Eisernes Kreuz 1939 Herstellerliste: PK- und LDO-Nummern bilden die Grundlage für die Zuordnung des Eisernen Kreuzes (EK) aus dem Zeitraum 1939 bis 1945. Diese Markierungen wurden im Auftrag der Präsidialkanzlei sowie der Leistungsgemeinschaft Deutscher Ordenhersteller (LDO) eingeführt. Zweck war die Überwachung der Fertigungsqualität sowie die Regulierung des privaten Handels.

Das Eiserne Kreuz wurde 1813 gestiftet und 1870, 1914 und 1939 erneut gestiftet.


Herstellerliste Eisernes Kreuz 1939: PK- und LDO-Nummern zur Identifizierung

Das Kennzeichnungssystem der Präsidialkanzlei

Ab 1941 wurde die Kennzeichnung der Orden und Ehrenzeichen für die staatliche Vergabe verpflichtend. Die Nummern der Präsidialkanzlei (PK) finden sich beim Eisernen Kreuz 2. Klasse fast ausnahmslos auf dem Bandring eingeschlagen. Bei der 1. Klasse ist die Punzierung meist auf der Rückseite der Nadel oder direkt unter dem Nadelhaken auf der Rückseite des Rahmens zu finden. Stücke ohne Markierung, oft als „Unmarked“ bezeichnet, stammen in der Regel aus der frühen Fertigungsphase vor der strikten Kennzeichnungspflicht.

PK-Herstellernummern (Auszug EK-relevanter Betriebe)

PK-Nr.Hersteller, Sitz
1Deschler & Sohn, München
2C. E. Juncker, Berlin
3Wilhelm Deumer, Lüdenscheid
4Steinhauer & Lück, Lüdenscheid
6Fritz Zimmermann, Stuttgart
7Paul Meybauer, Berlin
11Grossmann & Co., Wien
13Gustav Brehmer, Markneukirchen
15Friedrich Orth, Wien
16Alois Rettenmaier, Schwäbisch Gmünd
19E. Ferdinand Wiedmann, Frankfurt am Main
20C. F. Zimmermann, Pforzheim
21Gebrüder Godet & Co., Berlin
22Boerger & Co., Berlin
23Arbeitsgemeinschaft für Heeresbedarf, Hanau
24Arbeitsgemeinschaft der Hanauer Plakettenhersteller, Hanau
25Arbeitsgemeinschaft der Graveur-, Gold- und Silberschmiede-Innungen, Hanau
26B. H. Mayer's Kunstprägeanstalt, Pforzheim
27Anton Schenkl's Nachf., Wien
40Berg & Nolte, Lüdenscheid
44Jakob Bengel, Idar-Oberstein
52Gottlieb & Wagner, Oberstein
55J. E. Hammer & Söhne, Geringswalde
65Klein & Quenzer, Idar-Oberstein
75Simm & Co., Gablonz
76Ernst L. Müller, Pforzheim
93Werner Redo, Saarlautern
98Rudolf Souval, Wien
100Rudolf Wächtler & Lange, Mittweida
106Gebrüder Schneider, Wien
113Hermann Aurich, Dresden
120Franz Petzl, Wien
122J. J. Stahl, Straßburg
123Beck, Hassinger & Co., Straßburg
125Eugen Gauß, Pforzheim
137J. H. Werner, Berlin
138Julius Maurer, Oberstein
140Schauerte & Höhfeld, Lüdenscheid

Die LDO-Kennzeichnung für den privaten Nachkauf

Parallel zu den PK-Nummern existierte das LDO-System. Diese Markierungen bestehen aus dem Buchstaben „L“ gefolgt von einer Zahl (z. B. L/11). Diese Stücke waren für den privaten Erwerb durch Soldaten bestimmt, um Zweitstücke für die Uniform zu beschaffen. LDO-Markierungen finden sich häufig auf der Rückseite der Kreuze oder auf den Schraubscheiben der 1. Klasse. Im Zweiten Weltkrieg fertigten LDO-Hersteller auch Kreuze von 1914 als Ersatz bei Verlust oder zum Tragen mit der Wiederholungsspange.

