Deutsches Kreuz in Silber wurde am 28. September 1941 als „Kriegsorden des Deutschen Kreuzes" in den Ausführungen Gold und Silber gestiftet. Während die goldene Ausführung für wiederholte außergewöhnliche Tapferkeit oder hervorragende Leistungen in der Truppenführung bestimmt war, wurde das Deutsche Kreuz in Silber für vielfache außergewöhnliche Verdienste in der militärischen Kriegführung verliehen. Damit war das Deutsche Kreuz in Silber keine niedrigere Stufe des Deutschen Kreuzes in Gold, beide Ausführungen standen nebeneinander und berücksichtigten unterschiedliche Arten militärischer Leistungen.


Verleihungsvoraussetzungen

Voraussetzungen für die Verleihung

Voraussetzung war in der Regel der vorherige Besitz des Eisernen Kreuzes I. Klasse oder des Kriegsverdienstkreuzes I. Klasse mit Schwertern. Die Auszeichnung stand in der Rangfolge über dem Eisernen Kreuz beziehungsweise dem Kriegsverdienstkreuz I. Klasse, jedoch unterhalb des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz beziehungsweise des Ritterkreuzes des Kriegsverdienstkreuzes.

Das Deutsche Kreuz in Silber wurde vor allem für wiederholte Leistungen in den Bereichen militärische Organisation, Versorgung, Nachschub, Verwaltung, Rüstung, Technik, Sanitätswesen und Stabsarbeit verliehen. Entscheidend war nicht eine einzelne Leistung, sondern eine mehrfach bewiesene außergewöhnliche Tätigkeit innerhalb der militärischen Kriegführung.

Gold und Silber an dieselbe Person

Das Deutsche Kreuz in Silber schloss eine spätere Verleihung des Deutschen Kreuzes in Gold zunächst nicht eindeutig ein. Im Januar 1943 wurde jedoch ausdrücklich bekannt gegeben, dass nach der silbernen Ausführung auch noch das Deutsche Kreuz in Gold verliehen werden konnte.

Beim Besitz beider Ausführungen wurde nur das Deutsche Kreuz in Gold getragen. Nach neueren Auswertungen erhielten mindestens elf Personen beide Ausführungen, andere Veröffentlichungen nennen bis zu 15 Doppelverleihungen.


Verleihungszahlen

Bei den Verleihungszahlen des Deutschen Kreuzes in Silber finden sich erhebliche Unterschiede. Ältere Literatur und ältere Kataloge nennen häufig 1.114 Verleihungen. Neuere Forschungen, die sich stärker auf erhaltene Verleihungskarteien, Urkunden und Namenslisten stützen, gehen dagegen von ungefähr 2.471 bis 2.500 Verleihungen aus.

Eine auf archivalisch erhaltenen Verleihungskarteien beruhende Veröffentlichung nennt für beide Ausführungen zusammen 26.987 ausgezeichnete Personen, etwa 95 Prozent davon waren Träger des Deutschen Kreuzes in Gold. Da Teile der Verleihungsunterlagen gegen Kriegsende verloren gingen, lässt sich eine vollständig gesicherte Endzahl nicht mehr feststellen. Die Zahl von rund 2.471 Verleihungen gilt heute jedoch als die wahrscheinlichere Größenordnung.

Das Deutsche Kreuz in Silber ist damit wesentlich seltener als die goldene Ausführung, von der ungefähr 25.964 bis 26.000 Verleihungen dokumentiert beziehungsweise angenommen werden.


Gestaltung und Fertigung

Das Deutsche Kreuz in Silber entspricht im grundsätzlichen Aufbau dem Deutschen Kreuz in Gold. Der wesentliche Unterschied liegt im versilberten Lorbeerkranz. Die Vorderseite besteht aus:

  • Äußerer Stern, achtstrahlig.
  • Innerer Stern, dunkelgrau beziehungsweise geschwärzt.
  • Mittelscheibe, silberfarben.
  • Ringe, zwei rot emailliert.
  • Lorbeerkranz, versilbert.
  • Jahreszahl „1941".
  • Hakenkreuz, schwarz emailliert mit silberfarbener Einfassung.

