirchen — Marke „KW“ im Kreis, fertigte die ersten Abzeichen in Bronze.
  • Friedrich Linden, Lüdenscheid — überwiegend Bronze, Silber selten.
  • C. E. Juncker, Berlin.
  • Adolf Scholze.
  • E. F. Wiedmann.

Hersteller der Stufen 25 bis 100

Die Stufen mit Einsatzzahl wurden nur von wenigen Firmen gefertigt:

  • Josef Feix & Söhne, Gablonz — Marke „JFS“, Zahlenschilder aus Zink, deren Vergoldung häufig verloren ist.
  • C. E. Juncker, Berlin — Zahlenschilder meist aus Stahl.
  • Gustav Brehmer — nur die Stufen 25 und 50, keine 75 und 100.

Viele Stücke sind ungemarkt. Die Zuordnung erfolgt dann über Fertigungsmerkmale wie Scharnier, Nadel, Haken und Vernietung. Weitere Hintergründe zu Orden und Abzeichen finden Sie in der Militaria-Infothek.

Ein Fund, der Fragen offen lässt

Dieser kleine Fund aus einer Zigarrenschachtel vermittelt ein Stück Zeitgeschichte: den Weg eines Panzerfahrers von der Ausbildung in Neuruppin bis hin zu langen Fronteinsätzen. Leider lassen sich heute keine weiteren Details zu seinem militärischen Lebenslauf mehr ermitteln – interessante Informationen, die für immer verloren gegangen sind. Ähnliche Fundstücke aus privaten Nachlässen stellen wir regelmäßig im Militaria-Blog vor.

Hinweis: Datenschutz und Archivrecherche

Die ehemaligen Unterlagen der Deutschen Dienststelle (WASt) liegen heute beim Bundesarchiv.

  • Auskünfte werden nur an direkte Angehörige erteilt, die ein berechtigtes Interesse nachweisen können.
  • Voraussetzung: Ohne Namen des Soldaten und ohne Angehörigenstatus ist eine Recherche nicht möglich.
  • Für Sammler oder Dritte bleibt die militärische Biografie daher unzugänglich – ein Schutz, der dem Datenschutz und der Wahrung persönlicher Daten dient.

Häufige Fragen zum Panzerkampfabzeichen

Was ist der Unterschied zwischen dem Panzerkampfabzeichen in Silber und in Bronze?

Silber erhielten die Besatzungen der Kampfpanzer. Bronze erhielten die Besatzungen anderer gepanzerter Fahrzeuge, Panzergrenadiere und Panzeraufklärer.

Welche Stufen des Panzerkampfabzeichens gibt es?

Es gibt die Grundstufe ohne Zahl sowie die Stufen 25, 50, 75 und 100. Die Stufen wurden am 22. Juni 1943 eingeführt.

Was bedeutet das Panzerkampfabzeichen 50?

Die Zahl 50 auf dem Schild am Kranz steht für mindestens 50 Gefechtseinsätze. Es ist Stufe III des Panzerkampfabzeichens.

Wer hat das Panzerkampfabzeichen hergestellt?

Die Grundstufe fertigten unter anderem Aurich, Wurster, Linden und Juncker. Die Stufen mit Einsatzzahl fertigten Feix, Juncker und Brehmer.

Wie erkenne ich den Hersteller?

An der Herstellermarke auf der Rückseite. Fehlt sie, geben Scharnier, Nadel, Haken und Vernietung Hinweise.


Ankauf & Bewertung

Wenn Sie Orden, Ehrenzeichen oder andere militärhistorische Militaria zum Ankauf anbieten möchten, können Sie sich gerne unverbindlich an uns wenden. Wir garantieren eine seriöse Abwicklung, faire Preise und eine gesetzeskonforme Behandlung nach den geltenden Vorschriften (§ 86a StGB).

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Kontakt

Thomas Huss & Söhne / German Historica

Direkter Draht für Fragen rund um Ankauf, Bewertung und historische Einordnung militärhistorischer Objekte.

Rechtlicher Hinweis (§§ 86, 86a StGB): Die im Nachlass enthaltenen Panzerkragenspiegel mit Totenkopf sind das traditionelle Abzeichen der deutschen Panzertruppe und rechtlich unbedenklich, da sie keine Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen wie SS-Runen zeigen und daher nicht unter das Verwendungsverbot nach § 86a StGB fallen. Die Panzerkampfabzeichen zeigen am Adler ein Hakenkreuz. Abbildung und Beschreibung erfolgen ausschließlich zur historischen Dokumentation und staatsbürgerlichen Aufklärung im Sinne von § 86 Abs. 4 StGB.