Versenkungsflagge SM UB 40: Aus einer alten Marinesammlung stammt eine britische Handelsflagge (Red Ensign), die offenbar als Versenkungsflagge des deutschen U-Bootes SM UB 40 geführt wurde.


Die Versenkungsflagge SM UB 40

Eine britische Handelsflagge aus dem Ersten Weltkrieg

Die etwa 150 × 85 cm große Flagge trägt die weiße Aufschrift:

„S.S. Falmouth – versenkt durch S.M. UB 40 im englischen Kanal“

Zusätzlich befindet sich auf der Flagge eine stark verblichene, heute nur noch schwer lesbare handschriftliche Beschriftung. Die Flagge selbst sowie die Beschriftungen machen einen authentischen, zeitgenössischen Eindruck.

Siehe auch: Die Flagge im Shop

SM UB 40 – Eines der erfolgreichsten deutschen U-Boote

SM UB 40 gehörte zu den erfolgreichsten deutschen U-Booten im Handelskrieg gegen Großbritannien während des Ersten Weltkriegs.

Das bei Blohm & Voss in Hamburg gebaute U-Boot vom Typ UB II wurde am 18. August 1916 in Dienst gestellt und der U-Flottille Flandern zugeteilt. Von den belgischen Stützpunkten aus operierte es überwiegend im Ärmelkanal, in der südlichen Nordsee und vor der britischen Küste.

Der deutsche U-Boot-Krieg richtete sich insbesondere gegen die britische Handelsmarine und die Versorgung Großbritanniens mit Lebensmitteln, Rohstoffen und kriegswichtigen Gütern.

Nach der Bootsübersicht von uboat.net wurden SM UB 40 während seiner 28 Feindfahrten 100 versenkte Schiffe mit insgesamt 135.617 BRT zugerechnet. Weitere 16 Schiffe wurden beschädigt.

Zu den größten versenkten Schiffen gehörten die Highland Corrie mit 7.583 BRT, die Salsette mit 5.842 BRT und die Aparima mit 5.704 BRT. Auch das britische Hospitalschiff Lanfranc mit 6.287 BRT wurde am 17. April 1917 durch UB 40 versenkt. Dabei kamen 34 Menschen ums Leben.

Hinter diesen Versenkungszahlen standen jedoch auch zahlreiche menschliche Schicksale. Unter den Opfern befanden sich zivile Seeleute, Fischer, Passagiere und Verwundete. Dabei darf nicht vergessen werden, dass alle großen am Seekrieg beteiligten Kriegsparteien durch ihre Kriegsführung auch den Tod zahlreicher Zivilisten verursachten. Ob durch U-Boot-Angriffe, die Versenkung von Handelsschiffen, Minen oder Seeblockaden – auf Menschenleben wurde häufig nur wenig Rücksicht genommen. Der Krieg auf See wurde von allen Seiten mit großer Härte geführt, und wie so oft hatte auch die Zivilbevölkerung einen erheblichen Teil der Folgen zu tragen.

Hans Howaldt – U-Boot-Kommandant aus der Kieler Werftfamilie

Eine besondere Verbindung zur Kieler Marine- und Werftgeschichte besteht durch den Kommandanten Hans Howaldt (1888–1970). Er wurde am 12. November 1888 in Kiel geboren und war der jüngste Sohn des Schiffbauers und Werftgründers Georg Howaldt (1841–1909).

Sein Vater hatte 1876 in Kiel-Dietrichsdorf eine Schiffswerft gegründet, die 1889 mit der Maschinenfabrik Gebrüder Howaldt zu den Howaldtswerken vereinigt wurde. Das Unternehmen entwickelte sich zu einem der bedeutenden Schiffbaubetriebe an der Kieler Förde.

Hans Howaldt trat 1907 in die Kaiserliche Marine ein und führte SM UB 40 von Dezember 1916 bis Dezember 1917. In diese Zeit fiel ein erheblicher Teil der Versenkungserfolge des Bootes. Am 23. Dezember 1917 erhielt er den Orden Pour le Mérite.

Auch nach dem Ersten Weltkrieg blieb Hans Howaldt der Seefahrt verbunden. Als Regattasegler gewann er bei den Olympischen Spielen 1936 vor Kiel eine Bronzemedaille in der 8-Meter-Klasse.

Das Ende von SM UB 40

Nach einer schweren Beschädigung durch Wasserbomben im Juli 1918 konnte UB 40 nicht mehr vollständig instand gesetzt werden. Am 5. Oktober 1918 wurde das Boot während des deutschen Rückzugs aus Belgien in Ostende selbstversenkt.

Die S.S. Falmouth – Eine offene Frage

Bemerkenswert ist, dass sich die auf unserer Flagge vermerkte Versenkung der S.S. Falmouth durch SM UB 40 anhand der bislang bekannten Schiffsverlustlisten nicht nachweisen lässt.

Ob es sich um eine abweichende Schiffsbezeichnung, einen Überlieferungsfehler oder einen bislang nicht eindeutig zugeordneten Vorgang handelt, bleibt offen.

Die Flagge stammt aus einer alten Marinesammlung und zeigt deutliche Alters- und Gebrauchsspuren. Ihr Erscheinungsbild und die Beschriftungen wirken zeitgenössisch, auch wenn die genaue Zuordnung historisch noch nicht geklärt werden konnte.


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