Nicht tragbare Auszeichnungen der Wehrmacht sind Urkunden, Pokale, Schalen, Plaketten, Schilde, Medaillen ohne Band, Wimpel, Taschenuhren, Teller sowie Ehrennennungen, die offiziell oder halboffiziell verliehen wurden, aber nicht als Orden, Spange oder Kampfabzeichen dauerhaft an der Uniform getragen wurden. Eine Urkunde kann eine reine Anerkennung sein. Ein Pokal kann ein offizieller Ehrenpreis sein. Eine Blankwaffe kann als Schießpreis verliehen worden sein und nimmt dann eine Sonderstellung ein: Sie war zwar tragfähig, aber kein dauerhaft sichtbares Auszeichnungszeichen wie ein Orden oder Kampfabzeichen. Dieser Beitrag behandelt die nicht tragbaren Auszeichnungen und Ehrenpreise von Heer, Luftwaffe und Kriegsmarine.


Heer: Anerkennungsurkunden des Oberbefehlshabers

Beim Heer gehören die Anerkennungsurkunden des Oberbefehlshabers des Heeres zu den wichtigsten nicht tragbaren Auszeichnungen. Es handelt sich um reine Urkundenauszeichnungen. Sie wurden nicht an der Uniform getragen.

Anerkennungsurkunde für hervorragende Leistungen auf dem Schlachtfeld

Die Anerkennungsurkunde für hervorragende Leistungen auf dem Schlachtfeld wurde am 6. September 1941 durch Generalfeldmarschall Walther von Brauchitsch gestiftet. Nach Dezember 1941 wurden die Urkunden von Hitler persönlich unterzeichnet.

Stiftung6. September 1941
StifterGeneralfeldmarschall Walther von Brauchitsch
ArtUrkunde, nicht tragbar
Verleihungen1.322 gesamt
Davon20 Kollektivauszeichnungen für Einheiten, 30 an Waffen-SS, 1.272 an Einzelpersonen des Heeres
Voraussetzunghervorragende Einzelleistung auf dem Schlachtfeld, in der Regel EK I

Wichtig ist die Abgrenzung zur Ehrenblatt-Nennung. Der Urkundendruck konnte äußerlich gleich aussehen. Ob eine Urkunde nur eine reine Anerkennungsurkunde war oder mit einer Ehrenblatt-Nennung zusammenhing, lässt sich nur durch zusätzliche Nachweise feststellen.

Dazu gehören etwa Soldbuch, Wehrpass, Veröffentlichung im Ehrenblatt, erhaltene Belegstücke oder eine geschlossene Nachlassgruppe.

Ohne solchen Nachweis ist eine einzelne Urkunde zunächst als reine Anerkennungsurkunde einzuordnen.

Anerkennungsurkunde für Flugzeugabschüsse

Ebenfalls am 6. September 1941 wurde die Anerkennungsurkunde für Flugzeugabschüsse gestiftet. Sie war für den Abschuss feindlicher Flugzeuge mit Infanteriewaffen vorgesehen.

Stiftung6. September 1941
ArtUrkunde, nicht tragbar
Verleihungen591 von September 1941 bis Februar 1945
Davon282 Einzelpersonen Heer, 306 Einheiten und Verbände, 8 Waffen-SS, 1 italienischer Soldat, 2 OT/NSKK
VoraussetzungAbschuss eines feindlichen Flugzeuges mit Infanteriewaffen

Gemeint waren Abschüsse mit Waffen wie Gewehr, Maschinenpistole oder Maschinengewehr. Flak-Abschüsse gehörten nicht in diese Kategorie.

Der Nachweis musste genau geführt werden. Dazu gehörten Beobachterberichte, Skizzen und bei Abschüssen hinter den eigenen Linien das Auffinden der Trümmer.

Die Bearbeitungszeiten stiegen im Kriegsverlauf stark an. Für 1942 werden durchschnittlich 143 Tage genannt, für 1943 etwa 210 Tage und für 1944 bis zu 226 Tage. Dadurch konnte es vorkommen, dass die Urkunde erst eintraf, als der Beliehene gefallen, vermisst oder die Einheit nicht mehr in der ursprünglichen Form vorhanden war.

Diese Urkunde blieb selbst nicht tragbar. Für die spätere sichtbare Kennzeichnung solcher Leistungen wurde gegen Kriegsende das Tieffliegervernichtungsabzeichen als Ärmelabzeichen eingeführt. Dieses gehört nicht in diesen Beitrag, sondern in den Bereich der tragbaren Auszeichnungen.

