SS-Röhm-Ehren-Dolch – warum Ernst Röhm diesen verlieh. Wir zeigen hier zwei sehr seltene SS-Röhmdolche. Der Dolch mit erhaltener Widmung stammt von Eickhorn, der ausgeschliffene von Böker. Bei einem wurde die Röhmwidmung wie vorgeschrieben entfernt. Der andere blieb unverändert. Sein Besitzer ließ die Klinge nicht abändern.


Die frühe Widmung Ernst Röhms

Der SS-Ehren-Dolch trug in seiner ersten Ausführung dieselbe Widmung wie der SA-Ehrendolch: „In herzlicher Kameradschaft Ernst Röhm". Das lag daran, dass die SS damals noch der SA unterstand und Röhm der Stabschef der SA war.

Stückzahlen und Seltenheit

Von den frühen SS-Dolchen mit Röhmwidmung gab es nur rund 9.900 Stück, bei den SA-Dolchen mit Röhmwidmung etwa 125.000. Das lag an der deutlich geringeren Stärke der SS. Hinzu kam, was aus damaliger Sicht nachvollziehbar war: Innerhalb der SS war die Bereitschaft wesentlich größer, die Klinge von dieser Widmung zu bereinigen. Vollständig erhaltene SS-Röhmdolche sind deshalb selbst im Verhältnis zur damaligen Stärke von SS und SA extrem selten.

Hersteller der SS-Röhmdolche

Als anerkannte Hersteller von SS-Ehrendolchen mit Röhmwidmung gelten sechs Firmen: Carl Eickhorn, Heinrich Böker, Gottlieb Hammesfahr, Richard Herder, Robert Klaas und Wilhelm Kober. Am häufigsten kommen Eickhorn und Böker vor. Beide verwendeten auf den Widmungsklingen ein kleines Herstellerlogo.

Verleihung, SS-Nummer und Entfernung der Widmung

Verliehen wurde der Dolch ab Februar 1934 an SS-Männer mit ununterbrochener Dienstzeit seit dem 31. Dezember 1931 sowie an Übertritte aus der Hitlerjugend vor diesem Datum. Ab April 1934 war eine Besitzurkunde vorgeschrieben, die SS-Nummer des Trägers wurde unter der Parierstange eingeschlagen. Nach dem 30. Juni 1934 wurde die Entfernung der Widmung angeordnet. Manche Besitzer ließen nur den Namen Röhm entfernen, andere die gesamte Inschrift ausschleifen.

1934 – Der Machtkampf zwischen SS und SA

1934 spielte die SS bei der Ausschaltung Röhms und der SA-Führung die zentrale Rolle. Der sogenannte „Röhm-Putsch" war der Vorwand für das Vorgehen gegen die SA-Spitze. Mit der Beseitigung der SA-Führung erreichte der Machtkampf zwischen SS und SA seinen Höhepunkt. Danach verlieh Himmler Dolche mit der Widmung „In herzlicher Kameradschaft H. Himmler" an SS-Männer, die an den Vorgängen von 1934 beteiligt waren. Die Zahl dürfte insgesamt zwischen 200 und 400 Stück gelegen haben. Während Röhm ermordet und sein Name von den Klingen entfernt wurde, trat nun Himmler an seine Stelle und ausgezeichnet wurden damit genau jene Männer, die die sogenannte Säuberung ausführten.

Den ausführlichen Beitrag zum SA-Ehrendolch mit Röhmwidmung finden Sie in unserem Artikel SA-Ehrendolch mit „In herzlicher Kameradschaft Ernst Röhm" – Hintergrund und historische Einordnung.


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