Kriegsmarine Auszeichnungen der Jahre 1939 bis 1945 umfassen Kriegsabzeichen, Frontspangen und besondere Ehrungen, die während des Zweiten Weltkriegs eingeführt wurden. Sie wurden an Besatzungen von U-Booten, Zerstörern, Schnellbooten, Kreuzern und Schlachtschiffen verliehen. Auch Angehörige der Minensuchverbände, der Marineartillerie und der Kleinkampfverbände konnten sie erhalten.

Die einzelnen Stücke unterschieden sich in Verleihungsbedingungen, Gestaltung und Herstellung. Neben den ab 1939 eingeführten Kriegsabzeichen entstanden gegen Kriegsende weitere Frontspangen und seltene Sonderausführungen.

Originale Kriegsmarine Auszeichnungen sind heute ein eigenes Sammelgebiet innerhalb der militärischen Orden und Ehrenzeichen. Für die Bestimmung sind Hersteller, Material, Fertigung, Zustand und Herkunft entscheidend.

Dieser Beitrag stellt die tragbaren Kampf- und Frontauszeichnungen der Kriegsmarine in der Reihenfolge ihrer Stiftung vor. Er verweist auf vertiefende Fachbeiträge in unserer Militaria-Infothek, im Militaria-Blog und im Kiel-Blog.


Übersicht aller Marinekriegsabzeichen

AuszeichnungGestiftetMotivSeltenheit
U-Boot-Kriegsabzeichen13.10.1939U-Boot im Lorbeerkranzverbreitet, häufig kopiert
Zerstörer-Kriegsabzeichen04.06.1940Zerstörer mit Bugwelle–
Minensucher-Kriegsabzeichen31.08.1940explodierende Seeminehäufiger erhalten
Blockadebrecherabzeichen01.04.1941Schiffsbug durchbricht Kette–
Hilfskreuzer-Kriegsabzeichen24.04.1941Wikingerschiff vor Weltkugelselten
Flotten-Kriegsabzeichen30.04.1941schweres Kriegsschiff–
Schnellboot-Kriegsabzeichen30.05.1941Schnellboot, 1. und 2. Formselten, 1. Form sehr selten
Marineartillerie-Kriegsabzeichen24.06.1941Küstengeschütz–
Ehrentafelspange13.05.1944Anker mit Hoheitszeichensehr selten
U-Boot-Frontspange15.05.1944Spange mit U-Boot-Motivselten
Kleinkampfmittel-Abzeichen1944Sägefisch, Kampfspangenhöhere Stufen sehr selten
Marine-Frontspange19.11.1944längliche Spange mit Eichenlaubselten

Kriegsabzeichen und Frontspangen in der Reihenfolge der Stiftung

U-Boot-Kriegsabzeichen 1939

Das U-Boot-Kriegsabzeichen wurde am 13. Oktober 1939 durch Großadmiral Erich Raeder gestiftet. Es knüpfte an die Auszeichnung der Kaiserlichen Marine von 1918 an.

Verliehen wurde es an Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der U-Boot-Waffe. Reguläre Voraussetzung war die Teilnahme an mindestens zwei Feindfahrten. Bei Verwundung, besonderen Einzeltaten oder einer besonders erfolgreichen ersten Feindfahrt waren Ausnahmen möglich.

Das querovale Abzeichen zeigt ein nach links fahrendes U-Boot in einem Lorbeerkranz. Frühe Fertigungen bestehen überwiegend aus Buntmetall bzw. Tombak, spätere häufig aus Feinzink.

Bekannte Hersteller sind unter anderem C. Schwerin & Sohn (Berlin), Friedrich Orth und Rudolf Souval (beide Wien), Gebrüder Wegerhoff (Lüdenscheid) und B. H. Mayer (Pforzheim). Viele Originale sind unmarkiert.

Eine besondere Seltenheit ist das U-Boot-Kriegsabzeichen mit Brillanten. Es war keine regulär gestiftete Stufe, sondern eine persönliche Auszeichnung für besonders erfolgreiche Kommandanten, meist im Zusammenhang mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz.

Hersteller, Varianten, Kopienerkennung und die Ausführung von 1957 behandelt unser Fachbeitrag U-Boot-Kriegsabzeichen 1939 – Schwerin, Hersteller und Varianten.

