Militärische Taucheruhren sind bei Sammlern historischer Armbanduhren gesucht. Besonders bekannt sind die Tudor Submariner der amerikanischen Navy SEALs und der französischen Marine, die Rolex MilSub der Royal Navy, die Panerai-Kampfschwimmeruhren der deutschen Kriegsmarine sowie die Blancpain Fifty Fathoms und IWC Ocean der Bundesmarine.

Viele dieser Uhren wurden nach ihrer militärischen Verwendung privat weitergetragen und gelangten später in Familiennachlässe. Nicht immer wissen die heutigen Besitzer, dass eine ältere Armbanduhr ursprünglich für militärische Taucher, Kampfschwimmer oder andere Spezialeinheiten bestimmt war.


Militärische Taucheruhren von Tudor und Rolex

Tudor Submariner – Die Taucheruhr der US Navy SEALs

Die Tudor Oyster Prince Submariner kam 1954 auf den Markt. Wenige Jahre später beschaffte die US Navy die ersten Modelle für ihre Taucher. Nach der Gründung der Navy SEALs 1962 trugen auch Angehörige dieser Spezialeinheit Tudor Submariner, vor allem die Referenz 7928, die im Vietnamkrieg zum Einsatz kam.

Die Uhren waren wasserdicht, robust und hatten eine drehbare Taucherlünette. Es waren Arbeitsuhren, die militärisch wie zivil getragen wurden.

Tudor Submariner 7928 – Eine Uhr aus unserer eigenen Sammlung

Eine solche 7928 aus dem Jahr 1967 konnten wir direkt vom Erstbesitzer erwerben. Die Uhr wurde jahrzehntelang getragen und lag danach wegen eines Defekts lange unbenutzt in einer Schublade. Nach dem Ankauf wurde sie instand gesetzt.

Eine militärische Verwendung dieser Uhr ist nicht belegt. Sie entspricht aber einer Referenz, die auch die amerikanische Marine einsetzte. Ihre Geschichte beschreiben wir in einem eigenen Beitrag: Tudor Submariner 7928 von 1967.

Tudor Marine Nationale – Taucheruhren der französischen Marine

Die französische Marine Nationale erprobte Tudor Submariner bereits 1956 und setzte sie danach über Jahrzehnte ein. Gesucht sind vor allem die blauen Modelle mit den sogenannten Snowflake-Zeigern. Viele militärische Exemplare tragen auf dem Gehäuseboden die Gravur „M.N.“ und eine Jahreszahl.

Rolex MilSub – Taucheruhren der Royal Navy

Auch die britische Royal Navy verwendete Rolex Submariner als militärische Taucheruhren. Die sogenannten MilSub-Modelle wurden in den 1970er-Jahren an das britische Verteidigungsministerium geliefert. Sie haben besondere Zeiger und militärische Kennzeichnungen auf dem Gehäuseboden und sind heute selten.

Auch ältere zivile Rolex Submariner sind für Sammler interessant und werden von uns angekauft.

Panerai Radiomir – Kampfschwimmeruhren der Kriegsmarine

Panerai war das erste Unternehmen, das Uhren gezielt für Kampfschwimmer entwickelte. Im Zweiten Weltkrieg trugen deutsche und italienische Kampfschwimmer diese großen Taucheruhren. Die Radiomir Referenz 3646 entstand für die italienische Marine, das Uhrwerk kam von Rolex. Während des Krieges gelangten die Uhren auch zu den deutschen Kampfschwimmern der Kriegsmarine.

Typisch sind das große Stahlgehäuse, das gut ablesbare Leuchtzifferblatt und das lange Lederarmband, das über dem Taucheranzug getragen werden konnte.

Panerai bei den Kleinkampfverbänden der Kriegsmarine

Die deutschen Kampfschwimmer gehörten zu den Kleinkampfverbänden der Kriegsmarine und wurden in den letzten Kriegsjahren für Unterwassereinsätze ausgebildet.

