Spange zum Eisernen Kreuz 1939 – Verleihung, Hersteller und die Ausführung von 1957.Die Spange zum Eisernen Kreuz 1939 gehört zu den Auszeichnungen, die im Sammlerbereich häufig missverstanden werden – vor allem in Abgrenzung zur Wiederholungsspange von 1914 und zur veränderten Ausführung von 1957. Der folgende Beitrag ordnet Stiftung, Verleihungsvoraussetzungen, Herstellerzuordnungen und die verschiedenen Ausführungen chronologisch ein.
- Die Wiederholungsspange von 1914 als Vorläufer
- Stiftung der Spange zum Eisernen Kreuz 1939
- Voraussetzungen für die Verleihung
- Spange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse
- Spange zum Eisernen Kreuz 1. Klasse
- Gestaltung und Herstellung
- Hersteller der Spange zum Eisernen Kreuz 1939
- Urkunden und Besitzzeugnisse
- Verleihungszahlen
- Die Ausführung von 1957
- Unterschiede zwischen den Ausführungen
Die Spange zum Eisernen Kreuz 1939 – Verleihung, Hersteller und die Ausführung von 1957
Die Wiederholungsspange von 1914 als Vorläufer
Die Spange zum Eisernen Kreuz von 1939 hatte einen Vorläufer aus dem Ersten Weltkrieg. Nach der erneuten Stiftung des Eisernen Kreuzes am 5. August 1914 stellte sich die Frage, wie mit den noch lebenden Trägern des Eisernen Kreuzes aus dem Krieg von 1870/71 zu verfahren war, wenn sie sich erneut auszeichneten.
Wilhelm II. stiftete deshalb am 4. Juni 1915 eine silberne Spange für Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse von 1870/71, die sich im laufenden Krieg auf dem Kriegsschauplatz oder in der Heimat besondere Verdienste erworben hatten.
Diese heute gewöhnlich als Wiederholungsspange 1914 bezeichnete Auszeichnung besteht aus einem waagerechten silbernen Balken. In der Mitte befindet sich ein verkleinertes Eisernes Kreuz mit Krone, dem Buchstaben „W" und der Jahreszahl 1914. Bei besseren Ausführungen ist das kleine Kreuz schwarz emailliert. Bekannt sind Stücke mit rückseitigen Splinten, Haltebügeln oder einer Broschierung.
Die Wiederholungsspange wurde auf dem Band des Eisernen Kreuzes 2. Klasse von 1870 getragen. Befand sich dort bereits das 1895 gestiftete Jubiläumseichenlaub mit der Zahl 25, wurde die Wiederholungsspange darüber angebracht.
Die Wiederholungsspange von 1914 war ausschließlich für das Eiserne Kreuz 2. Klasse von 1870/71 vorgesehen. Eine entsprechende Spange zur 1. Klasse wurde nicht gestiftet. Auch wenn ein Träger zusätzlich das Eiserne Kreuz 1. Klasse von 1870 besaß, wurde die Spange auf dem Band der 2. Klasse getragen.
Die Spange von 1914 bildete damit das Vorbild für die spätere Regelung von 1939. Anstelle eines zweiten Eisernen Kreuzes derselben Klasse wurde das bereits vorhandene Kreuz durch eine besondere Spange ergänzt.
Stiftung der Spange zum Eisernen Kreuz 1939
Mit der Verordnung über die Erneuerung des Eisernen Kreuzes vom 1. September 1939 wurde das Eiserne Kreuz erneut gestiftet. Die Verordnung erschien am 2. September 1939 im Reichsgesetzblatt, Teil I, Seite 1573.
Artikel 5 regelte den Umgang mit Soldaten, die bereits das Eiserne Kreuz von 1914 besaßen. Wurde ihnen im Zweiten Weltkrieg dieselbe Klasse erneut verliehen, erhielten sie kein zweites Kreuz, sondern eine silberfarbene Spange mit dem damaligen Hoheitszeichen und der Jahreszahl 1939.