Wie sich ein solcher Werdegang anhand von Dokumenten nachvollziehen lässt, zeigt der Nachlass von Claus Hilgendorf, Kommandant von U 1009. Er enthält eine in britischer Gefangenschaft ausgestellte Bestätigung der Verleihungsvoraussetzungen und eine vorläufige Trageerlaubnis aus Lager 191.

Originalstücke und Dokumente finden sich bei German Historica – U-Boot-Abzeichen, Fotos und Dokumente. Weitere Beiträge zur U-Boot-Waffe gibt es in der Rubrik Marine: Krieg unter Wasser.

Zerstörer-Kriegsabzeichen

Das Zerstörer-Kriegsabzeichen wurde am 4. Juni 1940 gestiftet. Die Stiftung stand im Zusammenhang mit den schweren Gefechten deutscher Zerstörer vor Narvik während des Unternehmens Weserübung.

Das Abzeichen zeigt einen Zerstörer in Fahrt mit ausgeprägter Bugwelle, umgeben von einem Eichenlaubkranz.

Es war für Besatzungsangehörige bestimmt, die an entsprechenden Kampfhandlungen und Unternehmungen teilgenommen oder besondere Leistungen erbracht hatten. Ab dem 12. August 1940 konnte es auch an Schnellbootbesatzungen verliehen werden, bis diese 1941 ein eigenes Abzeichen erhielten.

Zu den bekannten Herstellern gehört C. Schwerin & Sohn, Berlin. Es existieren Fertigungen aus Buntmetall und Zink.

Weitere Beiträge zu Schiffen und Einsätzen der Überwasserstreitkräfte gibt es in der Rubrik Marine: Krieg über Wasser.

Minensucher-Kriegsabzeichen

Die vollständige Bezeichnung lautet Kriegsabzeichen für Minensuch-, U-Boot-Jagd- und Sicherungsverbände. Es wurde am 31. August 1940 gestiftet.

Es war nicht nur für Minensuchbootbesatzungen bestimmt. Auch Angehörige von Vorpostenbooten, U-Boot-Jägern und weiteren Sicherungsverbänden konnten es erhalten.

Das Abzeichen zeigt eine explodierende Seemine mit aufsteigender Wassersäule innerhalb eines Eichenlaubkranzes.

Die Verbände waren mit Minenräumung, Geleitschutz, U-Boot-Abwehr und der Sicherung von Schifffahrtswegen betraut.

Gefertigt wurde das Abzeichen von mehreren Herstellern, unter anderem C. Schwerin & Sohn (Berlin) und Rudolf Souval (Wien, Marke „R.S.“).

Es gehört zu den häufiger erhaltenen Marinekriegsabzeichen. Frühe Buntmetallfertigungen, seltene Hersteller und gut erhaltene Exemplare sind jedoch deutlich gesuchter.

Ein dokumentiertes Beispiel: Claus Hilgendorf erhielt das Abzeichen am 8. Januar 1941 als Steuermann auf M 1203 und wechselte später zur U-Boot-Waffe.

Abzeichen für Blockadebrecher

Das Abzeichen für Blockadebrecher wurde am 1. April 1941 gestiftet.

Es nahm eine besondere Stellung ein, da es vor allem an Angehörige der Handelsmarine verliehen werden konnte.

Das Abzeichen zeigt einen Schiffsbug, der eine Sperrkette durchbricht.

Ausgezeichnet wurden Besatzungsangehörige von Schiffen, denen die Durchbrechung einer feindlichen Seeblockade gelang oder die andere festgelegte Leistungen erbracht hatten.

Das Blockadebrecherabzeichen findet sich deshalb sowohl in militärischen als auch in zivilen Seefahrtsnachlässen.

Hilfskreuzer-Kriegsabzeichen

Das Hilfskreuzer-Kriegsabzeichen wurde am 24. April 1941 gestiftet.

Hilfskreuzer waren überwiegend ehemalige Handelsschiffe, die bewaffnet und für den Handelskrieg umgerüstet wurden. Sie operierten oft monatelang in entfernten Seegebieten. Bekannt sind unter anderem Atlantis, Orion, Pinguin und Kormoran.