Kurzer Hinweis: Ehrenblatt, Ehrenliste, Ehrentafel und Spangen

Die Anerkennungsurkunden des Heeres werden häufig mit Ehrenblatt-Nennungen und den späteren Spangen vermischt. Das muss sauber getrennt werden. Es gibt drei Ebenen:

Reine Anerkennungsurkundenicht tragbar
Ehrennennung im Ehrenblatt, in der Ehrenliste oder Ehrentafelzunächst nicht tragbar
Ehrenblattspange / Ehrentafelspangetragbare Folgeauszeichnung

Für diesen Beitrag ist nur die nicht tragbare Anerkennung wichtig. Die Ehrenblattspange des Heeres, die Ehrenblattspange der Luftwaffe und die Ehrentafelspange der Kriegsmarine werden in einem eigenen Blogbeitrag behandelt.

Bei der Kriegsmarine lautet die korrekte Bezeichnung Ehrentafelspange der Kriegsmarine, nicht Ehrenblattspange.


Luftwaffe: zentrale nicht tragbare Auszeichnungen

Bei der Luftwaffe gab es mehrere bedeutende nicht tragbare Auszeichnungen mit formalem Charakter. Besonders bekannt sind der Ehrenpokal für besondere Leistung im Luftkrieg, die Ehrenschale für hervorragende Kampfleistungen der Luftwaffe und verschiedene Plaketten, Schilde und Ehrenmedaillen.

Ehrenpokal für besondere Leistung im Luftkrieg

Der Ehrenpokal für besondere Leistung im Luftkrieg wurde am 27. Februar 1940 durch Reichsmarschall Göring gestiftet.

Stiftung27. Februar 1940
ArtPokal, nicht tragbar
Materialmeist Alpaka versilbert, selten Feinsilber
Maßeetwa 200 mm hoch, etwa 100 mm Durchmesser
Bewilligtetwa 58.000
Tatsächlich ausgehändigtetwa 13.000 bis 15.000
Erster BeliehenerOberstleutnant Johann Schalk, 21. August 1940
Eingestellt10. Dezember 1944

Der Ehrenpokal war für fliegendes Personal bestimmt. Er wurde für Leistungen verliehen, die über dem Eisernen Kreuz I. Klasse lagen, aber noch nicht für das Deutsche Kreuz in Gold oder das Ritterkreuz ausreichten.

Zum Ehrenpokal gehörten in der Regel eine Verleihungsurkunde, ein Eintrag in Soldbuch oder Wehrpass sowie die Namengravur mit Dienstgrad und Verleihungsdatum am Pokal.

Der Ehrenpokal knüpfte an den Ehrenbecher für den Sieger im Luftkampf aus dem Ersten Weltkrieg an. Ab Dezember 1944 wurde er nicht mehr weiter verliehen.

Ehrenschale für hervorragende Kampfleistungen der Luftwaffe

Am 15. Juni 1942 stiftete Göring die Ehrenschale für hervorragende Kampfleistungen der Luftwaffe. Sie war das Gegenstück zum Ehrenpokal für im Erdkampf eingesetzte Luftwaffenverbände.

Stiftung15. Juni 1942
ArtSchale, nicht tragbar
MaterialAlpaka versilbert, Feinsilber-Auflage
Durchmesseretwa 280 mm
Gewichtetwa 408 g
HerstellerJoh. Wagner & Sohn, Berlin
Erste Verleihung31. August 1942 an einen Fallschirmjäger
Verleihungensehr selten, etwa 32 gesichert; höhere Schätzungen vorhanden
Eingestellt10. Dezember 1944
VoraussetzungEK I und Erdkampfabzeichen der Luftwaffe

Die Verleihung blieb Göring persönlich vorbehalten. Die Ehrenschale gehört heute zu den seltensten nicht tragbaren Auszeichnungen der Luftwaffe.

Bild des Reichsmarschalls im Silberrahmen

Das Bild des Reichsmarschalls im Silberrahmen nimmt eine Sonderstellung ein. Es gab keinen einheitlichen Stiftungsakt und kein festes Format. Die Überreichung erfolgte persönlich.

