Deutsche Koppelschlösser gehörten zur militärischen Ausrüstung der Soldaten. Sie dienten zum Verschließen des Koppelriemens und trugen häufig das Hoheitszeichen der jeweiligen Armee oder Organisation.

Vom Deutschen Kaiserreich über die Reichswehr bis zur Wehrmacht entstanden zahlreiche unterschiedliche Ausführungen. Heute sind besonders originale Koppelschlösser mit Herstellerkennzeichnung, Jahreszahl oder dazugehörigem Lederriemen für Sammler interessant.


Koppelschlösser im Deutschen Kaiserreich bis 1918

Im Kaiserreich verwendeten die deutschen Bundesstaaten unterschiedliche Koppelschlösser. Bekannt sind die preußischen Ausführungen mit Königskrone und dem Schriftzug „Gott mit uns“. Bayern, Sachsen und Württemberg besaßen eigene Modelle mit ihren jeweiligen Hoheitszeichen.

Frühe Koppelschlösser bestanden häufig aus Messing oder Neusilber. Während des Ersten Weltkriegs wurden zunehmend einfachere Ausführungen aus Eisenblech gefertigt, um Buntmetalle einzusparen.

Unterschiedliche Länderwappen, Hersteller und militärische Stempel machen diese Koppelschlösser zu einem vielseitigen Sammelgebiet.

Koppelschlösser der Reichswehr 1919–1935

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden zunächst auch ältere Koppelschlösser weiterverwendet. Später entstanden eigene Reichswehrmodelle mit Adler und dem traditionellen Schriftzug „Gott mit uns“, jedoch ohne die monarchistischen Symbole des Kaiserreichs.

Besonders interessant sind frühe Fertigungen und Übergangsausführungen aus der Zeit zwischen Kaiserreich und Wehrmacht.

Koppelschlösser der Wehrmacht 1935–1945

Mit der Einführung neuer Uniformen und Ausrüstungsgegenstände erhielten Heer, Luftwaffe und Kriegsmarine unterschiedliche Koppelschlösser.

Heer – Koppelschloss „Gott mit uns“

Das Koppelschloss des Heeres zeigte den Wehrmachtadler mit Hakenkreuz, umgeben von einem Eichenlaubkranz und dem Schriftzug „Gott mit uns“.

Frühe Ausführungen wurden häufig aus Aluminium gefertigt. Im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkriegs kamen zunehmend lackierte Stahlblechschlösser zum Einsatz.

Die Modelle unterscheiden sich durch Hersteller, Prägung, Material, Lackierung und rückseitige Konstruktion.

Luftwaffe – Koppelschlösser mit Luftwaffenadler

Die Luftwaffe verwendete eigene Koppelschlösser mit Luftwaffenadler und Lorbeerkranz. Auch hier existieren frühe Aluminium- und spätere Stahlblechausführungen.

Unterschiede finden sich insbesondere in der Adlerdarstellung, den Herstellerkennzeichnungen und den verwendeten Materialien.

Kriegsmarine – Koppelschlösser und Feldbindenschlösser

Die Kriegsmarine verwendete ebenfalls Koppelschlösser mit Hoheitsadler und dem Schriftzug „Gott mit uns“. Daneben gab es besondere Feldbindenschlösser für Offiziere.

Die verschiedenen Ausführungen und Oberflächenbehandlungen sind für Sammler von Marineuniformen und Ausrüstungsgegenständen interessant.

Deutsche Koppelschlösser und ihre Hersteller

Ein bedeutender Produktionsstandort war Lüdenscheid, wo zahlreiche Metallwarenfabriken Koppelschlösser, Uniformeffekten und militärische Ausrüstungsgegenstände fertigten.

Zu den bekannten Herstellern gehörten:

HerstellerStandort
F. W. Assmann & SöhneLüdenscheid
Richard Sieper & SöhneLüdenscheid
Overhoff & Cie.Lüdenscheid
Ernst SchneiderLüdenscheid
Friedrich LindenLüdenscheid
Berg & NolteLüdenscheid
Steinhauer & LückLüdenscheid
Paulmann & CroneLüdenscheid
Hermann AurichDresden
G. H. OsangDresden
Klein & QuenzerOberstein
Gustav BrehmerMarkneukirchen

Die Hersteller verwendeten unterschiedliche Prägewerkzeuge und Fertigungsverfahren. Deshalb können selbst Koppelschlösser des gleichen Modells erkennbare Unterschiede aufweisen.