Eisernes Kreuz 1939 Herstellerliste: Präsidialkanzlei & LDO

PK-Nr.HerstellernameSitzLDO-Code
1Deschler & SohnMünchenL/10
2C. E. JunckerBerlinL/12
3Wilhelm DeumerLüdenscheidL/11
4Steinhauer & LückLüdenscheidL/16
5Hermann WernsteinJena-Lobeda—
6Fritz ZimmermannStuttgartL/24
7Paul MeybauerBerlinL/13
8Ferdinand HoffstätterBonn—
9Liefergemeinschaft Pforzheimer SchmuckhandwerkerPforzheim—
10Foerster & BarthPforzheimL/21
11Grossmann & Co.Wien—
12Frank & ReifStuttgart—
13Gustav BrehmerMarkneukirchen—
14L. Christian LauerNürnberg-Berlin—
15Friedrich OrthWienL/14
16Alois RettenmaierSchwäbisch GmündL/59
17E. Ferdinand Wiedmann (alt)Frankfurt am Main—
18Karl Wurster K.G.Markneukirchen—
19E. Ferdinand WiedmannFrankfurt am MainL/51
20C. F. ZimmermannPforzheimL/52
21Gebrüder Godet & Co.BerlinL/50
22Boerger & Co.BerlinL/57
23AG für Heeresbedarf (Innung)Hanau—
24AG der Hanauer PlakettenherstellerHanau—
25AG der Graveur- & Silberschmiede-InnungenHanau—
26B. H. Mayer's KunstprägeanstaltPforzheimL/18
27Anton Schenkl's Nachf.Wien—
28Eugen SchmidthäusslerPforzheim—
29HauptmünzamtBerlin—
30HauptmünzamtWien—
31Hans GnadWien—
32W. HobacherWien—
33Friedrich LindenLüdenscheid—
34Willy AnnetsbergerMünchen—
35F. W. Assmann & SöhneLüdenscheid—
36Bury & LeonhardHanau—
37Adolf BaumeisterLüdenscheid—
38Rudolf BerberichPforzheim—
39Rudolf SchanesWien—
40Berg & NolteLüdenscheid—
41Gebrüder BenderOberstein—
42Biedermann & Co.Oberkassel—
43Julius BlankenhornPforzheim—
44Jakob BengelIdar-Oberstein—
45Franz JungwirthWien—
46Hans DopplerWels—
47Erhard & SöhneSchwäbisch Gmünd—
48Richard FeixGablonz—
49Josef Feix SöhneGablonz—
50Karl GnadWien—
51Eduard Görlach & SöhneGablonz—
52Gottlieb & WagnerOberstein—
53Hymmen & Co.Lüdenscheid—
54J. P. LucasFrankfurt am Main—
55J. E. Hammer & SöhneGeringswalde—
56Robert HauschildPforzheim—
57Karl HenslerPforzheim—
58Artur Jökel & Co.Gablonz—
59Louis KellerOberstein—
60Katz & DeyhlePforzheim—
61Rudolf Karneth & SöhneGablonz—
62Kerbach & OesterheltDresden—
63Franz Klast & SöhneGablonz—
64Gottlieb Friedrich Keck & SohnPforzheim—
65Klein & QuenzerIdar-ObersteinL/26
66Friedrich KellerOberstein—
67H. KreiselGablonz—
68Alfred KnoblochGablonz—
69Alois KlammerInnsbruck—
70Lind & MeyrerOberstein—
71Rudolf LeukertGablonz—
72Franz LippPforzheim—
73Franke & Co. K.G.Lüdenscheid—
74Carl Maurer SohnOberstein—
75Simm & Co.Gablonz—
76Ernst L. MüllerPforzheim—
77Bayerisches HauptmünzamtMünchen—
78Gustav MikschGablonz—
79(unbekannt)——
80G. H. OsangDresden—
81Overhoff & Cie.Lüdenscheid—
82Augustin PragerGablonz—
83Emil PeukertGablonz—
84Carl PoellathSchrobenhausen—
85Julius PietschGablonz—
86Paulmann & CroneLüdenscheid—
87Roman PalmeGablonz—
88Karl RichterGablonz—
89Rudolf RichterGablonz—
90Aug. RichterHamburg—
91Josef Rössler & Co.Gablonz—
92Josef RückertGablonz—
93Werner RedoSaarlautern—
94DittrichGablonz—
95Adolf ScholzeGrünwald—
96(unbekannt)——
97(unbekannt)——
98Rudolf SouvalWienL/58
99Schwertner & Cie.Graz-Eggenberg—
100Rudolf Wächtler & LangeMittweidaL/55
101Rudolf TamGablonz—
102Philipp TürkWien—
103Aug. G. TamGablonz—
104Heinrich Ulbricht's WitweKaufing—
105Heinrich VogtPforzheim—
106Gebrüder SchneiderWien—
107Carl WildHamburg—
108Arno WallpachSalzburg—
109Walter & HenleinGablonz—
110Otto ZappeGablonz—
111Ziemer & SöhneOberstein—
112Argentor-WerkeWien—
113Hermann AurichDresden—
114Ludwig BertschKarlsruhe—
115(unbekannt)——
116Funcke & BrüninghausLüdenscheid—
117Hugo LangWiesenthal—
118August Menz & SohnWien—
119(unbekannt)——
120Franz PetzlWien—
121(unbekannt)——
122J. J. StahlStraßburg—
123Beck, Hassinger & Co.Straßburg—
124Rudolf Schanes (Zweitnummer)Wien—
125Eugen GaußPforzheim—
126Eduard HahnOberstein—
127Moritz HauschPforzheim—
128S. Jablonski G.m.b.H.Posen—
129Fritz KohmPforzheim—
130Wilhelm Schröder & Co.Lüdenscheid—
131Heinrich WanderGablonz—
132Franz ReischauerOberstein—
133(unbekannt)——
134Otto Klein & Co.Hanau—
135Julius MoserOberstein—
136J. J. WagnerOberstein—
137J. H. WernerBerlin—
138Julius MaurerOberstein—
139Hymmen & Co. (Zweitnummer)Lüdenscheid—
140Schauerte & HöhfeldLüdenscheidL/54
141(unbekannt)——
142A. D. SchwerdtStuttgart—