Artgerahmtes Bild, nicht tragbar
Erfassungin der Ehrenliste der Deutschen Luftwaffe dokumentiert
Eingestellt10. Dezember 1944
Bekannte Empfängerunter anderem Mölders, Hanna Reitsch, Werner Baumbach

Die Echtheitsprüfung ist schwieriger als beim Ehrenpokal oder bei der Ehrenschale. Es gab keine Matrikelnummer und keine einheitliche Ausführung. Entscheidend sind Provenienz, Begleitpapiere und ein stimmiger Nachlasszusammenhang.

Plaketten, Schilde und Ehrenmedaillen

Die Luftwaffe war die Teilstreitkraft mit dem am stärksten ausgeprägten System nicht tragbarer Plaketten, Schilde und Ehrenmedaillen. Erste Stücke gab es bereits vor Kriegsbeginn.

Als Standardliteratur für diesen Bereich gilt Klaus D. Patzwall: Die nichttragbaren Medaillen und Plaketten der Luftwaffe 1935–1945.

JahrBezeichnungForm
1872 / 1933Seewart-MedailleMedaille
1929 / 1936Hellmann-MedailleMedaille
1937Ehrenplakette des Luftkreises VPlakette
1938Goldenes Buch der FliegerEhrenbuch / Ehreneintragung
1938Ehrenplakette der Flieger-Division 4Plakette
1938Ehrenplakette des Kampfgeschwaders 257Plakette
1939Adlerschild des Kampfgeschwaders 30Schild
1940Ehrenpokal für besondere Leistung im LuftkriegPokal
1940Ehrenmedaille der Luftkriegsschule 3Medaille
1940Ehrenschild des Luftgaukommandos NorwegenSchild
1940Ehrenplakette der Luftflotte 1Plakette
1940 / 1941Ehrenplakette des Wehrmachtbefehlshabers in den NiederlandenPlakette
1941Anerkennungsplakette für ausgezeichnete Leistungen im technischen Dienst der LuftwaffePlakette
1941Ehrenschild des Luftgaues XISchild
1941Ehrenplakette der Luftflotte 2Plakette
1941Plakette des Luftgaues KiewPlakette
1942Ehrenplakette der Kampfgruppe z. b. V. 105Plakette
1942Ehrenschale für hervorragende Kampfleistungen der LuftwaffeSchale
1942Ehrenplakette des Oberbefehlshabers SüdPlakette
1942Ehrenplakette des Luftgaukommandos VIIIPlakette
1942Ehrenplakette des Luftgaustabes FinnlandPlakette
1942Ehrenplakette des Luftgaukommandos MoskauPlakette
1942 / 1943Plakette des Luftgaues CharkowPlakette
1943Luftgau-Plakette des Feld-Luftgaukommandos Belgien-NordfrankreichPlakette
1943Ehrenschild des XI. Flieger-KorpsSchild
1943Ehrenplakette des Luftgaues XVIIPlakette
1943Eiserne Ehrenplakette des Luftgaues XIIPlakette
1943Ehrenplakette des Feld-Luftgaues XXVPlakette
1943Ehrenplakette der 21. Luftwaffen-FelddivisionPlakette
1943 / 1944Ehrenplakette des Feld-Luftgaues XXXPlakette
1944Plakette des Luftwaffenkommandos SüdostPlakette
1944Luftgau-Plakette des Feld-Luftgau-Kommandos WestfrankreichPlakette

Heer: weitere nicht tragbare Auszeichnungen

Beim Heer gab es kein so geschlossenes Plaketten-System wie bei der Luftwaffe. Dennoch sind verschiedene nicht tragbare Auszeichnungen und Ehrenpreise bekannt.

BezeichnungArtHinweis
OKH-Medaille „Für Verdienste um das Deutsche Hundewesen"Medaille, Eisen, 40 mm, nicht tragbarOKH-Stiftung, zwei Modelle bekannt
Divisionsplaketten und KorpsplakettenPlaketten verschiedener EinheitenEinzelstücke oder Kleinserien
Ehrenpreise und Pokale im HeeressportPokale, Schalen, Medaillenoffizieller Rahmen, etwa Reiten, Schießen und Sport

Eine vollständige Gesamtliste ist kaum möglich. Viele Stücke wurden nur in kleinen Serien oder auf Ebene einzelner Verbände vergeben.


Kriegsmarine: offizielle Wimpel-Auszeichnungen

Bei der Kriegsmarine spielten Wimpel eine besondere Rolle. Sie wurden nicht von einzelnen Soldaten an der Uniform getragen, sondern als kollektive Auszeichnung für Schiffe, Batterien oder Dienststellen verwendet.