Originale Panerai aus diesem Zusammenhang sind äußerst selten. Manche sind zusammen mit Soldbüchern, Fotografien oder Kompassen ihrer Träger erhalten geblieben. Ein Beispiel ist die Panerai Radiomir des Kampfschwimmers Valentin Kohmann, die 2014 mit Kompass und Unterlagen versteigert wurde. Gerade solche zusammengehörigen Nachlässe sind militärhistorisch aufschlussreich.

Taucheruhren der Bundesmarine: Blancpain und IWC

Blancpain Fifty Fathoms und Barakuda

Mit dem Aufbau der Bundesmarine ab 1956 brauchten Taucher und Kampfschwimmer neue militärische Taucheruhren. In den 1960er-Jahren lieferte der deutsche Tauchausrüster Barakuda die Blancpain Fifty Fathoms. Einige Bundeswehr-Modelle tragen das rote Zeichen „3H“ auf dem Zifferblatt, ein Hinweis auf Tritium-Leuchtmasse.

Originale Stücke mit nachgewiesener Bundeswehr-Herkunft sind heute gesuchte Sammlerstücke.

IWC Porsche Design Ocean – Kampfschwimmeruhren der Bundeswehr

In den 1980er-Jahren entwickelte IWC gemeinsam mit Porsche Design die Ocean-Taucheruhren mit Titangehäuse. Für die Bundeswehr entstanden eigene Ausführungen, die Sammler „Ocean BUND“ nennen. Die Kampfschwimmer bekamen Quarzuhren, andere Marinetaucher Automatikuhren und die Minentaucher eine Version, die nicht auf Magnetismus reagiert.

Die militärischen Modelle unterscheiden sich in Details von der zivilen Ocean 2000. Gesammelt werden heute beide.

Kampfschwimmeruhren heute – neue Anforderungen an die Technik

Die Kampfschwimmer sind die älteste Spezialeinheit der Bundeswehr. Seit 1974 sind sie in Eckernförde bei Kiel stationiert, seit 2014 bilden sie den Kern des Kommandos Spezialkräfte der Marine (KSM).

Ihr Auftrag ist breiter geworden. Kampfschwimmer werden heute zu Wasser, an Land und aus der Luft eingesetzt. Wer als Einzelkämpfer oder im kleinen Trupp ohne Unterstützung arbeitet, muss sich auf seine Ausrüstung verlassen können. Das gilt auch für die Uhr.

Seit 2016 trägt das KSM eine eigene Dienstuhr von Sinn aus Frankfurt am Main, den Einsatzzeitmesser UX S Kampfschwimmer. Die Anforderungen dafür hatte die Bundeswehr in einer Ausschreibung festgelegt. Das Gehäuse ist aus seewasserbeständigem U-Boot-Stahl und mit Öl gefüllt. Dadurch bleibt das Zifferblatt unter Wasser aus jedem Blickwinkel ohne Spiegelung ablesbar. Die Uhr wird nur für das KSM gefertigt und ist nicht frei verkäuflich.

Der Vergleich zeigt, wie sich militärische Taucheruhren entwickelt haben. Bei Panerai ging es vor allem um Ablesbarkeit unter Wasser, bei IWC um Titan und Schutz vor Magnetismus. Heute muss eine Dienstuhr in jeder Lage funktionieren, unter Wasser wie an Land.

Taucheruhren weiterer Marinen

Auch andere Streitkräfte verwendeten militärische Taucheruhren, darunter die südafrikanische und die kanadische Marine. Nicht jede Dienstuhr war eine Sonderanfertigung. Häufig wurden handelsübliche Modelle beschafft und im Dienst getragen.

Militärische Taucheruhren erkennen – Gravuren, Hersteller und Originalzustand

Nicht jede militärisch verwendete Taucheruhr ist gekennzeichnet. Gerade ältere Tudor und Rolex wurden oft in ziviler Ausführung getragen. Andere haben Gravuren wie BUND, M.N. oder Versorgungsnummern auf dem Gehäuseboden.