Die Auszeichnung misst je nach Hersteller ungefähr 63 bis 65 Millimeter. Die Metallausführungen bestehen aus mehreren einzeln gefertigten und zusammengesetzten Teilen. Je nach Hersteller wurden vier, fünf oder sechs Nieten verwendet, bei frühen Deschler-Prototypen sind auch aufwendigere Konstruktionen bekannt.

Verwendet wurden unter anderem Cupal, Tombak, Neusilber, Aluminium und Emaille. Auf der Rückseite befindet sich ein breites senkrechtes Nadelsystem. Form von Nadel, Nadelbock und Gegenhaken sowie Zahl und Ausführung der Nieten unterscheiden sich je nach Hersteller.


Hersteller des Deutschen Kreuzes in Silber

Nach dem heutigen Stand werden dieselben fünf Firmen als Hersteller der zeitgenössischen Ausführungen in Gold und Silber anerkannt, dieselben Betriebe, die auch für unseren Beitrag zum Deutschen Kreuz in Gold maßgeblich sind:

HerstellerOrtHerstellerkennzeichen
Deschler & SohnMünchen1
C. E. JunckerBerlin2 beziehungsweise unmarkiert
C. F. ZimmermannPforzheim20
Gebrüder Godet & Co.Berlin21 beziehungsweise unmarkiert
Otto Klein & Co.Hanau134

Frühe Stücke blieben teilweise ohne Herstellerkennzeichnung. Ab Ende 1942 beziehungsweise Anfang 1943 wurden zahlreiche Kreuze mit den Liefernummern der Präsidialkanzlei gekennzeichnet.

Deschler & Sohn, München – Kennzeichnung 1

Bei den Silber-Fertigungen von Deschler zeigt sich dieselbe Entwicklung wie bei der goldenen Ausführung: Die frühen Stücke besitzen häufig sechs Nieten, ab etwa Mitte 1942 überwiegen Ausführungen mit vier Nieten. Neben den gekennzeichneten Stücken mit der Nummer „1" auf der Nadel kommen unmarkierte Exemplare vor, die sich nur über Konstruktion und Einzelteile zuordnen lassen.

C. F. Zimmermann, Pforzheim – Kennzeichnung 20

Auch bei Zimmermann finden sich sowohl schwere als auch leichte Ausführungen, erkennbar an der charakteristischen Form von Nadelbock, Gegenhaken, Nadel und Nietung. Die Herstellernummer „20" sitzt gewöhnlich auf der Rückseite der Nadel. Zusammen mit Deschler zählt Zimmermann zu den im Silber-Bestand am häufigsten vertretenen Herstellern.

Otto Klein & Co., Hanau – Kennzeichnung 134

Otto-Klein-Stücke tragen die Nummer „134", je nach Ausführung auf der Rückseite oder im Bereich des Nadelsystems angebracht. Im Silber-Bestand sind sie nachweisbar, treten aber deutlich seltener auf als Fertigungen von Deschler und Zimmermann.

C. E. Juncker, Berlin – Kennzeichnung 2 oder unmarkiert

Bei Juncker fällt vor allem die eigenständige Konstruktion des Nadelsystems auf, bei der die Beschlagteile direkt auf der Rückseite befestigt sind. Neben gekennzeichneten kommen auch unmarkierte Stücke vor, deren Zuordnung über Bauform und Einzelteile erfolgt. Juncker-Fertigungen des Silberkreuzes sind insgesamt selten.

Gebrüder Godet & Co., Berlin – Kennzeichnung 21 oder unmarkiert

Bei Godet-Fertigungen wurden die Beschlagteile des Nadelsystems unmittelbar auf die Rückseite gelötet, ein Konstruktionsmerkmal, das sich von den anderen Herstellern deutlich unterscheidet. Godet gehört sowohl bei Gold als auch bei Silber zu den selteneren Ausführungen, gekennzeichnete wie unmarkierte Exemplare kommen vor.