Kriegsverdienstwimpel

Am 16. Mai 1941 stiftete die Kriegsmarine den Kriegsverdienstwimpel.

Stiftung16. Mai 1941
ArtWimpel, nicht tragbar
Charakterkollektive Auszeichnung für Schiffsführer
VoraussetzungEinsatz eines Schiffes, seines Führers oder seiner Besatzung von hervorragendem Wert für die Kriegsführung
BegleitdokumentBerechtigungsurkunde für den Schiffsführer
Besonderheitin Ausnahmefällen auch an Ausländer verleihbar

Der Wimpel war keine persönliche tragbare Auszeichnung, sondern wurde im Zusammenhang mit dem betreffenden Schiff geführt.

Wimpel für den Abschuss feindlicher Flugzeuge durch die Kriegsmarine

Die Stiftung dieses Wimpels erfolgte am 25. Januar 1940. Die erste Verleihung erfolgte am 2. Juli 1940 an die Flakstellung Nübel der Marine-Flak-Abteilung 231.

Stiftung25. Januar 1940
Erste Verleihung2. Juli 1940
ArtWimpel, nicht tragbar
Charakterkollektive Auszeichnung pro Abschuss
VoraussetzungAbschuss eines feindlichen Flugzeuges durch schwere oder leichte Flak
Besonderheitab 31. Januar 1941 auch Hafenschutzflottillen einbezogen

Die Beschaffung erfolgte durch die jeweiligen Stationskommandos. Nach der Übergabe wurde der Wimpel an der Flaggenstange der Batterie gesetzt.

Wimpel für Vernichtung von Schiffen durch den Küstenschutz

Der Wimpel für die Vernichtung von Schiffen durch den Küstenschutz wurde am 24. September 1943 durch die Seekriegsleitung des OKM gestiftet.

Stiftung24. September 1943
ArtWimpel oder Doppelstander
FormWimpel für Vernichtung bis Zerstörergröße, Doppelstander für Kreuzer aufwärts
BesonderheitVerleihung auch an Luftwaffen-Angehörige möglich, wenn diese taktisch der Kriegsmarine unterstellt waren

Auch hier handelte es sich nicht um eine persönliche tragbare Auszeichnung, sondern um ein äußeres Zeichen für eine bestimmte militärische Leistung.

Abschuss-, Versenkungs- und Erfolgswimpel

Abschusswimpel, Versenkungswimpel, Feindfahrtwimpel und andere Erfolgswimpel bilden eine eigene Untergruppe. Sie sind als Erfolgszeichen, Gefechtskennzeichen oder Traditionszeichen einzuordnen.

Sammlerisch sind diese Stücke interessant, sie müssen aber immer einzeln betrachtet werden. Entscheidend ist der konkrete Zusammenhang mit Schiff, Einheit, Einsatz und zeitgenössischer Überlieferung.


Offizielle Schießpreise der Wehrmacht

Offizielle Schießpreise der Wehrmacht nehmen innerhalb dieser Übersicht eine Sonderstellung ein. Sie waren keine klassischen Orden oder Kampfabzeichen, konnten aber offiziellen Charakter haben, wenn sie durch das OKW, OKH, OKL, OKM oder durch höhere Dienststellen der Teilstreitkräfte verliehen wurden.

Die Form war unterschiedlich. Neben Pokalen, Bechern, Plaketten, Medaillen, Schalen, Tellern, Taschenuhren und Urkunden kamen auch Blankwaffen vor.

Diese Blankwaffen sind nur bedingt als „nicht tragbar" zu bezeichnen. Ein Ehrendolch, Ehrensäbel oder ein besonders ausgeführtes Seitengewehr konnte zwar getragen werden, war aber kein dauerhaft sichtbares Auszeichnungszeichen wie ein Orden, eine Spange oder ein Kampfabzeichen.

Die Einordnung hängt daher am Stück selbst: Verleihungsstelle, Widmung, Anlass, Jahr, Name des Beliehenen und zeitgenössischer Nachweis bestimmen, ob es sich um einen offiziellen Schießpreis handelt.

Blankwaffen als offizielle Schießpreise

Zu den seltensten Formen offizieller Schießpreise gehören Blankwaffen. Dazu zählen Ehrendolche, Ehrensäbel, Seitengewehre oder Bajonette mit eindeutiger Schießpreis-Widmung.

Bei der Kriegsmarine sind Ehrenpreisdolche für Schießleistungen bekannt. Die Widmung lautet sinngemäß: Ehrenpreis des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine für Schießleistungen.