Das Abzeichen unterscheidet sich deutlich von den übrigen Marinekriegsabzeichen. Es zeigt ein Wikingerschiff vor einer Weltkugel im Eichenlaubkranz.

Verliehen wurde es an Besatzungsangehörige, die die festgelegten Einsatzbedingungen erfüllten oder sich durch besondere Leistungen auszeichneten.

Wegen der kleinen Zahl eingesetzter Schiffe und Besatzungen gehört es zu den selteneren regulären Marineauszeichnungen. Besonders interessant sind Exemplare aus Nachlässen, bei denen die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Hilfskreuzer belegt ist.

Flotten-Kriegsabzeichen

Das Flotten-Kriegsabzeichen wurde am 30. April 1941 eingeführt.

Es war für Angehörige der schweren Überwasserstreitkräfte bestimmt, also für Besatzungen von Schlachtschiffen und Kreuzern.

Die Darstellung zeigt ein schweres Kriegsschiff mit ausgeprägter Bugwelle im Eichenlaubkranz.

Die Verleihung war an bestimmte Einsätze, Unternehmungen oder besondere Leistungen gebunden.

Bekannte Hersteller sind C. Schwerin & Sohn (Berlin) und Rudolf Souval (Wien).

Kiel und die schweren Kriegsschiffe

Kiel gehörte zu den wichtigsten deutschen Marine- und Werftstandorten. Auf der Germaniawerft lief am 22. August 1938 der schwere Kreuzer Prinz Eugen vom Stapel. Der Wellenschlag ließ dabei den Schlepper Wal kentern. Über 80 Menschen kamen ums Leben.

Unsere Originalaufnahmen vom Stapellauf und vom anschließenden Rammvorfall am Hindenburgufer zeigt der Beitrag Der Stapellauf der „Prinz Eugen“ – Glanz und Katastrophe in Kiel. Weitere Beiträge gibt es in der Rubrik Kiel und die Kriegsmarine.

Schnellboot-Kriegsabzeichen

Das Schnellboot-Kriegsabzeichen wurde am 30. Mai 1941 gestiftet. Der Entwurf stammt von Wilhelm Ernst Peekhaus, Berlin. Voraussetzung waren in der Regel zwölf Feindfahrten.

Es existieren zwei reguläre Formen:

1. Form (Mai 1941 bis Januar 1943)

Das Schnellboot ist mit fast geradem Bug dargestellt. Die Besatzungen empfanden das Boot als zu klobig. Gesichert ist für diese Form nach unserer Erfahrung nur die Fertigung von C. Schwerin & Sohn, Berlin, in Buntmetall.

2. Form (ab 28. Januar 1943)

Das Boot erhielt einen spitzen Bug. Die Überarbeitung ging auf Korvettenkapitän Rudolf Petersen zurück, den Führer der Schnellboote. Gefertigt wurde sie in Zink von Schwerin, Rudolf Souval und Adolf Scholze.

Für beide Formen zusammen werden 3.000 bis 4.000 Verleihungen geschätzt. Die 1. Form ist deutlich seltener.

Die Sonderausführung mit Brillanten wurde nachweislich nur achtmal verliehen, ausschließlich an Träger des Eichenlaubs zum Ritterkreuz.

Ausführlich behandelt das unser Beitrag Schnellboot-Kriegsabzeichen – 1. Form, 2. Form und Sonderform mit Brillanten.

Marineartillerie-Kriegsabzeichen

Das Kriegsabzeichen für die Marineartillerie wurde am 24. Juni 1941 gestiftet.

Es war für Angehörige der Marineartillerie vorgesehen, die unter den festgelegten Bedingungen an Kampfhandlungen teilgenommen oder besondere Leistungen erbracht hatten.

Das Abzeichen zeigt ein schweres Küstengeschütz mit Schutzschild im Eichenlaubkranz.

Die Marineartillerie unterhielt Küstenbatterien an Nord- und Ostsee sowie an zahlreichen besetzten Küstenabschnitten.

Marineartillerie und Marine-Flak im Raum Kiel

Neben den Küstenbatterien verfügte die Kriegsmarine über zahlreiche Flugabwehreinheiten zum Schutz von Stützpunkten, Werften und militärischen Anlagen.