Es gab zwei Klassen:
- Spange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse
- Spange zum Eisernen Kreuz 1. Klasse
Die Bezeichnung Spange zum Eisernen Kreuz war die amtliche Bezeichnung. Sie erscheint in der Stiftungsverordnung, auf Verleihungsurkunden, Besitzzeugnissen und militärischen Unterlagen.
Der Begriff Wiederholungsspange ist heute im Sammlerbereich weit verbreitet, gehörte aber nicht zum amtlichen Namen der Auszeichnung.
Voraussetzungen für die Verleihung
Der Besitz eines Eisernen Kreuzes von 1914 genügte nicht. Auch die Teilnahme an beiden Weltkriegen führte nicht automatisch zur Verleihung der Spange.
Ein Träger des Eisernen Kreuzes von 1914 musste sich die entsprechende Klasse im Zweiten Weltkrieg erneut verdienen.
Ein Soldat, der das Eiserne Kreuz 2. Klasse von 1914 besaß und im Zweiten Weltkrieg erneut die 2. Klasse erhielt, bekam die Spange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse.
Besaß er das Eiserne Kreuz 1. Klasse von 1914 und wurde im Zweiten Weltkrieg erneut mit der 1. Klasse ausgezeichnet, erhielt er die Spange zum Eisernen Kreuz 1. Klasse.
Hatte ein Soldat im Ersten Weltkrieg nur das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten und erfüllte im Zweiten Weltkrieg erstmals die Voraussetzungen für die 1. Klasse, bekam er das reguläre Eiserne Kreuz 1. Klasse von 1939. Eine Spange zur 1. Klasse konnte nur verliehen werden, wenn der Soldat bereits das Eiserne Kreuz 1. Klasse von 1914 besaß.
Die Spangen zur 2. und 1. Klasse wurden getrennt verliehen. Deshalb können in Wehrpässen, Soldbüchern, Personalakten und Urkunden zwei verschiedene Verleihungsdaten erscheinen.
Spange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse
Die Spange zur 2. Klasse zeigt einen Adler mit ausgebreiteten Flügeln. Der Adler hält einen Eichenlaubkranz mit Hakenkreuz. Unter dem Adler befindet sich ein Feld mit der Jahreszahl 1939.
Getragen wurde die Spange auf dem schwarz-weißen Band des Eisernen Kreuzes 2. Klasse von 1914. Bei der Knopflochtrageweise saß sie auf dem Band im zweiten Knopfloch des Uniformrocks.
An der großen Ordensspange wurde sie ebenfalls auf dem Band des Eisernen Kreuzes von 1914 befestigt.
Die Rückseiten unterscheiden sich je nach Hersteller. Bekannt sind Ausführungen mit zwei oder vier Splinten, mit Halteklammern und mit aufschiebbaren Befestigungen. Daneben existieren kleine Auflagen für Feld- und Bandspangen.
Das Eiserne Kreuz von 1914 blieb Bestandteil der Ordensdekoration. Die Spange mit der Jahreszahl 1939 zeigte die erneute Verleihung der 2. Klasse an.
Spange zum Eisernen Kreuz 1. Klasse
Die Spange zur 1. Klasse zeigt dasselbe Grundmotiv, ist jedoch größer und breiter als die Ausführung zur 2. Klasse.
Sie wurde auf der linken Brustseite unmittelbar oberhalb des Eisernen Kreuzes 1. Klasse von 1914 getragen. Das Feld mit der Jahreszahl 1939 war dabei nach unten gerichtet und stand dicht über dem oberen Kreuzarm.
Die Spange war gewöhnlich mit einem waagerechten Nadelsystem versehen. Daneben sind Stücke mit Schraubbefestigung bekannt.
Kreuz und Spange waren ursprünglich zwei getrennte Teile. Es kommen jedoch auch zeitgenössische Kombinationen vor, bei denen die Spange dauerhaft mit dem Eisernen Kreuz verbunden wurde.