Schwere und leichte Ausführungen

Die Bezeichnungen „schwer" und „leicht" beziehen sich auf Konstruktion und Material, nicht auf eine unterschiedliche Verleihungsstufe. Schwere Ausführungen haben eine Rückplatte aus Buntmetall. Bei den späteren sogenannten leichten Stücken wurden Aluminium-Rückplatten mit einer aufgewalzten Kupferschicht verwendet, dadurch können sich deutliche Gewichtsunterschiede ergeben.


Verleihungsetui

Wie beim Deutschen Kreuz in Gold wurde auch die silberne Ausführung normalerweise in einem schwarzen Etui mit heller Deckelfütterung und einer an die Kreuzform angepassten dunklen Einlage ausgegeben. Unterscheidungsmerkmal ist die Kennlinie auf dem Deckel beziehungsweise am Rand: Bei Silber-Etuis ist sie silberfarben, bei Gold-Etuis entsprechend goldfarben.

Wegen der wesentlich geringeren Verleihungszahl sind originale Etuis zum Deutschen Kreuz in Silber im Bestand seltener als solche zur goldenen Ausführung.


Verleihungsurkunden

Beim Heer wurden zunächst häufig vorläufige Besitzzeugnisse im Format DIN A5 ausgegeben, später folgte die große endgültige Verleihungsurkunde. Für Luftwaffe und Kriegsmarine sind überwiegend die größeren endgültigen Urkunden bekannt. Eintragungen können außerdem im Soldbuch, Wehrpass und in der Personalakte des Empfängers vorhanden sein.

Die Urkunde ist für die genaue Zuordnung eines Kreuzes von besonderer Bedeutung, da sich daraus Empfänger, Dienstgrad, Einheit und Verleihungsdatum ergeben.


Trageweise

Getragen wurde das Deutsche Kreuz in Silber wie die goldene Ausführung als großes Steckabzeichen auf der rechten Brustseite, oberhalb eines gegebenenfalls bereits vorhandenen Spanienkreuzes. Größe und Gewicht der Metallausführung erwiesen sich bei bestimmten Uniformen und Tätigkeiten als unpraktisch, ein Umstand, der letztlich auch zur Genehmigung der Stoffausführung führte.


Stoffausführungen

Während für die goldene Ausführung eine offizielle Genehmigung vom Juni 1942 belegt ist, stellt sich die Lage beim Deutschen Kreuz in Silber weniger eindeutig dar. Erhaltene silberne Stoffausführungen sind bekannt und werden im Fachhandel als zeitgenössisch angeboten, eine ausdrückliche amtliche Genehmigung wird für die silberne Variante in der Literatur jedoch nicht in gleicher Weise belegt wie für Gold.

Silberne Stoffstücke sollten deshalb besonders sorgfältig nach Herstellungsart, Stickerei, Stoffunterlage und Herkunft eingeordnet werden.


Deutsches Kreuz in Silber – Ausführung von 1957

Mit dem Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 wurde das Tragen bestimmter Auszeichnungen aus der Zeit von 1933 bis 1945 in veränderter Form ermöglicht. Nationalsozialistische Embleme mussten entfernt beziehungsweise durch andere Symbole ersetzt werden.

Beim Deutschen Kreuz in Silber wurde das Hakenkreuz durch ein Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern ersetzt. Der silberne Lorbeerkranz mit der Jahreszahl 1941 blieb erhalten. Dadurch ist die 1957er Ausführung des Deutschen Kreuzes in Silber eindeutig von der goldenen Ausführung zu unterscheiden, bei der anstelle des Hakenkreuzes ein Eisernes Kreuz eingesetzt wurde.

Die 1957er Ausführungen waren keine neuen Verleihungen der Bundesrepublik Deutschland. Berechtigte frühere Träger konnten sich die gesetzlich zugelassene Form auf eigene Kosten beschaffen.


Nachkriegsfertigungen

Steinhauer & Lück, Lüdenscheid

Steinhauer & Lück war einer der maßgeblichen Hersteller der nach dem Ordensgesetz zugelassenen 1957er Auszeichnungen. Von der Firma sind verschiedene Fertigungszeiträume des Deutschen Kreuzes in Silber bekannt. Frühe Stücke sind meist schwerer, sauberer und mehrteilig gearbeitet, spätere Fertigungen wurden vereinfacht und teilweise aus leichteren Materialien hergestellt.