Auch Angehörige der Marine-Flak konnten das Marineartillerie-Kriegsabzeichen erhalten. Maßgeblich war die Erfüllung der Verleihungsbedingungen, nicht allein die Zugehörigkeit zur Einheit.

Originalaufnahmen der Marine-Flak-Abteilung 251 zeigt der Beitrag Blindgänger-Räumung Kiel 1944.

Ehrentafelspange der Kriegsmarine

Die Ehrentafelspange der Kriegsmarine wurde am 13. Mai 1944 gestiftet.

Sie war für Soldaten bestimmt, die wegen außergewöhnlicher Tapferkeit in der Ehrentafel der Kriegsmarine genannt worden waren, aber weder das Ritterkreuz noch das Deutsche Kreuz in Gold besaßen.

Die Spange aus vergoldetem Buntmetall zeigt einen Anker mit Hoheitszeichen. Anders als die Kriegsabzeichen wurde sie auf dem Band des Eisernen Kreuzes 2. Klasse im Knopfloch getragen.

Von über 1.200 in der Ehrentafel genannten Soldaten erfüllten nur sehr wenige diese Voraussetzungen. In der Literatur werden insgesamt 29 Namen genannt. Nachweislich verliehene Originale gehören damit zu den größten Seltenheiten der Marine.

Einen dokumentierten Fall zeigt unser Beitrag Einsatz in der 18. Vorpostenflottille und Verleihung der Ehrentafelspange der Kriegsmarine.

U-Boot-Frontspange in Bronze und Silber

Die U-Boot-Frontspange wurde am 15. Mai 1944 in Bronze gestiftet. Am 24. November 1944 folgte die Stufe in Silber.

Sie war für U-Boot-Fahrer bestimmt, deren Fronteinsatz über die Voraussetzungen des U-Boot-Kriegsabzeichens deutlich hinausging. Die Verleihung erfolgte auf Vorschlag des Kommandanten und mit Genehmigung von Dönitz.

Der Entwurf stammt von Peekhaus, die Fertigung ist vor allem mit C. Schwerin & Sohn, Berlin, verbunden. Eine Ausführung in Gold war vorgesehen, wurde aber nicht verliehen.

Wegen der späten Einführung gehört die U-Boot-Frontspange zu den selteneren Marineauszeichnungen.

Einzelheiten dazu im Beitrag U-Boot-Frontspange – Bronze, Silber und Verleihungsbedingungen.

Bewährungs- und Kampfabzeichen der Kleinkampfmittel

Die Bewährungs- und Kampfabzeichen der Kleinkampfmittel wurden 1944 für Angehörige der Kleinkampfverbände eingeführt. Dazu gehörten Besatzungen von Kleinst-U-Booten und Sprengbooten sowie Kampfschwimmer.

Das System umfasste sieben Stufen. Die unteren Stufen waren gestickte Ärmelabzeichen mit einem stilisierten Sägefisch, teilweise mit zusätzlichen Schwertern. Für höhere Einsatzleistungen waren Kampfspangen aus Metall in Bronze, Silber und Gold vorgesehen.

Die höheren Stufen gehören zu den seltensten und schwierigsten Sammelgebieten der Marine. Bei vielen angebotenen Stücken sind Fertigungszeit, tatsächliche Ausgabe und zeitgenössische Verleihung fraglich.

Marine-Frontspange

Die Marine-Frontspange wurde am 19. November 1944 gestiftet.

Sie war für Angehörige der Überwasserstreitkräfte vorgesehen, die einen längeren und besonders bewährten Fronteinsatz nachweisen konnten. Die Gestaltung besteht aus einer länglichen Spange mit Eichenlaub.

Wegen der späten Einführung sind gesicherte zeitgenössische Stücke und nachweisbare Verleihungen selten.

Bei der Bestimmung ist zwischen Fertigungen der Kriegszeit, nicht ausgegebenen Beständen und späteren Nachfertigungen zu unterscheiden.

Weitere Auszeichnungen der Kriegsmarine

Allgemeine militärische Orden

In Marine-Nachlässen finden sich häufig das Eiserne Kreuz 1939, das Ritterkreuz, das Deutsche Kreuz in Gold und Silber, das Kriegsverdienstkreuz und das Verwundetenabzeichen. Diese Auszeichnungen waren nicht auf die Marine beschränkt.