Wer eine alte Taucheruhr geerbt hat, findet Hinweise auf die Herkunft vor allem hier:

  • Gravuren auf dem Gehäuseboden
  • Hersteller und Seriennummer
  • Zubehör wie alte Armbänder, Papiere und Dienstfotos

Ältere Uhren wurden im Dienst oft repariert. Ausgetauschte Teile sprechen deshalb nicht gegen eine militärische Herkunft. Auch defekte militärische Taucheruhren können interessant sein.

Vor einer Beurteilung sollte die Uhr möglichst nicht gereinigt oder restauriert werden.

Militärische Fliegeruhren und Beobachtungsuhren behandeln wir in einem eigenen Beitrag: Fliegeruhren – Geschichte und Wert. Weitere militärhistorische Themen finden Sie in unserer Militaria-Infothek.

Quellen

  • Tudor, Genf — Firmengeschichte „Militärische Taucheruhren“, tudorwatch.com.
  • Revolution, Fachmagazin — Ross Povey: „The Tudor MilSub Part II“ sowie „Blancpain Fifty Fathoms Barakuda“.
  • Watchtime, Fachmagazin — „Kampfschwimmeruhren von Blancpain, IWC, Tudor, Panerai, Sinn und Luminox“ sowie „Vintage Panerai: Die Pape-Radiomir Referenz 3646“.
  • Fratello, Fachmagazin — „The IWC Porsche Design Ocean BUND“.
  • Deutsche Marine, Eckernförde — Pressemitteilung zum Kommando Spezialkräfte der Marine, 2019.
  • Sinn Spezialuhren, Frankfurt am Main — Produktdatenblatt UX S (EZM 2B).
  • taucher.net — „Kampfschwimmer der Marine mit Sinn-Uhr unterwegs“, 07.06.2016.
  • Eigene Sammlung, Kiel — Tudor Oyster Prince Submariner 7928/0 von 1967.

Militärische Taucheruhren gesucht – Ankauf in Kiel und Schleswig-Holstein

Wir suchen alte militärische Armbanduhren der Kriegsmarine, Luftwaffe, Bundeswehr, Bundesmarine und internationaler Streitkräfte.

Besonders interessieren uns folgende Hersteller und Modelle:

  • Tudor — Oyster Prince Submariner, 7922, 7924, 7928, 7016, 9401
  • Rolex — Submariner, MilSub, 5512, 5513, 5517, 1680
  • Panerai — Radiomir, Referenz 3646 und historische Kampfschwimmeruhren
  • Blancpain — Fifty Fathoms, Barakuda, BUND 3H
  • IWC — Ocean BUND, Ocean 2000

Militärische Fliegeruhren kaufen wir ebenfalls an.

Alte Taucheruhr geerbt?

Nicht selten befinden sich historische Militäruhren seit Jahrzehnten in Familienbesitz. Viele wurden nach ihrer ursprünglichen Verwendung ganz normal im Alltag weitergetragen.

Auch eine defekte Uhr, ein beschädigtes Zifferblatt oder ein fehlendes Armband schließen einen Ankauf nicht aus.

Sie besitzen eine alte Tudor, Rolex, Panerai, Blancpain, IWC oder eine andere historische Militäruhr und möchten diese verkaufen?

Senden Sie uns zunächst einige Fotos von Vorder- und Rückseite sowie möglichst Angaben zur Herkunft. Wir prüfen, ob die Uhr für uns interessant ist.

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Ein verbindliches Ankaufangebot erfolgt nach persönlicher Besichtigung.

Wir kaufen historische Armbanduhren, militärische Ausrüstung und Nachlässe in Kiel und Schleswig-Holstein. Termine bei Ihnen zu Hause oder bei uns sind nach Absprache möglich.

Weitere Informationen:

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Thomas Huss & Söhne / German Historica

Direkter Draht für Fragen rund um Ankauf, Bewertung und historische Einordnung militärhistorischer Objekte.