Fliegerabzeichen des Deutschen Kaiserreichs bis 1918 zeigen, wie unterschiedlich Preußen, Bayern und die Kaiserliche Marine ihre Flieger auszeichneten. Von der einfachen Qualifikationsauszeichnung bis zum Ehrenpokal für den Luftkampfsieger spiegeln diese Abzeichen die rasche Entwicklung der Fliegerei zwischen 1913 und 1918 wider.


Preußische Fliegerabzeichen

Militär-Flugzeugführer-Abzeichen (1913)

Gestiftet: 27. Januar 1913 von Kaiser Wilhelm II.
Verliehen an: Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften nach bestandener Flugausbildung.
Aussehen: Ovales Abzeichen mit einer fliegenden Rumpler-Taube über einer hügeligen Landschaft, umrahmt von Eichen- und Lorbeerkranz, gekrönt von der Kaiserkrone.

Abzeichen für Beobachtungsoffiziere aus Flugzeugen (1914)

Gestiftet: 27. Januar 1914
Verliehen an: Offiziere, die als Beobachter in Flugzeugen tätig waren.
Aussehen: Ähnlich dem Flugzeugführer-Abzeichen, jedoch mit Unterscheidungsmerkmalen für Beobachter.

Abzeichen für Flugzeug-Fliegerschützen (1918)

Gestiftet: 27. Januar 1918
Verliehen an: Fliegerschützen mit Kenntnissen in Luftkampf, Motorentechnik und Bombenabwurf.
Aussehen: Ein Falke mit ausgebreiteten Flügeln auf einer Schießscheibe, umrahmt von Eichen- und Lorbeerkranz, mit Kaiserkrone.

Flieger-Erinnerungsabzeichen (1918)

Gestiftet: 27. Januar 1918 von Kaiser Wilhelm II.
Verliehen an: Ehemalige aktive Flieger, die aufgrund von Verwundung oder Krankheit nicht mehr fliegen konnten.
Aussehen: Ovaler Kranz aus Eichen- und Lorbeerlaub, mit einer fliegenden Rumpler-Taube über einer hügeligen Landschaft, gekrönt von der Kaiserkrone.

Diese Abzeichen dienten nicht nur als Anerkennung für die erbrachten Leistungen, sondern auch als sichtbares Zeichen der Qualifikation.


Bayerische Fliegerabzeichen

Flugzeugführerabzeichen (1913)

Gestiftet: 4. Februar 1913 durch Prinz Ludwig
Verliehen an: Militärangehörige mit erfolgreicher Flugausbildung.
Aussehen: Landschaft mit Bergen und Gebäuden, darüber eine fliegende Maschine, umgeben von Eichen- und Lorbeerkranz, gekrönt von der bayerischen Königskrone.

Flugzeugbeobachterabzeichen (1914)

Gestiftet: 3. März 1914 durch König Ludwig III.
Verliehen an: Offiziere mit mindestens 1000 km Überlandflugerfahrung.
Aussehen: Kranz aus Lorbeer- und Eichenlaub, gekrönt von der bayerischen Königskrone, mit zentralem quadratischem, emailliertem Schild.

Fliegererinnerungsabzeichen (1914)

Gestiftet: 27. Januar 1914
Verliehen an: Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften, die nicht mehr für den Fliegerdienst vorgesehen waren.
Aussehen: Ein Adler, der über eine hügelige Landschaft fliegt, umrahmt von einem Eichen- und Lorbeerkranz, gekrönt von der bayerischen Königskrone.


Fliegerabzeichen der Kaiserlichen Marine

Abzeichen für Marine-Flugzeugführer auf Seeflugzeugen (1913)

Gestiftet: 31. Mai 1913 von Kaiser Wilhelm II.
Verliehen an: Marine-Flugzeugführer auf Seeflugzeugen.
Aussehen: Ein nach links fliegender Adler über Wellen und der Insel Helgoland, umrahmt von Eichen- und Lorbeerkranz mit Kaiserkrone.

