Ausweis einer Frau für das Kriegsmarinearsenal Kiel
Der Ausweis wurde am 26. Juli 1943 vom Kriegsmarinearsenal Kiel ausgestellt. Er diente der Identifikation und dem Zutritt zu einer militärischen Anlage, konkret zum Bereich des Kriegsmarinearsenals Kiel. Der Reparatur-, Ausrüstungs- und Verwaltungsaufwand war so umfangreich, dass der Betrieb ohne zivile Arbeitskräfte und ab 1942/43 auch ohne den Einsatz von Zwangsarbeitern nicht aufrechtzuerhalten gewesen wäre.
Ausgestellt ist der Ausweis auf den Namen einer zivilen Mitarbeiterin. Angegeben sind Name, Vorname, Geburtsdatum sowie die ausgeübte Tätigkeit. Ergänzt wird das Dokument durch Lichtbild, Dienststempel und eigenhändige Unterschrift. Der Ausweis war Voraussetzung für den täglichen Zugang zum Betriebsgelände.
Die Haupttätigkeit des Kriegsmarinearsenals Kiel lag 1943 in der Instandsetzung, Reparatur und Ausrüstung von Schiffen und U-Booten. Bearbeitet wurden unter anderem U-Boote der Typen VII und IX, Zerstörer, Torpedoboote, Vorpostenboote, Sperrbrecher sowie Hilfs- und Versorgungsschiffe. Hinzu kamen Ausrüstungs- und Endarbeiten an Neubauten anderer Kieler Werften, etwa die Einrüstung von Bewaffnung, Funk- und Navigationstechnik vor der Indienststellung.
Derartige Arbeitsausweise waren im gesamten Bereich der Kriegsmarine üblich. Zivile Arbeitskräfte waren sowohl in Kiel als auch auf ausländischen Werften wie Lorient oder Saint-Nazaire tätig. Der Zugang zu den Betrieben erfolgte über solche Ausweise, die an den Werkstoren vorzuzeigen waren. Militärisches Personal verfügte über Truppenausweise oder das Soldbuch, teils ergänzt durch besondere Berechtigungskarten für sicherheitsrelevante Bereiche.
Neben kleineren und mittleren Einheiten wurden in Kiel auch Großkampfschiffe instand gesetzt und ausgerüstet. Dazu zählten unter anderem schwere Kreuzer, die sich zu Reparatur- und Ausrüstungsarbeiten im Kieler Raum befanden, sowie zeitweise auch Schlachtschiffe im Rahmen von Vorbereitungs-, Instandsetzungs- oder Liegezeiten.
Im April 1945 befand sich der schwere Kreuzer Admiral Scheer in Kiel. Nach schweren Luftangriffen kenterte das Schiff im Hafenbecken und blieb dort liegen. Eine Bergung oder Wiederinstandsetzung erfolgte nicht mehr. Das Wrack verblieb im Hafen und wurde nach Kriegsende schrittweise abgetragen.
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