Herstellerstempel und RZM-Kennzeichnungen

Viele Koppelschlösser tragen rückseitig einen Herstellerstempel, ein Firmenkürzel oder eine Jahreszahl. Bei frühen Wehrmacht-Koppelschlössern befinden sich entsprechende Angaben teilweise auch auf der Lederzunge.

Koppelschlösser der SA, SS und weiterer NS-Organisationen wurden teilweise mit Kennzeichnungen der Reichszeugmeisterei (RZM) versehen. Die Kennung M4 bezeichnete dabei die Herstellergruppe für Koppelschlösser.

Solche Kennzeichnungen helfen bei der Zuordnung, sind allein jedoch kein Beweis für die Originalität.

Koppelschlösser der SA, SS und weiterer Organisationen

Neben der Wehrmacht verwendeten auch SA, SS, Hitlerjugend, Reichsarbeitsdienst und weitere Organisationen eigene Koppelschlösser.

Sie unterscheiden sich durch ihre Symbole, Schriftzüge und Fertigungsmerkmale. Besonders bei seltenen SS-Koppelschlössern sind zahlreiche Nachfertigungen bekannt, weshalb eine genaue Prüfung erforderlich ist.

Koppelschlösser am originalen Lederriemen

Besonders interessant sind vollständig erhaltene Koppel mit originalem Lederriemen.

Auf dem Leder finden sich gelegentlich Herstellerstempel, Jahreszahlen, Größenangaben oder militärische Kammerstempel. Auch die bei vielen Wehrmacht-Koppelschlössern vorhandene Lederzunge kann entsprechende Kennzeichnungen tragen.

Nicht immer stimmen die Herstellungsjahre von Koppelschloss und Lederriemen überein. Da beschädigte Ausrüstung während der Dienstzeit ausgetauscht wurde, ist dies kein sicherer Hinweis auf eine spätere Zusammenstellung.

Originalität und Sammlerwert

Bei der Bewertung historischer Koppelschlösser sind insbesondere folgende Merkmale entscheidend:

  • Hersteller und Ausführung: Seltene Hersteller oder Fertigungsvarianten können besonders interessant sein.
  • Material und Prägung: Aluminium, Messing und Stahlblech weisen unterschiedliche Fertigungsmerkmale auf.
  • Originale Oberfläche: Erhaltene Lackierungen und zeitgenössische Gebrauchsspuren sind wichtige Zustandsmerkmale.
  • Kennzeichnungen: Herstellerstempel, Jahreszahlen und Kammerstempel können die historische Einordnung erleichtern.
  • Vollständigkeit: Ein original zusammengehöriges Koppelschloss mit Lederriemen ist häufig besonders gesucht.

Von nachträglichem Reinigen, Polieren oder Neulackieren ist abzuraten, da dadurch historische Oberflächen und damit auch der Sammlerwert beeinträchtigt werden können.

Quellen

  • Peter Nash: German Belt Buckles 1845–1945. Buckles of the Enlisted Soldiers. Atglen, PA: Schiffer Military History, 2003. ISBN 978-0-7643-1870-2.
  • Strafgesetzbuch (StGB), § 86 und § 86a.

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Kontakt

Thomas Huss & Söhne / German Historica

Direkter Draht für Fragen rund um Ankauf, Bewertung und historische Einordnung militärhistorischer Objekte.

Rechtlicher Hinweis (§§ 86, 86a StGB): Koppelschlösser der Wehrmacht sowie der SA, SS und weiterer NS-Organisationen zeigen teilweise das Hakenkreuz oder andere Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Abbildung und Beschreibung erfolgen ausschließlich zur historischen Dokumentation und staatsbürgerlichen Aufklärung im Sinne von § 86 Abs. 4 StGB.