Abzeichen für Marine-Flugzeugführer auf Landflugzeugen (1915)

Gestiftet: 23. Februar 1915
Verliehen an: Marine-Flugzeugführer auf Landflugzeugen.
Aussehen: Ähnlich dem Seeflugzeugführer-Abzeichen, jedoch mit Festung, Fluss und Bergen anstelle der Wellen und Helgolands.

Abzeichen für Beobachter auf Marineflugzeugen (1915)

Gestiftet: 28. Mai 1915
Verliehen an: Beobachter auf Marineflugzeugen.
Aussehen: Sitzender Seeadler auf einem Felsen, flankiert von Wasser mit aufgehender Sonne, umrahmt von Eichen- und Lorbeerkranz mit Kaiserkrone.

Erinnerungsabzeichen für Marine-Flugzeugführer und -Beobachter (1916)

Gestiftet: 26. Oktober 1916
Verliehen an: Ehemalige Marine-Flugzeugführer und -Beobachter.
Aussehen: Ein nach rechts fliegender Adler über Wasser und der Insel Helgoland, umrahmt von Eichen- und Lorbeerkranz mit Kaiserkrone.


Ehrenpokal und Ehrenpreis für den Sieger im Luftkampf

Ehrenpokal für den Sieger im Luftkampf (Heer)

Gestiftet: 27. Februar 1915
Verliehen an: Erfolgreiche Jagdflieger der deutschen Luftstreitkräfte (Heer).
Material: Silber, innen vergoldet, oder versilbertes unedles Material.
Design: Pokal mit zwei geprägten, kämpfenden Adlern, auf drei Kugelfüßen und separatem Holzsockel, Inschrift „Dem Sieger im Luftkampf", überreicht in einem großen aufklappbaren Etui.
Vergabe: An Offiziere und Unteroffiziere, nicht an Mannschaften. Mindestvoraussetzung: drei bestätigte Luftsiege. Nicht tragbare Ehrenauszeichnung, oft als Vorstufe zum „Blauen Max" (Pour le Mérite) gesehen.

Ehrenpreis für den Sieger im Luftkampf der Kaiserlichen Marine

Der Ehrenpreis für den Sieger im Luftkampf der Kaiserlichen Marine diente als Anerkennung für Marineflieger, die feindliche Schiffe versenkten oder feindliche Flugzeuge abgeschossen hatten. Marineflieger gewannen im Ersten Weltkrieg zunehmend an Bedeutung, insbesondere beim Schutz der Nord- und Ostsee.

Ehrenpokal für erfolgreiche Angriffe aus der Luft / Luftschiffer (Thor-Pokal)

Gestiftet: 1917
Verliehen an: Marineluftschiffer, die besondere Erfolge im Luft- oder Seekampf erzielt hatten.
Material: Pokal wie der Ehrenpokal für den Sieger im Luftkampf (Heer), bloß mit einem Thor mit Hammer, überreicht in einer großen aufklappbaren Schatulle bzw. einem Etui.
Vergabe: Nur an Marineluftschiffer mit erfolgreichen Luftangriffen.


Quellen und weiterführende Themen

Quelle: de.wikipedia.org – Deutsche Fliegerabzeichen.

Weiterführende Themen in der Infothek: preußische und kaiserliche Orden bis 1918, Orden und Ehrenzeichen des Dritten Reiches, Herstellerlisten RZM, LDO und Präsidialkanzlei sowie das Ordensgesetz 1957 der Bundesrepublik. Wer sich mit Fliegerabzeichen des Deutschen Kaiserreichs bis 1918 beschäftigt, findet weitere Fachartikel zu Einzelstücken in der Militaria-Infothek.


Ankauf & Bewertung

Kontakt

Thomas Huss & Söhne / German Historica

Direkter Draht für Fragen rund um Ankauf, Bewertung und historische Einordnung militärhistorischer Objekte.

Autor / fachliche Verantwortung
Thomas Huss · Dipl.-Ing. · German Historica / Militaria Kiel

Quelle: Wikipedia (Deutsche Fliegerabzeichen).