Materialvarianten und Besonderheiten der Fertigung

Die Materialbeschaffenheit der Kreuze änderte sich im Verlauf des Krieges aufgrund der Rohstofflage. Frühe Stücke des Eisernen Kreuzes besitzen meist einen Kern aus Eisen (magnetisch) und eine Zarge aus Neusilber.

Vorgeschrieben war ein Kern aus Eisen, schließlich handelt es sich um das Eiserne Kreuz. Trotzdem verwendeten einzelne Hersteller Kerne aus Messing oder Zink, obwohl das strengstens verboten war. Solche Kreuze sind nicht magnetisch. Ein fehlender Magnetismus spricht daher nicht automatisch gegen die Echtheit.

Eine herstellungsspezifische Besonderheit ist die „Schinkelform“. Hierbei nutzten Betriebe wie Meybauer oder Deumer Rahmenwerkzeuge, die in ihren Dimensionen den Kreuzen des Ersten Weltkriegs entsprachen. Diese Stücke sind schmaler als die spätere Standardform von 1939 und werden aufgrund ihrer Seltenheit in Sammlerkreisen gesondert bewertet. Diese Herstellerliste berücksichtigt auch diese Sonderform, da sie bei der Zuordnung leicht mit Fehlprägungen verwechselt wird. Bei der 1. Klasse sind zudem Varianten mit Schraubscheibe oder unterschiedlichen Nadelsystemen bekannt.

Eisernes Kreuz ohne Markierung zuordnen

Ein erheblicher Teil der Eisernen Kreuze 2. Klasse trägt keine Herstellermarkierung. Die Zuordnung erfolgt dann über Fertigungsmerkmale: Form der Zarge, Balkenenden, Kernprägung, Ringöse, Lötstellen und bei der 1. Klasse zusätzlich Nadel und Nadelhaken. Viele Betriebe arbeiteten über längere Zeit mit denselben Werkzeugen. Wiederkehrende Details erlauben deshalb den Vergleich mit markierten Stücken desselben Herstellers.

Eine eingeschlagene PK- oder LDO-Nummer allein ist kein Echtheitsnachweis. Beide Markierungen wurden auch auf Nachfertigungen übernommen. Nummer, Konstruktion und Material müssen zum jeweiligen Hersteller passen.

Grenzen der Herstellerliste

Die Nummernliste der Präsidialkanzlei erfasst die Betriebe, die zur Fertigung von Orden und Ehrenzeichen zugelassen waren. Nicht jeder davon hat Eiserne Kreuze hergestellt. Eine PK-Nummer in der Tabelle belegt also nicht, dass es ein Eisernes Kreuz dieses Herstellers gibt.

Einige Firmen führten zwei Nummern. Bei einzelnen Nummern ist der Betrieb bis heute unbekannt. Einen LDO-Code hatte nur ein Teil der Hersteller.

Das Eiserne Kreuz in der Ausführung 1957

Nach dem Ordensgesetz vom 26. Juli 1957 darf das Eiserne Kreuz aus dem Zweiten Weltkrieg nur ohne Hakenkreuz und mit Nachweis des berechtigten Erwerbs getragen werden. Veteranen konnten sich dafür auf eigene Kosten Kreuze beschaffen, bei denen das Hakenkreuz durch einen Eichenlaubzweig ersetzt ist.

Als Hersteller der Ausführung 1957 sind Steinhauer & Lück und Wilhelm Deumer bekannt, beide aus Lüdenscheid. Die Kreuze sind oft mit der 4 (Steinhauer & Lück) oder der 3 (Deumer) gestempelt, also mit denselben Nummern wie in der PK-Liste.


Ankauf & Bewertung

Kontakt

Thomas Huss & Söhne / German Historica

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