Panzerkampfabzeichen erhielten im Zweiten Weltkrieg Soldaten der deutschen Panzertruppe und weiterer motorisierter Verbände für die aktive Teilnahme an Gefechten. Es gab sie in Silber und Bronze. Ab 1943 kamen höhere Stufen mit den Einsatzzahlen 25, 50, 75 und 100 hinzu. Sammler achten vor allem auf den Hersteller, auf frühe Buntmetallausführungen und auf die seltenen Stücke mit Einsatzzahl.


Stiftung und Geschichte

Am 20. Dezember 1939 genehmigte Generaloberst Walther von Brauchitsch als Oberbefehlshaber des Heeres das Abzeichen. Es hieß zunächst Panzerkampfwagenabzeichen. Den Entwurf lieferte der Berliner Grafiker Wilhelm Ernst Peekhaus. Die Grundstufe zeigt einen ovalen Eichenlaubkranz mit Heeresadler. Darin ist ein Panzerkampfwagen IV zu sehen, dessen linke Kette über den Rand hinausragt. Die ersten Stücke fertigte C. E. Juncker in Berlin.

Vorgesehen war das Abzeichen zunächst für Panzerbesatzungen, die sich im Gefecht bewährt hatten. Getragen wurde es auf der linken Brusttasche, verliehen in der Regel auf Regiments- oder Divisionsebene. Am 1. Juni 1940 folgte die Ausführung in Bronze für weitere Truppenteile der Panzerdivisionen. Mit der Kriegsdauer stieg die Zahl der Gefechtseinsätze. Deshalb wurden am 22. Juni 1943 die höheren Stufen mit Einsatzzahlen eingeführt. Im November 1944 kam eine eigene Ausführung für die Luftwaffe hinzu, mit denselben Verleihungsbedingungen einschließlich der höheren Stufen.

Das Panzerkampfabzeichen in Silber

Die silberne Ausführung war für die Besatzungen von Panzerkampfwagen und Panzerbefehlswagen bestimmt. Dazu gehörten:

  • Panzerkommandanten
  • Panzerfahrer
  • Richtschützen und Panzerschützen
  • Panzerfunker
  • weitere berechtigte Angehörige der Panzerbesatzungen

Voraussetzung waren drei Gefechtseinsätze an drei verschiedenen Tagen. Die Einsätze mussten nach den Verleihungsbestimmungen bestätigt werden. Ein besonderer Erfolg war nicht nötig. Es zählten Truppenzugehörigkeit und nachgewiesene Einsätze.

Das Panzerkampfabzeichen in Bronze

Die Bronzestufe von 1940 galt vor allem für Schützenregimenter, Kradschützenbataillone und Panzerspäheinheiten der Panzerdivisionen. Auch hier wurden drei Einsätze an verschiedenen Tagen verlangt.

Bronze war keine niedrigere Tapferkeitsstufe des silbernen Abzeichens. Die Farbe richtete sich nach Truppenzugehörigkeit und Verwendung. Im Kriegsverlauf wurde der Kreis der Berechtigten mehrfach erweitert.

Die höheren Stufen mit Einsatzzahlen

Die höheren Stufen von 1943 gab es in Silber und in Bronze. Die Einsatzzahl stand auf einem kleinen Schild am unteren Rand des Eichenlaubkranzes.

StufeErforderliche Gefechtseinsätze
I. Stufe3 Einsätze, ohne Einsatzzahl
II. Stufe25 Einsätze
III. Stufe50 Einsätze
IV. Stufe75 oder 100 Einsätze

Für die Zählung galten eigene Anrechnungsbestimmungen. Frühere Einsätze wurden berücksichtigt. Unter bestimmten Voraussetzungen gab es zusätzliche Anrechnungen für Verwundete.

Einsatzzahl 25 und 50

Die Stufe 25 unterscheidet sich deutlich vom Grundabzeichen. Mehrere Hersteller fertigten den Panzer und das Zahlenschild als separate Teile und befestigten sie auf dem Kranz. Die Stufe 50 ist gleich aufgebaut, nur die Zahl ist eine andere. Bei der 50 sind gut erhaltene Stücke mit eindeutig bestimmbarem Hersteller besonders gesucht. Ein Beispiel ist der Nachlass eines Panzerfahrers mit den Stufen 25 und 50.

