Einleitung
Der Dolch ist ein kleines, ungewöhnliches, aber aufschlussreiches Beispiel für die Entwicklung des Kieler Einzelhandels und der städtischen Strukturen im Umfeld der Kaiserlichen Marine.
Kaiserlicher Marine-Dolch mit Gravur „Rudolph Karstadt, Kiel Holstenstraße 18“
Der Dolch trägt auf dem oberen Teil der Scheide eine auffällig große Gravur:
„Rudolph Karstadt
Kiel Holstenstraße 18“
Auf Offiziersdolchen der Kaiserlichen Marine finden sich üblicherweise nur kleine Herstellerzeichen oder dezente Händlerinitialen auf der Klinge.
Eine ausgeschriebene Adresse auf der Scheide gehört nicht zu den üblichen Kennzeichnungen.
Bekannt sind dagegen kleine Namensgravuren auf der Scheide oder Geschenkwidmungen auf der Klinge.
Der Dolch zeigt, dass Karstadt – eigentlich ein Warenhaus – zeitweise auch Offiziersbedarf angeboten hat.
Fachgeschäfte wie August Lüneburg, Kohrt oder Geiger waren in diesem Bereich normalerweise die ersten Anlaufstellen.
Die Adresse: Holstenstraße 18
Die Gravur entspricht dem frühen Standort der Karstadt-Filiale in der Holstenstraße 18.
Die vollständige Anschrift an dieser Stelle deutet auf ein Stück hin, das nicht persönlich geführt wurde.
Karstadt in Kiel
Karstadt war ein bürgerliches Kaufhaus.
Zum Sortiment gehörten:
-
Bekleidung
-
Stoffe und Tuche
-
Knöpfe und Kurzwaren
-
Haushaltswaren
Marineartikel wurden nur ergänzend angeboten.
Die auffällige Beschriftung passt zu einem Dolch, der im Verkauf präsentiert wurde.
Fazit
Der Dolch mit der Gravur „Rudolph Karstadt, Kiel Holstenstraße 18“ wirkt aus meiner Sicht wie ein Schaufenster- bzw. Ausstellungsstück.
Die große, vollständig ausgeschriebene Gravur kann sowohl als Werbung gedient haben als auch als Kennzeichnung, um ein ungewolltes Weiterverkaufen zu verhindern.
Haben Sie Fotografien / Dolche / Abzeichen / Uniformen oder maritime Kunst anzubieten?
Wenn Sie historische Nachlässe, maritime Gemälde oder Marinemalerei verkaufen möchten, können Sie sich gerne an uns wenden. Wir sind im nördlichen Deutschland tätig, insbesondere im Raum Kiel, Rendsburg, Schleswig, Husum, Flensburg, Lübeck sowie Hamburg.
Wir gewährleisten eine sachliche Bewertung, transparente Provenienzangaben und eine seriöse Abwicklung.
Kontakt:
Thomas Huss
german-historica.de
E-Mail: t.huss@german-historica.de
Tel.: +49 173 2110274
0 Kommentare