Die Spange zur 1. Klasse ersetzte nicht das Eiserne Kreuz von 1914. Sie wurde zusätzlich darüber getragen.
Gestaltung und Herstellung
Die Stiftungsverordnung bezeichnete die Auszeichnung als „silberne Spange". Das bedeutete nicht, dass sämtliche Stücke aus massivem Silber gefertigt wurden. Gemeint war in erster Linie die silberfarbene Ausführung.
Die Spangen wurden von verschiedenen Ordensherstellern gefertigt. Bekannt sind frühe Ausführungen aus versilbertem Buntmetall sowie spätere Fertigungen aus versilbertem oder beschichtetem Zink. Viele Spangen tragen keine Herstellerkennzeichnung.
Die Hersteller verwendeten unterschiedliche Prägewerkzeuge. Abweichungen finden sich vor allem bei:
- Form und Länge der Flügel
- Gestaltung des Adlerkopfes
- Zeichnung des Gefieders
- Form des Eichenlaubkranzes
- Größe und Schriftform der Jahreszahl 1939
- Form des unteren Jahreszahlenfeldes
- Material und Oberflächenbehandlung
- rückseitiger Befestigung
Die im Sammlerbereich verwendeten Begriffe wie erste Form, zweite Form oder Herstellervariante bezeichnen unterschiedliche Modelle und Fertigungen. Sie stellen keine amtlichen Klassen oder zusätzlichen Stufen dar.
Hersteller der Spange zum Eisernen Kreuz 1939
Die Spangen wurden entweder mit einer Nummer der Präsidialkanzlei (PK) für Verleihungsstücke oder mit einer LDO-Kennzeichnung (Leistungsgemeinschaft der Deutschen Ordenshersteller) für den privaten Nachkauf versehen. Ein großer Teil der Stücke blieb unmarkiert. Die folgende Zuordnung fasst die im Sammlerbereich dokumentierten Hersteller zusammen:
| Hersteller | Ort | Kennzeichnung | 1. Klasse | 2. Klasse |
|---|---|---|---|---|
| Deschler & Sohn | München | meist unmarkiert; PK 1 | – | ja |
| C. E. Juncker | Berlin | L/12 | ja | ja |
| Wilhelm Deumer | Lüdenscheid | L/11 | ja | ja |
| Paul Meybauer | Berlin | L/13 | ja | ja |
| Friedrich Orth | Wien | L/14 | ja | ja |
| Otto Schickle | Pforzheim | L/15 | ja | ja |
| Steinhauer & Lück | Lüdenscheid | L/16 | ja | ja |
| Hermann Wernstein | Jena-Löbstedt | L/17 | ja | ja |
| B. H. Mayer | Pforzheim | L/18 | ja | ja |
| C. F. Zimmermann | Pforzheim | L/52 | ja | nicht eindeutig belegt |
| Hymmen & Co. | Lüdenscheid | L/53 | ja | ja |
| Schauerte & Höhfeld | Lüdenscheid | L/54 | ja | nicht eindeutig belegt |
| Funcke & Brüninghaus | Lüdenscheid | L/56 | ja | ja |
| Boerger & Co. | Berlin | L/57 | ja | ja |
| J. E. Hammer & Söhne | Geringswalde | PK 55, meist unmarkiert | – | ja |
| Ziemer & Söhne | Oberstein an der Nahe | PK 111, meist unmarkiert | – | ja |
| Petz & Lorenz | Unterreichenbach | keine bekannte LDO-Kennzeichnung | ja | nicht eindeutig belegt |
| Eugen Schmidhäußler | Pforzheim | unmarkiert | ja | nicht eindeutig belegt |
Eine vollständige, geschlossene Herstellerliste gilt in der Fachliteratur weiterhin als nicht gesichert. Ein Teil der Originalstücke bleibt „unbekannter Hersteller".