Einsatzzahl 75 und 100

Die Stufen 75 und 100 erhielten einen breiteren Eichenlaubkranz. Einzelne Teile wurden farblich abgesetzt und vergoldet. Beide messen rund 51 × 60 mm und sind aus leichtem Zink geprägt, damit die größere Nadel nicht am Uniformrock zieht. Die 100 war die höchste eingeführte Einsatzzahl. Zeitgenössische Originale sind außerordentlich selten. Angebotene Stücke müssen besonders sorgfältig auf Herstellermerkmale und zeitgenössische Fertigung geprüft werden.

Hersteller des Panzerkampfabzeichens

Verschiedene Ordenshersteller fertigten das Abzeichen mit eigenen Prägewerkzeugen und teils unterschiedlichen Verfahren. Bekannt sind unter anderem:

  • C. E. Juncker, Berlin — frühe Ausführungen und höhere Stufen mit Einsatzzahlen, Zahlenschilder meist aus Stahl.
  • F. W. Assmann & Söhne, Lüdenscheid — unter anderem hohlgeprägte Ausführungen mit der Marke A.
  • Hermann Aurich, Dresden — Marke HA, in Bronze deutlich seltener als in Silber.
  • Gustav Brehmer, Markneukirchen — Kennzeichnung G. B., bei den höheren Stufen nur 25 und 50, keine 75 und 100.
  • Josef Feix & Söhne, Gablonz — Kennzeichnung JFS, auch bei höheren Stufen, Zahlenschilder aus Zink, deren Vergoldung häufig verloren ist.
  • Friedrich Linden, Lüdenscheid — überwiegend Bronze, Silber selten.
  • Adolf Scholze — Grundstufe.
  • Steinhauer & Lück, Lüdenscheid — verschiedene zugeschriebene Fertigungsvarianten.
  • Rudolf Souval, Wien — Ausführungen mit charakteristischen Gestaltungsmerkmalen.
  • E. F. Wiedmann, Frankfurt am Main — bekannte Prägevarianten, teils markiert.
  • Karl Wurster, Markneukirchen — Marke KW im Kreis, fertigte die ersten Abzeichen in Bronze.

Die Liste ist nicht vollständig. Viele Originale wurden unmarkiert ausgeliefert. Bei solchen Stücken beruht die Zuordnung auf dem Vergleich mit bekannten Prägewerkzeugen und gesicherten Exemplaren sowie auf Fertigungsmerkmalen wie Scharnier, Nadel, Haken und Vernietung.

Seltene Hersteller und Prägevarianten

Der Herstellername allein entscheidet nicht über die Seltenheit. Auch innerhalb einer Firma gibt es verschiedene Prägewerkzeuge, Rückseiten, Nadelsysteme und Materialien. Gesucht sind vor allem frühe Ausführungen und eindeutig bestimmte seltene Varianten. Die Häufigkeit muss für jede Variante einzeln beurteilt werden.

Material und Fertigung

Frühe Abzeichen bestehen überwiegend aus Buntmetall, Tombak oder verwandten Legierungen. Wegen der Materialknappheit wurde im Krieg zunehmend Zink verwendet. Bekannt sind vier Bauarten:

  • Hohlgeprägt — auf der Rückseite ist die Vorderseite als Negativ zu sehen.
  • Halbhohl — die Rückseite ist teilweise vertieft.
  • Massiv — die Rückseite ist weitgehend geschlossen und flach.
  • Mehrteilig — vor allem bei den höheren Stufen, mit vernietetem oder anders befestigtem Panzer und Zahlenschild.

Auf Buntmetall hat sich die Versilberung oder Bronzierung meist besser gehalten. Bei Zink ist die Oberfläche oft stark verändert. Eine fast verlorene Versilberung ist deshalb kein Hinweis auf eine Fälschung.

Wie selten ist das Panzerkampfabzeichen?

Die Seltenheit hängt von der Stufe, der Herstellervariante und dem Zustand ab. Abzeichen ohne Einsatzzahl sind vergleichsweise häufig erhalten. Auch hier gibt es aber seltene Hersteller.

PanzerkampfabzeichenSammlerische Seltenheit
Silber ohne EinsatzzahlHäufig, je nach Hersteller
Bronze ohne EinsatzzahlHäufig, je nach Hersteller
Silber mit Einsatzzahl 25Selten
Bronze mit Einsatzzahl 25Sehr selten
Silber mit Einsatzzahl 50Sehr selten
Bronze mit Einsatzzahl 50Äußerst selten
Silber mit Einsatzzahl 75Extrem selten
Bronze mit Einsatzzahl 75Extrem selten
Silber mit Einsatzzahl 100Extrem selten
Bronze mit Einsatzzahl 100Extrem selten

Die Tabelle ist eine sammlerische Orientierung, keine statistisch gesicherte Rangfolge.

