Kriegsverdienstkreuz-Verleihungsurkunde eines Konsulatssekretärs I. Klasse aus dem diplomatischen Dienst: Diese Urkunde zum Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse stammt aus einem umfangreichen Urkunden- und Dokumentennachlass eines Beamten des diplomatischen Dienstes und wurde am 30. Januar 1945 ausgestellt.


Die Verleihungsurkunde im Detail

Was ist das?

Es handelt sich um eine Verleihungsurkunde zum Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse, ausgestellt für einen Konsulatssekretär I. Klasse im diplomatischen Dienst. Die Urkunde ist Teil eines umfangreichen Nachlasses desselben Beamten, zu dem neben dieser Urkunde weitere Ausweise, Urkunden und Besitzzeugnisse gehören.

Die Klassen des Kriegsverdienstkreuzes im Überblick

Das Kriegsverdienstkreuz wurde am 18. Oktober 1939 durch Adolf Hitler gestiftet, zunächst in zwei Klassen: der 2. Klasse und der 1. Klasse, jeweils mit und ohne Schwerter. Die Ausführung ohne Schwerter war für Verdienste ohne unmittelbare Feindberührung vorgesehen, die Ausführung mit Schwertern für Leistungen unter Feindeinwirkung. Am 19. August 1940 wurde die Stiftung um zwei weitere Stufen erweitert: die Kriegsverdienstmedaille als niedrigste Stufe, die nur ohne Schwerter verliehen wurde, sowie das Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes als neue höchste Stufe, ebenfalls mit und ohne Schwerter. Die Verleihung des Ritterkreuzes behielt sich Hitler persönlich vor. Am 8. Juli 1944 kam mit dem Goldenen Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes eine weitere, äußerst selten vergebene Stufe hinzu. Während die unteren Stufen millionenfach verliehen wurden, blieben die Ritterkreuze seltene Auszeichnungen. Die 2. Klasse wurde in Bronze ausgeführt, die 1. Klasse und das Ritterkreuz in Silber.

Historischer Zusammenhang

Nach den vorliegenden Unterlagen war der Beamte unter anderem im Bereich der Nachrichtenübermittlung tätig. Diese Abteilung war auch für die Verschlüsselung der diplomatischen Kommunikation zuständig, die in vielen Fällen mit der Enigma erfolgte. Zu seinen dienstlichen Tätigkeiten liegen mehrere originale Unterlagen vor. Mehr Hintergründe zu Nachlässen aus dem diplomatischen Bereich finden sich auch in der Militaria-Infothek.

Die Unterschrift Joachim von Ribbentrops

Die Urkunde ist mit der Unterschrift von Joachim von Ribbentrop versehen. Ribbentrop war von 1938 bis 1945 Reichsminister des Auswärtigen und damit Leiter des deutschen diplomatischen Dienstes. Nach dem Krieg wurde er im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess verurteilt, unter anderem wegen seiner Mitverantwortung für die völkerrechtswidrige Vorbereitung und Führung von Angriffskriegen sowie für die diplomatische Absicherung und Mitwirkung an Verfolgungs- und Deportationsmaßnahmen. 1946 wurde er hingerichtet.

Sammlerische Bedeutung

Die Kombination aus Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse, diplomatischem Verwendungsbereich, spätem Ausstellungsdatum und der konkreten Provenienz aus diesem Nachlass ist in dieser Form sehr selten. Eine Kriegsverdienstkreuz-Verleihungsurkunde eines Konsulatssekretärs I. Klasse mit dieser Kombination aus Ausstellungsdatum, Dienstbereich und Provenienz taucht in dieser Form kaum auf.


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Autor / fachliche Verantwortung
Thomas Huss · Dipl.-Ing. · German Historica / Militaria Kiel

Quellen: Eigene Primärquelle (Dokumente und Urkunden aus dem beschriebenen Nachlass, Sammlung Thomas Huss, german-historica.de); biografische Angaben zu Joachim von Ribbentrop laut Urteil des Internationalen Militärgerichtshofs Nürnberg (1946) sowie Beständen des Bundesarchivs zum Auswärtigen Amt 1938–1945; allgemeine Angaben zu den Klassen des Kriegsverdienstkreuzes laut Wikipedia-Lexikonartikel „Kriegsverdienstkreuz (1939)"; rechtlicher Rahmen: StGB §§ 86, 86a.