Urkunden und Besitzzeugnisse
Zur Verleihung wurde eine Urkunde oder ein Besitzzeugnis ausgestellt.
Neben aufwendig gestalteten Verleihungsurkunden sind vorläufige Besitzzeugnisse, einfache Truppenurkunden und Eintragungen in Wehrpässen, Soldbüchern und Personalunterlagen bekannt.
Auf den Dokumenten finden sich unter anderem folgende Bezeichnungen:
- Spange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse
- Spange zum Eisernen Kreuz 1. Klasse
Teilweise wurde die Bezeichnung durch den Zusatz „1939" oder durch einen Hinweis auf das Eiserne Kreuz des Weltkrieges ergänzt. Die Gestaltung der Urkunden war nicht einheitlich und konnte je nach Wehrmachtteil, Truppenteil und Ausstellungszeit unterschiedlich ausfallen.
Verleihungszahlen
Eine vollständige und gesicherte Gesamtzahl der zwischen 1939 und 1945 verliehenen Spangen zur 2. und 1. Klasse ist nicht überliefert.
Die Spange konnte nur an Personen verliehen werden, die bereits im Ersten Weltkrieg die entsprechende Klasse des Eisernen Kreuzes erhalten hatten und im Zweiten Weltkrieg erneut die Voraussetzungen erfüllten. Der mögliche Empfängerkreis war deshalb erheblich kleiner als beim regulären Eisernen Kreuz von 1939.
Veröffentlichte Zahlen beruhen teilweise auf erhaltenen Verleihungslisten, Personalunterlagen oder späteren Berechnungen. Da ein Teil der Unterlagen verloren ging, lässt sich daraus keine abschließende Gesamtzahl ableiten.
Die Ausführung von 1957
Mit dem Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 wurde das Tragen bestimmter Auszeichnungen aus der Zeit von 1933 bis 1945 wieder zugelassen, sofern nationalsozialistische Zeichen entfernt wurden.
Die Spange zum Eisernen Kreuz durfte deshalb nur in veränderter Form getragen werden. Adler und Hakenkreuz entfielen. Die neue Ausführung zeigt einen waagerechten Balken mit einem kleinen Eisernen Kreuz zwischen den Ziffern 19 und 39.
Die Spange zur 2. Klasse wurde auf dem Band des Eisernen Kreuzes von 1914 befestigt. Die Ausführung zur 1. Klasse wurde über dem Eisernen Kreuz 1. Klasse von 1914 getragen.
Die sogenannte 1957er Ausführung war keine neue Verleihung. Sie war lediglich die gesetzlich zugelassene Trageform der bereits zwischen 1939 und 1945 verliehenen Spange.
Unterschiede zwischen den Ausführungen
Die drei Ausführungen dürfen nicht miteinander verwechselt werden.
Die Wiederholungsspange 1914 wurde 1915 für Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse von 1870/71 gestiftet. Sie zeigt auf einem waagerechten Balken ein kleines Eisernes Kreuz mit der Jahreszahl 1914.
Die Spange zum Eisernen Kreuz 1939 wurde an Inhaber des Eisernen Kreuzes von 1914 verliehen, die sich im Zweiten Weltkrieg erneut die entsprechende Klasse verdienten. Sie zeigt den Adler, den Eichenlaubkranz mit Hakenkreuz und die Jahreszahl 1939.
Die 1957er Ausführung ist die gesetzlich zugelassene, veränderte Trageform der Spange von 1939. Sie zeigt einen waagerechten Balken mit einem kleinen Eisernen Kreuz zwischen den Ziffern 19 und 39. Eine neue Verleihung war damit nicht verbunden.
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Quellen: Verordnung über die Erneuerung des Eisernen Kreuzes vom 1. September 1939 (RGBl. I, S. 1573); Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957; Maerz, Dietrich; Klietmann, Kurt-Gerhard; Weber, Sascha.