Verleihungszahlen

In der Literatur werden etwa 22.000 Verleihungen in Silber und etwa 12.600 in Bronze genannt. Gesichert sind diese Zahlen nicht. Für die Stufen mit Einsatzzahl gibt es keine verlässlichen Angaben. Außerdem muss die Zahl der gefertigten Abzeichen nicht mit der Zahl der Verleihungen übereinstimmen.

Warum die höheren Stufen so selten sind

Zwischen Juni 1943 und Kriegsende blieb wenig Zeit. Hohe Verluste der Panzerverbände, Verwundungen und Versetzungen kamen hinzu. Nur wenige Soldaten erreichten deshalb die nötige Zahl anrechnungsfähiger Einsätze. Die Bronzestufen 75 und 100 gehören zu den größten Seltenheiten des Sammelgebiets.

Original oder Fälschung?

Das Panzerkampfabzeichen wird seit Jahrzehnten nachgefertigt, besonders häufig in den höheren Stufen. Für die Prüfung sind diese Merkmale wichtig:

  • Form und Details des Panzers
  • Eichenlaubkranz und Adler
  • Prägequalität und Oberfläche
  • Material und Gewicht
  • Rückseite, Nadelsystem und Verschlusshaken
  • Herstellermarken und Prägevarianten
  • Vernietung und Befestigung bei den höheren Stufen

Ein einzelnes Merkmal reicht für eine sichere Bestimmung nicht aus. Auch unmarkierte Stücke können zeitgenössisch sein. Bei Abzeichen mit Einsatzzahl muss außerdem geklärt werden, ob die Einzelteile zusammengehören. Nachträglich zusammengesetzte Stücke kommen regelmäßig vor, ebenso Komplettfälschungen. Weitere Beiträge zu Orden und Abzeichen stehen in der Militaria-Infothek.

Urkunden, Soldbücher und Nachlässe

Verleihungsurkunden, Soldbücher, Wehrpässe und zeitgenössische Fotos nennen den Träger, seine Einheit, den Dienstgrad und das Verleihungsdatum. Geschlossene Nachlässe, in denen Abzeichen und Dokumente noch zusammen erhalten sind, erlauben eine viel genauere Einordnung als ein Einzelstück unbekannter Herkunft. Sie können auch die Verbindung zu einer bestimmten Panzerdivision oder einem Regiment belegen.

Die Ausführung von 1957

Mit dem Ordensgesetz vom 26. Juli 1957 war das Tragen bestimmter Kriegsauszeichnungen in der Bundesrepublik in veränderter Form wieder erlaubt. Beim Panzerkampfabzeichen entfiel der Hoheitsadler mit Hakenkreuz. Panzer und Eichenlaubkranz blieben in angepasster Form erhalten. Auch die Stufen mit Einsatzzahlen wurden nachgefertigt.

Die 1957er-Abzeichen sind ein eigenes Sammelgebiet. Man unterscheidet dabei zwischen frühen Nachkriegsfertigungen und späteren Sammlerausführungen. Mit Originalen von 1939 bis 1945 dürfen sie nicht verwechselt werden.

Welchen Wert hat ein originales Panzerkampfabzeichen?

Der Wert hängt ab von Stufe, Hersteller, Prägevariante, Material, Zustand der Oberfläche und Vollständigkeit. Unsachgemäße Reinigung, Reparaturen oder getauschte Nadelsysteme mindern den Wert erheblich. Besonders wertvoll sind seltene Herstellerstücke, frühe Buntmetallausführungen und nachweislich originale Abzeichen mit hoher Einsatzzahl. Bei Nachlässen zählen außerdem die Dokumente und die Zuordnung zum Träger. Eine verlässliche Bewertung ist nur am Stück selbst möglich.

Quellen

  • Heinrich Doehle: Die Auszeichnungen des Großdeutschen Reichs. Orden, Ehrenzeichen, Abzeichen. 5. Auflage, Berlin 1945 (Reprint Norderstedt 2000).
  • Kurt-Gerhard Klietmann: Auszeichnungen des Deutschen Reiches 1936–1945. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1981.
  • Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 (BGBl. I S. 844).

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Kontakt

Thomas Huss & Söhne / German Historica

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Rechtlicher Hinweis (§§ 86, 86a StGB): Die Panzerkampfabzeichen 1939–1945 zeigen am Adler ein Hakenkreuz. Abbildung und Beschreibung erfolgen ausschließlich zur historischen Dokumentation und staatsbürgerlichen Aufklärung im Sinne von § 86 Abs. 4 StGB.