U-Boot-Gemälde mit direktem Kieler Bezug: Der Marine- und Landschaftsmaler Albert Peins (1894–1974) aus Kiel malte 1936 das deutsche U-Boot U 35. Das Boot entstand im selben Jahr auf der Friedrich Krupp Germaniawerft in Kiel-Gaarden.
Inhalt
U 35 und die Germaniawerft in Kiel
Die Friedrich Krupp Germaniawerft in Kiel-Gaarden war bereits im Kaiserreich eine der bedeutenden deutschen Kriegsschiffwerften. Während des Ersten Weltkrieges entstanden dort zahlreiche U-Boote für die Kaiserliche Marine.
Nach dem Ersten Weltkrieg war Deutschland durch den Versailler Vertrag der Bau militärischer U-Boote untersagt. Im Zuge der nationalsozialistischen Wiederaufrüstung wurde der U-Boot-Bau ab 1935 wieder aufgenommen.
U 35 gehörte zum Typ VII A, einer frühen Baureihe der Kriegsmarine. Insgesamt entstanden zehn Boote dieses Typs. Sie bildeten die Grundlage für die später in großen Stückzahlen gefertigten Typ-VII-U-Boote.
U 35 entstand unter der Baunummer 558. Die Kiellegung erfolgte am 2. März 1936, der Stapellauf am 24. September und die Indienststellung am 3. November 1936 unter Kapitänleutnant Klaus Ewerth. Das Boot wurde der 2. U-Flottille „Saltzwedel“ zugeteilt.
Vor Kriegsbeginn unternahm U 35 Ausbildungs- und Auslandsfahrten und wurde auch während des Spanischen Bürgerkrieges eingesetzt. Später übernahm Kapitänleutnant Werner Lott das Kommando.
Am 29. November 1939 wurde U 35 nordwestlich von Bergen durch britische Zerstörer angegriffen. Nach schweren Wasserbombenangriffen musste das Boot aufgegeben und selbst versenkt werden. Alle 43 Besatzungsmitglieder überlebten und gerieten in britische Kriegsgefangenschaft.
Albert Peins – Marinemaler aus Kiel
Albert Julius Peins wurde 1894 in Kiel geboren und starb 1974. Er arbeitete als Landschafts- und Marinemaler und schuf neben Landschaftsbildern auch Schiffsporträts und Darstellungen deutscher Kriegsschiffe.
Von ihm stammen unter anderem die U-Boot-Gemälde von U 18 und U 25 sowie Bilder des Zerstörers „Wilhelm Heidkamp“ und der Staatsyacht „Grille“. Auch das Marine-Ehrenmal in Laboe hat er gemalt.
Seine Arbeiten tauchen heute gelegentlich im Kunst- und Auktionshandel auf. Für Sammler historischer Marinegemälde sind vor allem seine Darstellungen einzelner Kriegsschiffe interessant.
Bekannte deutsche Marinemaler – vom Kaiserreich bis zur Kriegsmarine
Die deutsche Marinemalerei erlebte im Kaiserreich eine Blütezeit. Der Ausbau der Kaiserlichen Marine, der Schiffbau und die großen Flottenmanöver lieferten zahlreiche Motive, ebenso die Kieler Woche, der Kaiserliche Yacht-Club und die Kieler Förde.
Zu den bedeutenden Marinemalern des Kaiserreiches zählten Carl Saltzmann (1847–1923), Hans Bohrdt (1857–1945) und Willy Stöwer (1864–1931). Sie malten Kriegsschiffe, Segelschiffe, Flottenmanöver und historische Marineereignisse. Hans Bohrdt und Willy Stöwer wurden von Kaiser Wilhelm II. besonders gefördert. Bohrdt war außerdem Mitglied des Kaiserlichen Yacht-Clubs in Kiel.
Ebenfalls bekannt waren Hans von Petersen (1850–1914), Alexander Kircher (1867–1939), Christopher Rave (1881–1933) und Michael Zeno Diemer (1867–1939). Ihre Themen waren Seestücke, historische Schiffsdarstellungen, Hafenansichten und Ereignisse der deutschen Seefahrt.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts traten vor allem Claus Bergen (1885–1964), Robert Schmidt-Hamburg (1885–1963), Johannes Holst (1880–1965) und Adolf Bock (1890–1968) hervor.
Claus Bergen nahm selbst an einer Unternehmung eines deutschen U-Bootes teil und verarbeitete diese Eindrücke in seinen U-Boot-Bildern aus dem Ersten Weltkrieg.
Robert Schmidt-Hamburg malte vor allem Segelschiffe, Handelsdampfer und Kriegsschiffe. Johannes Holst war insbesondere für seine Schiffsporträts bekannt, Adolf Bock malte neben Kriegsschiffen auch zahlreiche Seestücke.
Auch Walter Zeeden (1891–1961) hielt Schiffe und maritime Motive in Gemälden und Illustrationen fest.
Ein Marinegemälde von Robert Schmidt-Hamburg mit dem Kriegsmarine-Schulschiff „Horst Wessel“ haben wir bereits in unserem Kiel-Blog vorgestellt: Robert Schmidt-Hamburg – Kriegsmarine-Schulschiff „Horst Wessel“.
Neben den überregional tätigen Marinemalern gab es zahlreiche regionale Künstler. Albert Peins ist einer von ihnen. Seine Arbeiten haben einen unmittelbaren Bezug zur Kieler Marine- und Werftgeschichte.
Das U-Boot-Gemälde von U 35 aus dem Jahr 1936
Das Gemälde zeigt U 35 auf See. Es ist unten links signiert und auf 1936 datiert. Damit entstand es im Bau- und Indienststellungsjahr des Bootes auf der Kieler Germaniawerft.
Die Ölmalerei auf Holz misst ohne Rahmen etwa 51 × 37 cm und befindet sich in einem alten, dekorativen Rahmen. Das Gemälde stammt aus Privatbesitz und wurde nach unserer Kenntnis bislang nicht öffentlich zum Verkauf angeboten.
Ob Albert Peins das Bild im Auftrag eines Marineangehörigen, eines Werftmitarbeiters oder für einen privaten Käufer anfertigte, ist nicht bekannt.
Das Originalgemälde mit weiteren Abbildungen und Angaben finden Sie in unserem Onlineshop: Kriegsmarine U 35 – Originales Ölgemälde von Albert Peins, 1936
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Rechtlicher Hinweis (§§ 86, 86a StGB): Das Gemälde zeigt U 35 mit der Reichskriegsflagge, die ein Hakenkreuz trägt. Abbildung und Beschreibung erfolgen ausschließlich zur historischen Dokumentation und staatsbürgerlichen Aufklärung im Sinne von § 86 Abs. 4 StGB.