Die Gesamtübersicht: Orden und Ehrenzeichen des Dritten Reiches 1933–1945.

Dienst- und Tätigkeitsabzeichen

Laufbahn-, Tätigkeits-, Sonderausbildungs- und Dienstgradabzeichen sind von den Kriegsabzeichen zu unterscheiden. Sie gehörten zur Uniform und kennzeichneten Ausbildung, Laufbahn oder Funktion. Bei alten Marineuniformen finden sich oft Abzeichen aus mehreren Dienstzeiten.

Mehr dazu im Beitrag Marinemützen und Marineuniformen – Geschichte, Bestimmung und Ankauf.

Kommandoflaggen und nicht tragbare Auszeichnungen

Nicht alle Kennzeichen waren persönliche Abzeichen. Dazu gehörten Kommandoflaggen, Ehrenwimpel, Urkunden und Ehrenpreise.

Hersteller und Fertigungsunterschiede

Marinekriegsabzeichen wurden von verschiedenen Ordensherstellern gefertigt, unter anderem:

  • C. Schwerin & Sohn, Berlin — Marke „Schwerin Berlin 68“.
  • C. E. Juncker, Berlin.
  • Friedrich Orth, Wien — Marke „f.o.“.
  • Rudolf Souval, Wien — Marke „R.S.“.
  • Foerster & Barth, Pforzheim — Marke „L/21“.
  • Gebrüder Wegerhoff, Lüdenscheid — Marke „GWL“.
  • B. H. Mayer, Pforzheim — Marke „L/18“.

Nicht jeder Hersteller fertigte sämtliche Abzeichen. Einzelne Zuordnungen sind umstritten oder nicht eindeutig nachgewiesen.

Frühe Abzeichen bestehen häufig aus Buntmetall, später kam verstärkt Zink zum Einsatz. Ein heute graues Zinkabzeichen war ursprünglich oft vergoldet.

Wichtige Merkmale für die Bestimmung:

  • Material und Fertigungstechnik
  • Prägung und Ausarbeitung der Details
  • Vergoldung, Versilberung und andere Oberflächen
  • Nadel, Scharnier und Haken
  • Herstellerkennzeichnung
  • Gewicht, Maße und Fertigungsvarianten

Nicht jedes Original ist markiert. Umgekehrt beweist eine Herstellermarke allein keine Originalität.

Eine Übersicht der Kennzeichnungssysteme bietet unser Beitrag Herstellerlisten und Codesystem RZM / LDO / Präsidialkanzlei.

Seltenheit, Originalität und Nachkriegsfertigungen

Zwischen den einzelnen Abzeichen bestehen erhebliche Unterschiede. Das Minensucher-Kriegsabzeichen ist häufiger erhalten, das Hilfskreuzer-Kriegsabzeichen und die 1. Form des Schnellboot-Kriegsabzeichens sind deutlich seltener. Brillanten-Sonderausführungen, die Ehrentafelspange und die späten Frontspangen sind große Seltenheiten.

Seltenheit allein bestimmt nicht den Wert. Zustand, Originalität, Hersteller und Herkunft spielen ebenso eine Rolle.

Originale, Kopien und Ausführungen von 1957

Nach 1945 entstanden veränderte Originalstücke, Nachfertigungen und Ersatzstücke. Einige Firmen, etwa Rudolf Souval, fertigten nach dem Krieg weiter. Nicht jedes Stück mit Herstellermarke ist deshalb eine Kriegsfertigung.

Mit dem Ordensgesetz vom 26. Juli 1957 wurde das Tragen bestimmter Kriegsauszeichnungen ohne NS-Embleme wieder erlaubt. Zu unterscheiden sind:

  • Originalfertigungen 1939–1945
  • nachträglich entnazifizierte Kriegsstücke
  • sonstige Nachkriegsfertigungen
  • Abzeichen in der Form von 1957

Die rechtlichen Grundlagen erläutert unser Beitrag Orden und Ehrenzeichen – Gesetzgebung der Bundesrepublik Deutschland. Beispiele für 1957er Ausführungen finden sich bei German Historica – Auszeichnungen 1957.