Solche Dolche wurden nicht als gewöhnliche Dienstseitenwaffen ausgegeben, sondern als Ehrenpreis für besondere Schießleistungen.

Auch beim Heer und bei der Luftwaffe kommen Schießpreise in Form von Ehrendolchen, Ehrensäbeln oder Seitengewehren vor, wenn Widmung und Verleihungsstelle eindeutig belegt sind.

Pokale, Becher und andere offizielle Schießpreise

Neben Blankwaffen wurden offizielle Schießpreise auch als Pokale, Becher, Plaketten, Medaillen ohne Band, Schalen, Teller, Taschenuhren oder Urkunden verliehen.

Diese Stücke waren nicht tragbar. Sie dienten als Sachpreis oder dauerhafte Erinnerung an eine dienstlich anerkannte Schießleistung.

Typische Angaben auf solchen Stücken sind Verleihungsstelle, Bezeichnung als Schießpreis oder Ehrenpreis, Schießdisziplin, Jahr, Einheit oder Dienststelle sowie Name und Dienstgrad des Beliehenen.

Übersicht: offizielle Schießpreise

FormEinordnung
Ehrendolchbedingt tragbarer Ehrenpreis
Ehrensäbelbedingt tragbarer Ehrenpreis
Seitengewehr / Bajonettbedingt tragbarer Schießpreis
Pokal / Bechernicht tragbarer Schießpreis
Plakette / Medaille ohne Bandnicht tragbarer Schießpreis
Schale / Tellernicht tragbarer Ehrenpreis
Taschenuhrnicht tragbarer Sachpreis
UrkundeNachweis oder eigenständige Anerkennung

Offizielle Schießpreise gehören damit in diese Übersicht, müssen aber sauber von klassischen Orden und Kampfabzeichen getrennt werden. Besonders Blankwaffen nehmen eine Zwischenstellung ein.


Einordnung

Bei nicht tragbaren Auszeichnungen der Wehrmacht entscheidet der Nachweis über die genaue Einordnung. Wichtig sind vor allem Verleihungsstelle, Widmung, Name, Einheit, Datum sowie vorhandene Einträge in Soldbuch, Wehrpass oder Begleitunterlagen.

Bei Anerkennungsurkunden des Heeres ist besonders zu beachten: Eine Urkunde für hervorragende Leistungen auf dem Schlachtfeld bedeutet nicht automatisch eine Ehrenblatt-Nennung. Ebenso ist eine Ehrennennung nicht mit der späteren tragbaren Ehrenblattspange gleichzusetzen.

Literatur

  • Klaus D. Patzwall: Die nichttragbaren Medaillen und Plaketten der Luftwaffe 1935–1945, Norderstedt 2008.
  • Horst Scheibert: Die Inhaber des Ehrenpokals für besondere Leistung im Luftkrieg.
  • Horst Scheibert: Die Träger der Ehrenblattspange des Heeres und der Waffen-SS / Die Träger der Ehrentafelspange der Kriegsmarine.
  • Kurt-Gerhard Klietmann: Auszeichnungen des Deutschen Reiches 1936–1945.
  • Volker A. Behr: Deutsche Auszeichnungen. Orden und Ehrenzeichen der Wehrmacht 1936–1945.

Zusammenfassung

Nicht tragbare Auszeichnungen der Wehrmacht sind ein eigenes Sammel- und Forschungsgebiet. Sie reichen von Anerkennungsurkunden des Heeres über den Ehrenpokal und die Ehrenschale der Luftwaffe bis zu Wimpeln der Kriegsmarine und offiziellen Schießpreisen.

Entscheidend ist immer die genaue Einordnung. Eine Urkunde, ein Pokal, eine Plakette oder ein Wimpel muss im Zusammenhang geprüft werden. Bei Schießpreisen kommt hinzu, dass Blankwaffen eine Sonderstellung einnehmen: Sie konnten getragen werden, waren aber keine dauerhaft getragenen Auszeichnungszeichen.

Für die Bewertung zählen Widmung, Verleihungsstelle, Dokumente und der geschlossene Nachlasszusammenhang.


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Kontakt

Thomas Huss & Söhne / German Historica

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Autor / fachliche Verantwortung
Thomas Huss · Dipl.-Ing. · German Historica / Militaria Kiel

Patzwall, Scheibert, Klietmann, Behr (siehe Literatur)