Die 1957er Kreuze von Steinhauer & Lück sind häufig nicht mit einer Herstellernummer gekennzeichnet. Die Zuordnung erfolgt anhand von Konstruktion, Kranz, Nadelsystem, Nieten und Mitteldekoration.

Steinhauer & Lück sollte jedoch nicht ohne Einschränkung in die Liste der fünf allgemein anerkannten Hersteller von Verleihungsstücken bis 1945 aufgenommen werden. Mit „4" gekennzeichnete Kreuze in der ursprünglichen Gestaltung sind hinsichtlich ihres genauen Herstellungszeitraums umstritten und werden überwiegend als späte oder nach 1945 entstandene Fertigungen behandelt.

Rudolf Souval, Wien

Rudolf Souval stellte nach 1945 weiterhin Deutsche Kreuze in Gold und Silber her. Dabei handelte es sich um privat vertriebene Ersatz- und Sammlerstücke. Souval fertigte auch Deutsche Kreuze in Silber in der ursprünglichen Gestaltung mit Hakenkreuz. Diese Stücke sind keine 1957er Ausführungen und dürfen nicht mit den gesetzlich veränderten Auszeichnungen verwechselt werden.

Die zeitliche Einordnung einzelner Souval-Stücke ist teilweise schwierig, weil Werkzeuge, Teile und Herstellerkennzeichnungen über das Kriegsende hinaus weiterverwendet wurden. Eine Kennzeichnung allein beweist deshalb bei Souval keine Fertigung vor Mai 1945.

Zusammenfassung der Hersteller

Gesicherte zeitgenössische Hersteller bis 1945:

  • Deschler & Sohn, München – 1.
  • C. E. Juncker, Berlin – 2 oder unmarkiert.
  • C. F. Zimmermann, Pforzheim – 20.
  • Gebrüder Godet & Co., Berlin – 21 oder unmarkiert.
  • Otto Klein & Co., Hanau – 134.

Nachkriegsfertigungen:

  • Steinhauer & Lück, Lüdenscheid – insbesondere Hersteller der gesetzlich zugelassenen 1957er Ausführungen.
  • Rudolf Souval, Wien – private Nachkriegs- und Sammlerfertigungen, weiterhin in der ursprünglichen Gestaltung, aber in schlechter Fertigungsqualität.

Historische und rechtliche Einordnung

Das Deutsche Kreuz in Silber war eine Auszeichnung für vielfache außergewöhnliche Verdienste in der militärischen Kriegführung, nicht in erster Linie für Tapferkeit im Gefecht. Es stand über dem Eisernen Kreuz beziehungsweise dem Kriegsverdienstkreuz I. Klasse und unterhalb des jeweiligen Ritterkreuzes.

Wer sich vertiefend mit Orden und Auszeichnungen des Deutschen Reiches beschäftigt, findet weiterführende Beiträge in der Militaria-Infothek.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Beitrag zeigt und beschreibt ein Objekt mit nationalsozialistischer Symbolik im Sinne der §§ 86, 86a StGB. § 86a Absatz 3 StGB verweist jedoch ausdrücklich auf die Ausnahmen des § 86 Absatz 4 StGB. Dazu gehören unter anderem staatsbürgerliche Aufklärung, Wissenschaft, Forschung, Lehre sowie die Berichterstattung über Geschichte und Zeitgeschehen. Die Darstellung in diesem Beitrag erfolgt zu diesen Zwecken.


Ankauf & Bewertung

Wer ein Deutsches Kreuz in Silber, dazugehörige Urkunden oder ein Verleihungsetui besitzt und Herkunft, Hersteller oder Wert einschätzen lassen möchte, kann sich an Militaria Kiel wenden.

Kontakt

Thomas Huss & Söhne / German Historica

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Autor / fachliche Verantwortung
Thomas Huss · Dipl.-Ing. · German Historica / Militaria Kiel

basierend auf militärhistorischer Fachliteratur zu Orden und Auszeichnungen des Deutschen Reiches.