Wie Marine-Gegenstände nach Kriegsende verändert wurden, zeigt auch der Beitrag Kriegsmarine-Dolche nach Kriegsende 1945 abgesägt.

Marine-Nachlässe, Urkunden und historische Dokumente

Marineabzeichen finden sich häufig zusammen mit Verleihungsurkunden, Besitzzeugnissen, Soldbüchern, Wehrpässen, Fotografien, Uniformteilen und Mützenbändern. Solche Unterlagen ermöglichen die Zuordnung zu einem Soldaten, einem Schiff oder einer Einheit.

Für die historische Einordnung ist der belegte Träger meist wichtiger als ein außergewöhnlich guter Zustand. Ein Beispiel aus unserem Bestand ist der oben genannte Nachlass von Claus Hilgendorf.

Originale Abzeichen und Dokumente finden sich bei German Historica – Orden Heer, Luftwaffe, Marine.

Kiel als Marinestandort

Kiel spielte in der Kaiserlichen Marine, der Reichsmarine und der Kriegsmarine eine zentrale Rolle. Viele Soldaten wurden hier ausgebildet oder waren an Stützpunkten, Schulen und Werften eingesetzt. Nachlässe enthalten deshalb oft Fotos und Dokumente mit Bezug zu Kiel, Laboe, Eckernförde und anderen Standorten in Schleswig-Holstein.

Spuren dieser Geschichte behandelt unser Kiel-Blog, etwa im Beitrag über das U-Boot-Ehrenmal in Möltenort.

Häufige Fragen zu Kriegsmarine Auszeichnungen

Welche Marinekriegsabzeichen gab es zwischen 1939 und 1945?

U-Boot-, Zerstörer-, Minensucher-, Hilfskreuzer-, Flotten-, Schnellboot- und Marineartillerie-Kriegsabzeichen sowie das Blockadebrecherabzeichen. Hinzu kamen U-Boot- und Marine-Frontspange, die Abzeichen der Kleinkampfmittel und die Ehrentafelspange.

Welches Marineabzeichen ist besonders selten?

Die Ehrentafelspange mit 29 genannten Trägern, die Brillanten-Sonderausführungen und die höheren Stufen der Kleinkampfmittel-Abzeichen. Zu unterscheiden ist zwischen nachgewiesenen Verleihungen und lediglich bekannten Fertigungen.

Woran erkennt man ein originales Marineabzeichen?

An Material, Prägung, Oberfläche, Nadelsystem, Herstellerkennzeichnung und bekannten Fertigungsmerkmalen. Kein einzelnes Merkmal garantiert die Originalität.

Sind Kriegsmarine-Abzeichen aus Zink original?

Ja, viele wurden schon während des Krieges aus Zink gefertigt. Das Material allein erlaubt keine sichere Datierung.

Wurden Marinekriegsabzeichen auch an Mannschaften verliehen?

Ja, unabhängig vom Dienstgrad, sofern die Voraussetzungen erfüllt waren.

Welche Unterlagen erhöhen den historischen Aussagewert?

Verleihungsurkunden, Besitzzeugnisse, Soldbücher, Wehrpässe und Fotografien, aus denen sich Herkunft und Werdegang des Trägers nachvollziehen lassen.


Ankauf & Bewertung

Wir kaufen originale Marineabzeichen der Kriegsmarine von 1939 bis 1945 sowie Urkunden, Dokumente und vollständige Marine-Nachlässe an. Ebenso Marineuniformen, Schirmmützen, Mützenbänder und Fotografien.

Eine erste Einschätzung ist anhand aussagekräftiger Fotos möglich. Verbindliche Angebote erfolgen nach persönlicher Besichtigung, bei uns oder nach Vereinbarung bei Ihnen zu Hause.

Kontakt

Thomas Huss & Söhne / German Historica

Direkter Draht für Fragen rund um Ankauf, Bewertung und historische Einordnung militärhistorischer Objekte.

Die Beschreibung und Einordnung von Auszeichnungen der Kriegsmarine erfolgt ausschließlich im historischen und sammlerkundlichen Zusammenhang. Sie ist nicht mit einer politischen Würdigung des nationalsozialistischen Regimes oder seiner Kriegführung verbunden.