Kiel im Luftkrieg: Adolfstraße 15–25 – Als aus dem Alltag Ernst wurde

Die Serie besteht aus sechs Originalfotos aus den 1940er-Jahren. Vier Aufnahmen zeigen Bombenschäden in der Adolfstraße 15–25 in Kiel. Ein weiteres Foto zeigt eine Weihnachtsfeier an derselben Adresse, ein anderes dieselbe Familie in einem Keller, der als Luftschutzraum diente. Auf dieser Aufnahme sind die Menschen noch unbeschwert und gut gelaunt – ein Eindruck, der sich später deutlich veränderte.
In den Jahren 1944/45 wurde die Kriegsmarine-Stadt Kiel im Luftkrieg flächendeckend bombardiert. Die Angriffe galten zunächst vor allem den Werften, den U-Boot-Bunkern, dem Hafen und den U-Booten, die in der Kieler Förde lagen. Mit der Eskalation des Bombenkrieges richteten sich die Angriffe jedoch zunehmend und gezielt gegen die Wohngebiete und die Zivilbevölkerung.

Nach den schweren Angriffen der Jahre 1944 und 1945 war rund 80 Prozent der Stadt Kiel zerstört. Ganze Straßenzüge lagen in Trümmern, zehntausende Menschen waren obdachlos, tausende kamen bei den Bombenangriffen ums Leben. Die Infrastruktur brach weitgehend zusammen; Wohnraum, Versorgung und öffentliche Ordnung funktionierten nur noch eingeschränkt. Mit dem Kriegsende im Mai 1945 begann für die Kriegsmarine-Stadt Kiel eine lange Phase des Aufräumens, der Notunterkünfte und des Wiederaufbaus. Viele Gebäude wurden nicht mehr rekonstruiert, sondern durch neue Bebauung ersetzt – das Stadtbild Kiels veränderte sich dauerhaft.

Aus unbeschwerten Momenten wurde binnen kurzer Zeit bitterer Ernst. Die Serie dokumentiert genau diesen Bruch.

 


Quellen / Recherchebasis

  • Quelle: Privatsammlung Thomas Huss, german-historica, Felde.

 


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📧 t.huss@german-historica.de

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